Die Meinung der Redaktion zu „Mosaik“ von MoTrip & Jimek

Mit ihrem Live-Event betraten MoTrip und Jimek im vergangenen Herbst Neuland in der Deutschen Rapszene: Eine Kollaboration von Rap und moderner Klassik auf Album- bzw. Live-Show-Länge. Nach längerer Planung und Proben mit einem gesamten Orchester konnten der Aachener Rapper und sein polnischer Projektpartner schließlich eine Auswahl aus der Diskographie neu arrangiert im Berliner Konzerthaus präsentieren. Für die Gäste gab es sogar neben bekannten Titeln wie „Feder im Wind“, „Embryo“ oder dem Hit „So wie du bist“ sogar einige neue Songs zu hören, die extra für das Projekt ausgearbeitet wurden. Als Gäste treten Lary, Haftbefehl, Adel Tawil und natürlich langjähriger Wegbegleiter JokA in Erscheinung. Wir haben uns das Projekt zur Brust genommen.

MoTrip – „Mosaik“ kaufen

 

 

Das sag die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Anna G.: "Ich finde die Idee Hip-Hop und klassische Musik miteinander zu verbinden und so über scheinbare Grenzen hinwegzusehen sehr gut. MoTrip ist live stark und viele seiner Tracks sind wie gemacht für die große Bühne. Ein super Projekt und ich bin mir sicher, hätte ich eins der Konzerte live gesehen, wäre ich begeistert gewesen. Ob es eine Live-CD braucht? Vermutlich ja, um diese einzigartigen Konzerte festzuhalten, in meinen Augen ist das aber eher ein Fan-Ding zum ins Regal stellen. Ich höre da lieber weiterhin die Originale, die 'Mosaik'-Versionen klangen in meinen Ohren irgendwie anstrengend. Beeindruckt hat mich Lary mit ihrer, auch live,unglaublich starken Stimme, Spaß gemacht hat auch 'Mama' mit Haftbefehl." - 6/10
  • 6/10
    Peter: "Motrip ist der größere Act und aus ökonomischer Sicht macht es Sinn, das Album unter seinem Namen zu promoten, aber die Lorbeeren gehören Jimek. Anders als bei Sängern, die live teilweise noch stärker klingen als auf Band, erzielt die Stimme des klassischen Rappers leider nicht immer eine andere Wirkung, als auf Platte. 'Mosaik' ist eine runde Sache und macht auch Spaß beim hören, aber vor allem eben wegen den Passagen, die von den Kompositionen des polnischen Komponisten dominiert werden. Positiv stechen die Songs heraus, die anscheinend extra für das Konzert, beziehungsweise die Aufnahmen, geschrieben wurden. Alles in allem wirkt das Album aber doch zu steril und transportiert nicht die Emotionen, die ich von einem solchen Album erwarte. Die verschiedenen Elemente, die das Album bestimmen, setzen sich in meinen Augen zu keinem perfekten Mosaik zusammen." - 6/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Ein spannendes Konzept, das deutschem Hip-Hop eine neue Facette hinzufügt. Dennoch fehlt mir beim Hören auf Platte die visuelle Komponente und das Feeling noch mehr, als bei vielen anderen Live-Alben. Ob es an der Akustik des Saals, dem Publikum oder einfach der Ungewohnheit liegt, irgendwie will der Funke nicht bei allen Songs überspringen. Es braucht bei der groß inszenierten Soundkulisse dann doch noch Stimmgewalten wie Lary auf den gemeinsam mit Jimek arrangierten Songs 'Mosaik' und 'Nehmt mich mit' um nicht zu verblassen. Von den 16 Songs gefallen besonders die emotionaleren Nummern, da sie von durch weiche Streicher- und Holzbläsersounds noch untermauert werden, die Representer-Songs wie 'Kennen' oder 'Triptheorie' wollen hingegen einfach nicht so recht mit dem neuen Unterbau funktionieren, werden schlichtweg erdrückt. Ein Projekt, das auf der Bühne sicherlich großartig funktioniert hat, dem mir als Tonträger allerdings etwas Atmosphäre fehlt. Trotzdem Lob für das Beschreiten neuer Wege, über eine Studioversion hätte ich mich aber wohl deutlich mehr gefreut." - 6/10
  • 8/10
    Shana: "Hip-Hop und Klassik sind auf den ersten Blick zwei völlig unterschiedliche Welten. Genau deshalb ist das Projekt, das MoTrip und Jimek mit 'Mosaik' schaffen, aber auch so besonders. Was da geliefert wird, ist monumental. Ich hoffe, dass das Projekt als eine Art Wegbereiter dienen kann, gern mehr davon." - 8/10
  • 6/10
    Anna S.: "So interessant das Projekt per se auch ist, das Ergebnis kann mich nur teilweise überzeugen. Die Live-Performance stelle ich mir sehr imposant vor - Auf dem Album kommt das Ganze allerdings nicht wirklich rüber. Die Instrumentals des Sinfonieorchesters sind insbesondere auf den dynamischeren Tracks sehr einnehmend und disharmonieren mit den Vocals von MoTrip und seinen Gästen. Es kristallisiert sich schnell heraus, welche Songs für das Projekt neu erschaffen wurden und welche lediglich unter Jimeks Obhut für das Orchester neu arrangiert wurden. Demnach funktioniert, der für das Projekt entstandene Track, 'Nehmt mich mit' auf den voluminösen Instrumentals sehr gut, während die Vocals auf 'Triptheorie' etwas verloren klingen." - 6/10
  • 6/10
    Raphael: "Vielleicht besser als bei anderen Rappern passt Motrips Musik in ein Orchester. Ob das gut oder schlecht ist, lasse ich mal offen. Leider ist die Abmischung nicht perfekt, was den Hörgenuss schmälert. Möglicherweise ist wohl auch nur ungewohnt, die Tracks ohne dicke Beats zu hören." - 6/10
  • 8/10
    Niels: "MoTrip ist für mich einfach ein unfassbarer Ausnahmekünstler, was er auf 'Mosaik' bzw. seinem Konzert samt Orchester und Komposisten Jimek eindrucksvoll unter Beweis gestellt hat. Ich war ja schon echt neidisch, nicht dabei gewesen zu sein. Sicherlich ist es nicht dasselbe, die CD zu hören, was bei Live-Aufnahmen natürlich nicht ungewöhnlich ist. Dennoch verleihen die neuen Kompositionen den überwiegend bereits bekannten Tracks eine sehr interessante Note, die wunderbar harmoniert. Absoluter Gänsehautmoment: Larys Hook auf dem Titeltrack 'Mosaik'." - 8/10
  • 7/10
    Niko: "Schon stark, wie man mit klassicher Musik noch eine emotionale Ebene mehr in Rapmusik finden kann und diese nur durch Instrumente so verstärken kann. Gerade bei ruhigen, sentimentalen Nummern funktioniert das ganz hervorragend, Songs die mehr Druck brauchen gehen dabei aber ein wenig unter. Schön, vergänglich und eine neue Facette." - 7/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Das Live-Event war mit Sicherheit für jeden Besucher ein großes Erlebnis. Dieses Momentum auf CD gepresst kann da leider nicht ganz mithalten. Klar, auch durch die Unterstützung von Bläsern und Streichern klingt die Musik von MoTrip noch erfrischend. Teilweise wirkt diese ganze orchestrale Inszenierung aber ziemlich verkrampft und nicht homogen. Einen Song wie 'Mama' konnte ich in der Originalversion rauf und runter hören. Im neuem Soundgewand reißt mich der Track nicht wirklich mit, Hafti will nicht so wirklich in das Gesamtgefüge passen. Positiv hingegen sind die drei Auftritte von Lary, die Emotionen wie eh und je zu transportieren vermag. Vielleicht braucht es noch etwas Zeit, bis ich dem Gesamten mehr abgewinnen kann. Aktuell stellt 'Mosaik' für mich aber nur ein durchschnittliches Album mit einigen Höhepunkten dar." - 7/10
6.7/10

Kurzfassung

Wirklich umhauen kann uns das Crossover-Prjekt zwischen Klassik und Hip-Hop nicht – zumindest nicht als Album. Die Songs wurden für die Bühne neu aufgelegt und kommen besonders dort zur vollen Entfaltung, auf „Mosaik“ fehlt es allerdings besonders den nach vorne preschenden Songs an Druck im Rap.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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