Die Meinung der Redaktion zu Pimfs „Justus Jonas“

Noch als Jugendlicher vor knapp drei Jahren beim VBT konnte Pimf bereits sein Talent als Rapper einer großen Masse beweisen und nahm aus dieser Zeit gleich eine ganze Reihe Fans mit. Doch im Zuge der zweiten Teilnahme an dem Turnier entschloss sich der Rapper aus dem Umland von Kassel bereits, die Battle-Karreie an den Nagel zu hängen und ergab sich kampflos. Es folgte das erste Album, auf dem sich Pimf einer 180° Wende unterzog, nicht mehr lustig und provokativ frontete, sondern nachdenklich, ruhig und reflektiert aus seinem Leben fernab von der Großstadt berichtete. Nach einer beinahe 18-monatigen Pause steht jetzt das zweite Solorelease in den Regalen, das auf den Namen „Justus Jonas“ hört. Insgesamt acht Songs widmet der immer noch recht junge Rapper dem fiktiven Detektiv aus Rocky Beach und holt sich dafür Unterstützung von Weekend und Kico. Wir haben uns die neue Platte angehört.

Pimf – „Justus Jonas“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Yannick W.: "In Pimf steckt schon immer eine Menge Talent, sowohl als Techniker, als auch als Texter. Im Fall 'Justus Jonas' macht er ganz sicher einen guten Schritt nach vorne, was den Knackpunkt des Debüts, die Atmosphäre, angeht. Die acht Songs tragen eine Liebe zum Trostlosen in sich, erzählen aus dem Leben in der Kleinstadt und der Ungewissheit, mit dem Traum vom Musikmachen nicht das Leben an die Wand zu fahren. Dabei schafft es Pimf zumeist der große Gefahr, sich in Phrasen zu verlieren aus dem Weg zu gehen und kurze, prägnante Akzente zu setzen. Trotz seines jungen Alters finden sich hier viele alte Werte wieder. Einzige wirkliche Schwachstelle bildet über alle Maße kitschige 'Buzz Lightyeah'. Nichtsdestotrotz: Ich fühle oft, wovon er erzählt und für seinen Hymne ans Musiksammeln bekommt er grenzenlose Liebe." - 7/10
  • 4/10
    Raphael: "Das passiert, wenn normale Menschen Rap machen – nicht gerade spannend, nicht mal interessant. Spricht natürlich viele junge Menschen an, die sich mit seinen kleinen, großen Alltagsproblemen identifizieren können, mich aber nicht." - 4/10
  • 8/10
    Peter: "Die Romantisierung des Kleinstadtleben, Kritik an der Industrie und Geschichten aus dem Freundeskreis/der Beziehung können meiner Meinung nach nur wenige so authentisch und treffend beschreiben wie Pimf. Garantiert auch bedingt durch unser ähnliches Alter. Obwohl seine 16er in sich schlüssig sind, stecken mehrere Zweizeiler in seinen Strophen, die den Nagel auf den Kopf treffen, um den Anglizismus 'On Point' zu vermeiden. Seine Hooks sind nach wie vor die Achillessehne seiner Tracks, aber auch sie geben Pimfs Musik diese sperrige, nicht leicht zugängliche Seite, die das Schaffen des jungen MCs grade so interessant macht." - 8/10
  • 7/10
    Sara: "Stabiles Ding. Entspannt, zurückgelehnt, schwerelos, deep. Die Instrumentals schaffen eine leicht verstrahlte Atmosphäre, die es schafft mich sofort einzunehmen. Auch seine Texte mit Message fühle ich einfach. Ich bin überzeugt, aber ich denke da steckt noch ein Stück mehr Potential in ihm." - 7/10
  • 5/10
    Anna S.: "Sehr schöne, volle Soundästhetik – Die liebevoll, detaillierten Instrumentals sind definitiv die Stärke des Tapes. Ein paar Abstriche mache ich allerdings bei der inhaltlichen Komponente. Mit sanften Wortspielen rappt Pimf über Themen, die ihn bewegen. Zeitgenössische, alltägliche Inhalte kommen zur Sprache. Obwohl mir gerade die Leichtigkeit des Gesamtwerkes gefällt, versinken die Lyrics stellenweise in einem Teich an schlichten Wortaneinanderreihungen – Was nicht zuletzt an der recht monotonen Delivery und den bereits häufig aufbereiteten Inhalten in jener Sparte liegt. Das Grundkonzept gefällt, könnte aber mehr Ecken und Kanten vertragen." - 5/10
  • 9/10
    Yannick H.: "Mehr als rund, was Pimf hier abgeliefert hat. Man hört der Platte an, dass sich das Heart Working Class-Signing frei von Erwartungen gemacht und einfach performt hat. Exemplarisch hierfür ist 'Einfach wieder Mukke hören', in dem sich Pimf auf das besinnt, was im Vordergrund stehen sollte: die Musik. Vollmundigen Ansagen in den sozialen Netzwerken oder dem mittlerweile üblichen Boxen-Game erteilt er konsequent eine Absage. Generell zeigt sich der MC aufgeräumt, reflektiert, wirft den Blick zurück, aber schaut auch fragend nach vorne. Eine Situation, die wohl nahezu jeder aus der Generation des 23-jährigen kennt." - 9/10
  • 4/10
    Cedric: "'Meistens wird es cool und im schlimmsten Fall okay.' Mit diesem Satz fasst Pimf meine Gefühle über seine neue EP ganz gut zusammen. Er liefert sehr persönliche Texte, deren Einblicke mir allerdings manchmal etwas zu flach wirken. Lediglich auf Songs wie "Einfach wieder Mukke hören" und "Chatten zu viel" werden Kommentare abgeliefert, die weiter reichen, als nur das persönliche Leben zu beschreiben. Das Klangbild ist durchgehend angenehm, wenn auch unspektakulär. Man merkt, dass sich Pimf auf diesen Beats wohl fühlt. Leider reicht das nicht immer um mich voll und ganz mitzureißen." - 4/10
  • 6/10
    David: "Auf 'Justus Jonas' schaut Pimf zurück auf seine Jugend und reflektiert die sorgenlose Zeit, die er damals hatte. Bei einigen Lines habe ich mich sogar selbst in Situationen zurückversetzt gefühlt. Aber für meinen Geschmack ist das Album textlich und soundtechnisch etwas zu cheesy." - 6/10
6.3/10

Kurzfassung

Zu Pimfs zweitem Solorelease gehen unsere Meinungen sehr weit auseinander. Während einige einen authentischen Spiegel seiner Generation in ihm erkennten, fehlt anderen ein Alleinstellungsmerkmal.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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