Die Meinung der Redaktion zu „Arrivé“ von Mortel

Der Weg von Trier rüber nach Frankreich ist nicht weit. Kaum verwunderlich also, dass Mortel schnell eine Liebe zur Ästhetik der Nachbarn entwickelt. Und so wird das französische Wort für tödlich schnell zum Künstlernamen, eine Verbindung zur von Booba gegründeten Marke Ünküt geknüpft und mit dem ersten Mixtape „Wesh“ gezeigt, dass auch die deutsche Sprache sich nicht hinter der Ästhetik der Nachbarn einzuordnen braucht. Mittlerweile führt er ein eigenes Label, die Racaille Music Group, der Nachfolger zum ersten Tape trägt mit „Racaille“ (fka „Wesh Wesh“) ebenfalls den Titel seines Unternehmens. Und tatsächlich trat mit dem zweiten Mixtape der versprochene Hype, den das erste Free-Release erwartbar machte, ein. Auf der Platte fanden sich Größen wie Fler, Sido, Azad und Massiv gleichermaßen wie weitere Jungtalente a’la Marvin Game oder Nimo wieder. Der logische Folgeschritt: Ein Debütalbum. Natürlich wieder mit französischem Titel, natürlich wieder mit erlesenen Gästen bestückt – in Trier scheint man connecten verstanden zu haben. Wir haben „Arrivé“ besprochen. 

Mortel – „Arrivé“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Niklas: "'Arrive' liefert Playlistfutter in Albumformat. Die 14 Songs, dessen Beats von 13 verschiedenen Produzenten(-teams) stammen, wirken komplett zusammengewürfelt. Aktueller französische Afro-Trap wechselt sich mit düsteren Einflüssen der französischen 00er Jahre, Dirty South und auch klassischem Boom-Bap ab. Auch textlich lässt sich teilweise Kontinuität vermissen, wenn Mortel im Duett mit einem stark aufgelegten Haftbefehl zunächst das Upgrade feststellt, dass Luxusmarken lediglich Statussymbole seien und dennoch keinen Medusa-Kopf-Querverweis auslässt. Auch viele Vergleiche wirken sehr holprig. Nichtsdestotrotz gelingt es Mortel in den deutlich stärkeren, düsteren Songs ganz gut eine schwere Straßen-Atmosphäre zu kreieren." - 5/10
  • 5/10
    Josephine: "Das Album hat für mich Höhen und Tiefen. Einerseits gefällt mir der Sound von einigen Tracks ganz gut und ansehnliche Lines kann man auch finden, anderseits find ich die ganze Thematik rund um das Straßenleben ein bisschen ausgelutscht und einfach zu stumpf. Er hätte meiner Meinung nach noch ein bisschen kreativer sein können, um mehr Tiefgang zu erzeugen. Wenn ich das Gesamtwerk betrachte ist es nicht's besonderes und geht wahrscheinlich früher oder später in der Masse unter." - 5/10
  • 4/10
    Yannick W.: "So viel Sympathie ich für den Character habe, so gesichtslos wirkt dieses Album. Zwischen Stilsprüngen und zu vielen Featuregästen verschwindet der eigentlich so charismatische Mortel komplett in der aktuellen Deutschrap-Langeweile. Wie man wirklich neugierig auf mehr macht zeigt nur Haftbefehl mit seinem besten Part seit ein paar Jahren." - 4/10
  • 7/10
    Léon: "'Arrivé' fällt vor allem damit auf, dass es so kontrastreich ist, aber trotzdem noch dreckig und kalt wirkt. Da treffen rohe Kopfnicker ('Gib Gas') auf tanzbare Afrotrap-Sounds ('Vergessen nicht'). Nicht das man das feiern müsste, aber ich hab’s lieber so, als langweilig. Dagegen ist mir das inhaltlich alles teilweise zu monoton, da findet sich irgendwie kein richtiges Highlight wieder. Die Features gefallen mir derbe gut, besonders zu erwähnen sind die starken Parts von Haftbefehl ('Original'), Mashanda & Eunique ('Auf ewig') und Haze ('Gib Gas'). Ein gutes Album, trifft aber keinen besonderen Nerv bei mir." - 7/10
  • 6/10
    Kevin W.: "Eine vielseitige Soundkulisse, die ich klar als Stärke sehe, jedoch bei der relativ hohen Anzahl an Songs, dass ein oder andere mal das Gefühl eines Lückenfüllers nicht beseitigten kann. Eine solide Ansammlung von tauglichen Hits und Songs zum vergessen, verpackt mit eigentlich allen Facetten des Status Quo im deutschen Rap." - 6/10
  • 7/10
    Kira: "Mortel präsentiert mit 'Arrivé' ein sehr breit gefächertes Album, mit aber immer dem selben Vibe. Trap, klassischer Hip-Hop und RnB finden sich auf 'Arrivé' wieder und sind sehr gut vereint. Inhaltlich beschreibt er sein eigenes Leben und man erhält einen sehr guten Einblick in sein Leben. Features sind sehr passend gewählt und harmonieren sehr gut mit dem Sound. Scheint als wäre Mortel wirklich angekommen." - 7/10
5.7/10

Kurzfassung

Mit „Arrivé“ nimmt Mortel seine Fans auf eine Reise durch den Status Quo des Deutschrap. Dabei lässt die LP natürlich Kohärenz vermissen, kann allerdings mit einigen starken Einzelstücken und einer düsteren Stimmung aufwarten.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Arrivé" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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