Die Meinung der Redaktion zu „Ransom 2“ von Mike Will Made It

Der Sound, der aktuell den Pop auf der ganzen Welt prägt, kommt aus Atlanta – keine Frage. Einer der Innovatoren in Sachen Trap und gleichzeitig auch der selbsternannte Trap God ist eine über lange Zeit kontrovers betrachtete Figur – Gucci Mane. Und seit 2007 ist an seiner Seite auch ein Mann, der den Sound aus ATL maßgeblich mitprägen konnte. Zehn Jahre nach seinen ersten prominenteren Placements gibt Mike Will Made It seinen Einstand auf Albumlänge und holt sich dafür Featuregäste an seine Seite, die an Prominenz kaum zu überbieten sind. Neben Brother in Crime Gucci Mane sind nämlich auch Kendrick Lamar, Pharrell, Lil WayneBig Sean, Young ThugGucci Mane, Future, Rae SremmurdLil Yachty, 2 ChainzRihannaChief Keef und weitere mit dabei. Wir haben das wohl star-beladenste Produzentenalbum des bisherigen Jahres besprochen. 

Mike Will Made It – „Ransom 2“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Niko: "So ein Producer-Ding ist immer so eine Sache. Es lebt zwar von der Musik, da es aber selten einen roten Faden gibt, sind die Gäste immer noch der ausschlaggebende Faktor für die Stärke eines solchen Releases. So ist es auch hier: Ein paar Nummern nerven nach zehn Sekunden, andere sind halt echte Hits. Und letztere überwiegen, das macht das Ding am Ende wohl zu einer guten Compilation, vielleicht auch gerade weil es so lange dauerte, bis sie endlich fertig war." - 7/10
  • 6/10
    Jakob: "Ich bin grundsätzlich kein Fan davon, wenn sich hundert Rapper auf einem Album treffen. Deswegen überrascht es mich auch nicht im Geringsten, dass mir 'Ransom 2' nicht sonderlich gut gefällt. Mikes Soundkulisse kann ich nur wenige Male etwas abgewinnen, denn die meisten Beats knallen mir zu wenig. Beats sollten schon knallen, und wenn sie es denn nicht tun, sollten sie wenigstens Atmosphäre schaffen. Das gelingt dem Album aber nur seltenst, auch wenn das Projekt sicherlich nicht auf Atmosphäre bauen wollte. Zwei Highlights hatte ich dennoch, aber die kamen weder von Kendrick, noch von Rae Sremmurd, den Migos oder Young Thug, sondern von Andréa ('Burnin) und Eearz ('Emotions Unlocked'). Gute Beats, nice Parts, heftig gerappt und atmosphärisch noch dazu. Der Rest ist eher ok bis ordentlich, einige Totalaussetzer hatte das Album aber auch ('Hasselhoff', 'Oh Hi Hater'. 'Y'all aint ready'). Am Ende bleibt mir ein eher schwaches Album mit vielen prominenten Rappern, die es aber nicht schaffen, ihr Potenzial abzurufen." - 6/10
  • 5/10
    Sara: "Leider war ich nicht so begeistert. Vor allem die erste Hälfte des Albums war für meinen Geschmack viel zu flach. Da hatte ich fast keine Lust mehr weiter zu hören – total unspektakuläre, für meinen Geschmack langweilige Beats (wenn auch gut produziert). The Beat sets the tone... wenn der langweilig ist, kann auch die Performance des Künstlers darauf nicht viel reißen. Ab der zweiten Hälfte wurde es dann langsam interessanter. Da waren zwei bis drei Tracks, die zumindest besser waren als das, was ich davor gehört habe. 'Big God' oder 'Nothing is promised' bringen ein bisschen Schwung in die Geschichte. Aber alles in allem kann ich der Platte nicht viel abgewinnen." - 5/10
  • 7/10
    Marvin: "Produzenten-Alben sind immer eine schwierige Sache, da durch die vielen verschiedenen Artists oft ein Gefühl einer Playlist und nicht das eines Albums entsteht. Ungeachtet dessen habe ich mich auf 'Ransom 2' gefreut, da ich ein Fan von Mike Will hat es geschafft bin. Das Album hat für mich einen insgesamt durchwachsenen Eindruck gemacht. Nach dem ersten hören war ich etwas enttäuscht, da kein Track wirklich hängengeblieben ist. Dies änderte sich nach mehrmaligem hören, bis hin zu dem Punkt, an dem einige Tracks mir wirklich im Kopf bleiben und für den ein oder anderen Ohrwurm sorgen. Namentlich kann man hier 'Razzle Dazzle', einen typischen Future Track, nennen, oder auch den Pharell Song 'Aries (Yugo)'. Mein persönliches Highlight war 'Emotions Unlocked' mit Eaarz, einem Rapper, der mir bisher nichts sagte, den ich aber jetzt, dank Mike Will, auf dem Schirm habe. Insgesamt hätte ich etwas mehr erwartet, war aber nach mehrmaligem hören doch besser gestimmt als nach dem ersten Hören." - 7/10
  • 5/10
    Yannick W.: Ohne jemanden wie Mike Will Made It wüssten wir wohl nicht, wie sich einige überraschende Künsterkontellationen anhören würden oder gar, dass Gucci Mane ausgerechnet neben King Kendrick ganz locker zu glänzen weiß. Und so schön das auch sein mag, dieser nette Effekt ist der einzige Mehrwert, den 'Ransom 2' bietet. Denn von einem Producer-Album, das bewusst vom verschobenen ersten Teil in Mixtape-Form abgegrenzt wird, erwarte ich mehr Zusammenhang. Würden die Beats auch ohne die Rapper noch eine schlüssige LP ergeben, wie es beispielsweise Dexter hierzulande mit ‚Palmen und Freunde‘ schaffte? Leider nein. Und nicht nur das Format lässt sich an dem Projekt beanstanden. Gerade bei der Gästeliste dürfte man doch eine Platter voller Hits erwarten, nicht wahr? Schon wieder: Leider nein. Mit Ausnahme von besagtem Aufeinandertreffen K.Dots und Guccis, das ebenfalls eher durch seine Kuriosität als durch Qualität fasziniert, und stellenweise herausstechenden Gastauftritten wie z.B. von wirklich gut aufgelegten Fortune oder Eearz bleibt 'Ransom 2' weit hinter den Möglichkeiten zurück und verkommt stellenweise sogar in der Langeweile. Ein weiteres durcheinander gewürfeltes Hochkaräter-Producer-Album, mit dem ein oder anderen Playlist-Kandidaten – mehr nicht.“ - 5/10
  • 7/10
    Lukas: "Mit Features wie diesen hätte 'Ransom 2' defitnitiv das Potenzial gehabt, eine der krassesten Platten des Jahres zu werden. Doch obwohl das Intro vielversprechend ist, weil Big Sean es genauso zerlegt, wie das Intro zu 'Ransom', lässt der Druck ziemlich schnell nach. Mein persönlicher Favorit 'Gucci on my' macht zwar noch einmal richtig Spaß, aber danach ist das Album leider eher durchschnittlich. Versteht mich nicht falsch, es sind definitiv super Tracks dabei und die Produktion ist natürlich erste Klasse, aber mit diesen Namen in der Tracklist und den Möglichkeiten insgesamt, hätte definitiv mehr bei rumkommen müssen als ein paar Banger und nette Melodien. Den Titel Mixtape hätte 'Ransom 2' auch eher verdient als Album, da irgendwie auch alles durcheinandergewürfelt und zufällig zusammengeschmissen wird. Schade, meine Erwartungen waren sehr hoch." - 7/10
  • 5/10
    Cedric: "Ein perfektes Album um es im Hintergrund laufen zu lassen. Obwohl Mike Will in der Vergangenheit schon recht viele Hits geliefert hat, bleibt auf dem ganzen Album der eine Song aus, der mich wirklich catcht. Besonders enttäuscht war ich von der Swae Lee Kollabo 'Bars Of Soap'. Bedenkt man, welche Fähigkeiten Swae Lee im Songwriting schon bewies, und wie groß allein 'Black Beatles' letztes Jahr war, schockiert es mich fast schon, wie sehr dieser Song nach einer schlecht durchdachten Demo-Version klingt. Wenn nicht mal ein Kendrick-Part so wirklich heraussticht, sagt das mehr über das Album aus, als es jede weitere Beschreibung könnte." - 5/10
6/10

Kurzfassung

Mit seinem ersten Album kann Mike Will Made It trotz Unterstützung, die kaum hochkarätiger sein könnte, noch nicht überzeugen. Unter anderem am Format des Albums scheitert „Ransom 2“ aufgrund seiner Zusammenhanglosigkeit.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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