Die Meinung der Redaktion zu „Daytona“ von Push-T

Der Weg zu „Daytona“ war schon ein ungewöhnlicher für typische 2018er-Hip-Hop-Release-Strukturen. Das zweite Album in der Solo-Karriere vom Clipse-Member als eine Vorbereitung auf das große Epos „King Push“ als Prelude betitelt, erwarteten die Fans und auch zahlreiche andere, durch das wohl zu den stärksten Rap-Alben 2015 gehörende „Dankest Befor Dawn“ hellhörig Gewordene das „eigentliche“ Album – „King Push“. Und nach drei Jahren, Interviews, in denen Pusha-T immer wieder vertröstete, andeutete, man habe gemeinsam mit Kanye West, der als Sound-Schirmherr den Weg des Albums begleitete, noch den richtigen Sound gefunden. Und dann bließ Ye via Twitter zur G.O.O.D Music Übernahme im Juni. Den Auftakt dazu macht nicht der Gründer selbst, sondern Label CEO Pusha-T. Das als „King Push“ angekündigte dritte Album wird also der Startschuss der fünf Alben umfassenden Kanye-Musik-Flut. Erstaunlicherweise ist es mit sieben Songs und 22 Minuten gleich eine ganze Ecke kürzer als das dazugehörige Prelude. Und natürlich wurden auch Titel (nun „Daytona“) und Cover in letzter Sekunde geändert. Letzteres – ein Foto von Whitney Houstons Bad voller Drogen – und ein bitterböser Beef mit Drake brachten gleich zum Start der G.O.O.D.-Season gleich die erste Promo-Welle mit. Wir haben uns „Daytona“ zur Brust genommen.

Pusha-T – „Daytona“ kaufen

Das sag die BACKSPIN Gang!
  • 9/10
    Kevin W.: "Vollkommene sieben Tracks in unvollendeten 21 Minuten. Die wohl präziseste Soloperformance von Pusha-T und feinste Konzeption Kanye Wests seit 'My Beautiful Dark Twisted Fantasy'. Frustration am Rande der Perfektion machen die Scheibe für mich zu einem  der Highlights des laufenden Jahres." - 9/10
  • 8/10
    Peter: "Pusha-T verfällt nicht dem Wahnsinn seines Labelbosses, profitiert aber von dem musikalischen Wahnsinn, den Produktionen von Kanye West. Wenn man genau weiß, was man sagen will, welche Atmosphäre man erzeugen will, reichen 20 Minuten – beweist der Rapper aus Virginia." - 8/10
  • 9/10
    Josephine: "King Push schafft innerhalb sieben Songs das, was viele Rapper noch nicht mal in 15 Tracks schaffen. Das Album hat mich seit der ersten Minute mitgerissen und ich hab das bekommen, was ich mir darunter vorgestellt habe. Das ist Rap, wie er sein sollte! - 9/10
  • 6/10
    Alexios: "Finde das ganze Album sehr durchschnittlich. Die Beats wirken wie B-Ware und Pusha-T übertrifft sich jetzt auch nicht im Vergleich zu älteren Releases. Am Ende sind es einfach sieben klassische Pusha-T Songs auf mittelmäßigen Beats. Kann man geil finden, muss man aber nicht." - 6/10
  • 7/10
    Josh: "Dank der zahlreichen Referenzen und Querverweisen verleiht Pusha-T dem thematisch eigentlich sehr einseitigen Projekt so etwas wie eine inhaltliche Tiefe, die es als Nerd natürlich zu entdecken gilt. Über die Produktion müssen wir bei einem Kanye-Projekt gar nicht reden. Zudem erfreut es mich, mal wieder Disstracks zu hören statt Ansagen aus Shishacafés. Wenn jetzt noch weiterhin auf Gewalt, Chorsamples und Entführungsvideos verzichtet wird, ist doch alles cool." - 7/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Für drei Jahre Kreativprozess zwar doch vorhersehbarer als vermutet, dabei aber trotzdem ein wuchtiges Stück Hip-Hop und sicherlich die stärkste Platte Push-Ts. Seine stark erzählten Dealer-Storys werden verflochten mit moralisch-erhabener Selbstinszenierung und gesellschaftlichem Ekel. Und dann ist da noch Kanye, der seine kreative Vision auf 'Daytona' anfänglich auf seine Ursprungs-Kompetenz zurückfährt, dann aber doch noch zu hasserfüllten Sythies greift. Fühls!" - 8/10
  • 6/10
    Jakob: "Ein paar Tracks hat es gebraucht, bis ich Gefallen an 'Daytona' finden konnte. Das Problem dabei: Das Album ist bereits nach etwas mehr als einer Hand voll Tracks auch wieder vorbei. Für mich geht der Albumcharakter zu stark verloren. Ich bin ein Riesenfan von kurzen Alben, aber sieben Tracks und 21 Minuten sind dann irgendwie doch zu kurz, um als Gesamtwerk nachhaltigen Eindruck bei mir zu hinterlassen. Schade, weil die Produktion bis dato eine glatte Zehn war…" - 6/10
  • 9/10
    Niklas: "Eine wirklich starke Platte! Pusha-T liefert in Höchstform ab und vermischt Ticker-Rap mit cleveren kulturellen und gesellschaftlichen Querverweisen von Trump über Sosa bis Puff Daddy. Hinzu kommt, dass Kanye es geschafft hat sein Ego beziehungsweise sein eigenes musikalisches Interesse hinter das Profil vom Protagonisten Pusha-T zu stellen und diesem mit minimalistisch modernen Sample-Beats das perfekte Gewand auf den Leib schneidert. Bisher definitiv meine Lieblings-Rap-Platte in diesem Jahr." - 9/10
7.8/10

Kurzfassung

Auch wenn die kurze Laufzeit und Kanye Wests Sample-Produktionen nicht alle überzeugen können: „Daytona“ ist wohl Pusha-Ts bestes Soloalbum bis dato. Der mit gesellschaftlichen Querverweisen getränkte Ticker-Rap funktioniert im kompakten Format sehr gut.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Daytona" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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