Die Meinung der Redaktion zu Nimos „K¡K¡“

Einen Rising Star wie Nimo muss man im deutschen Straßenrap in den letzten Jahren sicherlich mit der Lupe suchen. Ohne jegliche Veröffentlichung im Rücken zuerst von Celo & Abdi erst mit auf Tour, dann sogar unter Vertrag genommen, schaffte der Stuttgarter beinahe aus dem Nichts mit seinem ersten Mixtape abzuräumen, es nur durch digitale Verkäufe auf der Platz Zehn der Charts zu platzieren und damit sogar eine ganze Reihe alter Hasen auf Anhieb hinter sich zu lassen. Und dieser Erfolg ging auch an der Musikindustrie nicht vorbei. So kam der Wahl-Frankfurter in einem gemeinsamen Deal seiner Endecker von 386-ideal und Universal Urban beim Major unter, um sein erstes Album zu realisieren. Und das gibt es mittlerweile in Form von „K¡K¡“ zu hören. Unter anderem vom Belgier Oster, X-Plosive, Bazzazian, Veteran und SOTT produziert, gibt es für Nimo auf dem LP-Einstand besonders ein Thema: Den Durchbruch. Zur Unterstützung holt sich der 21 Jahre junge Rapper Features aus der heimischen Umgebung, unter anderem Haftbefehl, Hannibal, Soufian, Celo & Abdi sowie Ufo361 und Yung Hurn sind mit von der Partie. Wir haben das Debüt besprochen.

Nimo – „K¡K¡“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Eilas: "Ich bewundere Nimo dafür, was er mit seiner Stimme machen kann. Meiner Meinung nach, hat er ein krasses Talent dafür, Messages mit seiner Stimme zu übermitteln. Allerdings ist seine Musik nicht wirklich mein Geschmack. Als ich das Album gehört habe, lief es eher nebenbei und ich hatte Schwierigkeiten mich voll und ganz daruf zu konzentrieren was er sagt, was vielleicht auch an seiner Stimme liegt, da sie oft eins mit dem Beat wird. Ob das nun gut oder schlecht ist kann ich nicht genau sagen. Die Produktion an sich finde ich sehr gelungen und selbst die Instrumenals haben mir, obwohl es trappige Beats sind, oft gefallen. Ein paar Tracks werden auf jeden Fall bleiben." - 7/10
  • 8/10
    Jakob: "Starkes Debüt, auch wenn es meiner Meinung nach nicht ansatzweise an Nimos 'Habeebeee' rankommt, aber das nur rein aus persönlicher Sicht. 'K¡K¡' ist nichtsdestotrotz ein sehr gutes Album des 385i-Aushängeschilds. Angefangen bei wunderbaren Beats von gefühlt 20 Produzenten, wo ich anfangs das Gefühl hatte, es könnte beattechnisch ein Debakel werden. Erinnerungen an 'Akupunktur' von Celo & Abdi wurden wach, jedoch nicht erfüllt, denn die Beats gefallen mir bis auf wenige Ausnahmen sehr gut und können sich auch von 'deutschen' Trapbeats abheben. Nimo zeigt sich weiterhin als Stimmakrobat und das ist nach wie vor einer der Attribute, die ihm ein Alleinstellungsmerkmal in Deutschland verschaffen. Was er stimmlich alles anstellt ist nach wie vor ein Genuss, auch flowmäßig gehört er weit nach oben. Inhaltlich geht 'K¡K¡' mit Sicherheit mehr nach vorn als noch der 'Habeebeee', auch wenn reflektive Songs nicht ausbleiben, diese aber bei weitem nicht so nahe gehen wie noch bei 'Habeebeee'. Ein bis zwei Tracks hätte man sich sparen können, namentlich würde ich da 'Heute mit mir' und 'Hype' erwähnen, da mir ersteres zu trendlastig ist und zweiteres mit extrem schwachen Featureparts von Celo & Abdi daherkommt, aber irgendwie scheinen es Che & A eh nicht so mit Featureparts zu haben, denn ich kenne kaum brauchbare von den Zwei. Die restlichen Features können sich allesamt sehen lassen. Soufian flowt wie kein Zweiter durch 'Hoodi', Hanybal macht mittlerweile Lust auf ein Kollaboalbum von Nimo und ihm, Hafti lässt sich auch mal wieder blicken und auch Yung Hurn und Ufo können auf dem Newschool-Projekt 'Wie Falco' überzeugen. Am Ende 'scheitert' dieses Album einfach nur an meinen viel zu hohen Erwartungen, da 'Habeebeee' für mich einfach eines der besten Releases der vergangenen Jahre war, da Nimo Einblicke in seine Vergangenheit zeigte und daraus einfach spannendere Geschichten herausgekommen sind. Auf 'K¡K¡' lässt Nimo die Vergangenheit weitesgehend hinter sich und rappt eher über die Gegenwart. Dass diese Stories mich weniger packen, ist nur mir selbst geschuldet und da kann ich ihm keinerlei Vorwürfe machen. Nimo wird sich schon machen und ich verstehe nicht, wie man ihn haten kann." - 8/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Mit Erwartungen ist es immer so eine Sache. Und dass Nimo sich nach dem Erfolg von 'Habeebeee' offensichtlich mit der Aufmerksamkeit gegenüber seiner Selbst auseinandergesetzt hat, wird jedem klar, der 'K¡K¡' gehört hat. Denn das ist nunmal das vorherrschende Thema auf dem Debüt des 385-i Zöglings – bei seiner Vorgeschichte hätte man sicherlich auf inhaltlicher Ebene etwas mehr rausholen können. Dennoch, dem gegenüber steht ein hungriger Nimo, der mit verdammt scharfen Flows, Stimmspielchen und bissiger Attitüde punktet, musikalisch stimmt auf 'K¡K¡' vieles, wenngleich auch nicht alles. Einen Dancehall-Trendausflug wie auf 'Heute mit mir' stört im sonst eher druckvoll-düster gehaltenen Sound komplett. Am Ende von 'K¡K¡' herrscht dann aber doch recht wenig Wehmut über liegengelassenes Potential, gerade mit dem nachdenklichen 'Warum hasst ihr mich', auf dem er seinen eigenen Status im jungen Alter ehrlich reflektiert, sowie den derart guten Feature-Auftritten von Hanybal, Olexesh und Yung hurn, sowie einer Hand lupenreiner Banger feiert das Debüt gleich eine Reihe Highlights. So richtig umgehauen, wie ich es mir eigentlich erhofft habe, fühle ich mich dennoch nicht. Woran das genau liegt, kann ich allerdings selbst kaum sagen." - 7/10
  • 8/10
    Shana: "Schon mit dem Debüt-Mixtape 'Habeebeee' hat Nimo so krass vorgelegt, dass mir schon damals klar wird, dass das nachfolgende Album groß werden würde. Auch die Wartezeit auf die Platte hat der Vorfreude keinen Abbruch getan, sondern dieses nur noch zusätzlich gesteigert. Was der 385i-Schützling im Endeffekt mit "K¡K¡" liefert, ist ein Volltreffer. Der erste Eindruck des wahnsinnigen Talents wird bestätigt und direkt mit dem Opener 'Michelangelo' wird klar: Nimo ist von nun an nicht mehr wegzudenken von der Deutschrap-Landkarte. Thematisch gibt's ein breites Spektrum, auch featuretechnisch ist die ein oder andere Überraschung enthalten. Lange Rede, kurzer Sinn: Sauber durchgezogen, ich freu' mich auf's verflixte zweite Album." - 8/10
  • 7/10
    Marvin: "Bei seinem Debüttape bin ich mit Nimo irgendwie nie warm geworden. Zu anstrengend, abstrakt waren seine Texte, Beats und Delivery. Fürs erste Album hatte ich die Hoffnung, dass sich das ändert. Irgendwie hat das auch geklappt. Sein Flow, den ich vorher abstrakt fand, geht mir inzwischen gut ins Ohr. Seine Texte und seine ehrliche Art finden bei mir plötzlich Anklang. Wieso? Keine Ahnung. Einzelne Tracks wie z.B. 'Hoodi' oder 'Hype' sind direkt auf meine Playlist gewandert. Was an den Tracks anders ist als an Songs von 'Habeebeee'? Keine Ahnung. Vielleicht hat sich in meinem Kopf irgendwas verändert oder ich musste mit Nimo erst warm werden. Alles in allem ein grundsolides Album, vor Allem in Anbetracht der Tatsache, dass ich letztes Jahr dachte, dass ich sowas nie sagen werde." - 7/10
  • 5/10
    Lukas: "Beim Nimo Zug war ich eigentlich von Anfang an an Board. Vor seinem 'Habeebeee' Release habe ich ein paar YouTube Videos mitbekommen und war beeindruckt von den aggressiven Flows und textlichen Aussagen eines Mannes mit dem ich mein Geburtsjahr teile. Obwohl 'Habeebeee' dann so ein Riesenpaket war, fand ich die meisten Lieder verdammt gut. Leider hat Nimo viele seiner interessanten Eigenschaften auf 'K¡K¡' meiner Meinung nach allerdings zurückgehalten. Fehlende Themenvielfalt und das ständige '385i'-Geschrei machen es echt anstrengend für mich das Album komplett zu hören. Irgendwie habe ich das Gefühl fast alle Songs sind die gleichen. Etwas dunklere und härtere Atmosphäre wie auf 'Bitter' oder seinem 'Hol mir dein' Cousin'-Part fehlt mir. Trotzdem ein im Grunde gelungenes Album, mit dem herausstechenden Partytrack 'Let's go Amina' und den für mich überraschenden Ufo und Yung hurn Features, das mich allerdings nicht ganz überzeugen und bei der Stange halten kann." - 5/10
  • 7/10
    Hanna: "Nimo liefert mit 'K¡K¡' Ein Album voller Ohrwürmer und einem unverkennbaren Style was man einfach gehört haben muss. Auffällig gut sind die Hooks, die meistens aus einigen wenigen Wörtern bzw. einer Line bestehen, die die Verses präzise einfassen und sich beim Hörer intuitiv einprägen. Nimos Rapstyle hat grade auf 'K¡K¡' Einen starken Wiedererkennungswert weil einfach jeder Track ein Banger ist und eben 100% Nimo. Das Album ist voller energiegeladener Beats. Trap Beats mit gut eingesetztem Autotune und Afro Einflüsse, was mir persönlich sehr gut gefällt. Zudem der perfekte Zeitpunkt für das Release eines so Sommer- und Clubtauglichen Albums. Abzüge beim Nimo-Album deshalb, weil die Tracks sich ähneln und die Range nicht sehr breit ist. Das Album ist wie erwartet, sehr gut und eben Nimo. Deswegen für Fans top. In dem Sinne 'deux deux neuf ma ville.'" - 7/10
7/10

Kurzfassung

Mit „K¡K¡“ gibt Nimo einen soliden Einstand auf Albumlänge, der zwar in Sachen Vielfalt noch Spielraum kennt, dabei allerdings besonders durch die prägnante Stimme, vielfältige Flows und eingängige Beats punkten kann.

 

 

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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