Die Meinung der Redaktion zu „Culture“ der Migos

Einen derartigen Medienhype wie aktuell rund um die Migos erlebt man sonst eigentlich nur, wenn einer der größten Acts des Genres eine neue Platte in der Pipeline hat. Schon mit der Ankündigung ihres neuen Bandalbums nach einer ganzen Reihe von Mixtapes und dem ersten Album „Young Rich Nation“ sorgte das Trio aus Atlanta für Aufsehen, so richtig durch die Decke ging es für Quavo, Offset und Takeoff allerdings erst dank ihres Auftritts in Childish Gambinos TV-Serie „Atlanta“ und dessen Belobigung der Drei als die „Beatles dieser Generation“ bei der in Empfangnahme eines seiner Grammy-Awards für die Show. Die Single „Bad and Boujee“ schoss direkt an die Spitze der genreübergreifenden Singlecharts und verzeichnet mittlerweile mehr als 100 Millionen Aufrufe auf YouTube sowie auf gängigen Streamingplattformen. Seit einigen Tagen steht nun auch endlich das Album in den Läden, kommt mit Gastauftritten von Lil Uzi Vert, Travis Scott, DJ Khaled und Gucci Mane. Wir haben das bis dato wohl größte Hip-Hop Release des jungen Jahres besprochen. 

Migos – „Cutlure“ kaufen

 

Das sag die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Peter: "Ganz sicher bin ich mir nicht, wie ich das neue Album der Migos finden soll. Ich brauchte mehrere Anläufe um den Wahnsinn, der da auf Platte passiert, am Stück durchhören zu können. So konnten mich die ersten Tracks nicht begeistern, die letzten fühle ich aber. Dies ist entweder den einzelnen Anspielstationen oder der Zeit, die es zum Aklimatisieren benötigt, geschuldet. Unter Strich eher ein Album für die Abendstunden unter der Sonne, als für eine Busfahrt im verschneiten Deutschland.“ - 6/10
  • 7/10
    David: "Migos brechen auch wieder mit "Culture" den konventionellen Sound. Die minimalistischen, reduzierten Beats und ihr eigener Flow und Gebrauch von Adlibs sind auf auf der einen Seite ziemlich interessant, aber auf der anderen Seite auf Dauer etwas anstrengend. Dennoch der ein oder andere Track mit Hitpotenzial dabei, wenn er nicht schon einer ist. Dass sie nicht nur durch ihren medialen Hype, da stehen wo sie heute sind - einer der prägendsten Rap-Gruppen der letzten Jahre - beweist hier ihr zweites Album.“ - 7/10
  • 9/10
    Freddy: "YRN in the room! DJ Khaled eröffnet das Northside-Kultur-Spektakel, welches abwechslungsreicher daherkommt, als ich dachte. Quavo, Takeoff und Offset sind momentan angesagt wie nie zuvor und so kann 'Culture' zu keinem passenderen Zeitpunkt auf der digitalen Ladentheke erscheinen. Der Weg dafür wurde im Vorfeld mit dem eindrucksvollen Stimmungsmacher 'Bad and Boujee' geebnet, gefolgt von reduzierteren Eindrücken des Afrika-Ausflugs in 'Call Casting' und dem unvergleichbaren icy-setting in 'T-Shirt' mit Stop-and-Start Flow to the fullest. In Sachen Flow-Variationen und Ad-lib-Kunst spielen zurzeit nur wenige mit dem Trio aus Georgia in einer Liga. Perfekt zum Swag matchende Features wurden mit Gucci Mane und 2 Chainz (nicer Vers-Einstieg) aus der Peach State-Hood gewählt, wozu sich noch die Ad-lib-Spezialisten Lil Uzi Vert (yah!) und Travi$ Scott (straight up!) gesellen. Die bunte Mischung aus Produzenten legt den lilanen Soundteppich dafür aus. Den richtigen Riecher für diese Melange kann man Migos auch nicht mehr absprechen. Einer meiner Favoriten ist definitiv das authentische 'What's The Price'. Und so geht's derzeit 'which way? dat way!' steil nach oben! Die drei sind eine sich perfekt ergänzende Einheit." - 9/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Nachdem es den bisherigen Releases immer etwas an Struktur mangelte und meist ein oder mehrere Hits umrahmt wurden, liefern die Migos mit 'Culture' ein sehr geschlossenes, von einem roten Faden durchzogenes Album. Die drei erzählen von Jugenderinnerungen, Street-Storys oder eben vom Feiern und wählen dafür einen sehr smoothen, aber beinahe schon eintönigen Beatteppich, der zwar keine großen Ausbrüche in Sachen Klangvielfalt bietet, allerdings an den richtigen Stellen mit pompösen Sounds und Wucht zu akzentuieren weiß. Rappen können die drei sowieso, auch wenn Takeoff und Offset sich erneut eher nach dem inoffiziellen Bandkopf Quavo richten. Schon verrückt, dass ihnen ausgerechnet mit dem Projekt mit dem wahrscheinlich geringsten Hit-Potential der größte Hit gelingt - aber sowas lässt sich nunmal einfach kaum kalkulieren. Mit Sicherheit ihr bis dato bestes Release, auch wenn es über die Stunde Laufzeit unter der größtenteils mangelnden Abwechslung und den sehr ähnlichen drei Charakteren leidet. Achja und ein kleines Sonderlob gibt es übrigens für das Beat-Tag von Zaythoven.“ - 8/10
  • 6/10
    Sara: "Puh... das Ding bei deren Rap-Stil ist einfach, dass nicht wirklich viel passiert. Zwei, drei Songs - ok. Aber auf Albumlänge ist mir das schlichtweg zu langweilig. Features wie Travis Scott, DJ Khaled und Gucci Mane geben 'Culture' den Pepp, den es auch nötig hat. Das wertet das ganze ein gutes Stück auf und macht es somit für mich zu einem Album, das ich ganz gut finde. Nicht mehr, aber auch nicht weniger.“ - 6/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Homogener Sound, Club-Hits inklusive. Denn Tracks wie 'T-Shirt', 'Bad and Boujee' oder 'Slippery', auf dem auch Gucci Mane zu überzeugen weiß, regen dazu an, das Tanzbein kreisen zu lassen. Für meinen Geschmack beinhaltet „Future“ teilweise zu viele Gesangseinlagen, jedoch ist dies auch prägend für den Sound von Migos. Das Trio hat auf jeden Fall das Fundament für kommende Aufgaben gelegt, die sich etwas verspielter präsentieren dürfen." - 7/10
  • 4/10
    Niels: "Ich tue mich irgendwie wahnsinnig schwer mit dem Album. Ich mag ja den Migos-Flow eigentlich sehr. Dennoch habe ich bereits nach wenigen Tracks den Faden verloren, wo ich mich auf dem Album befinde, was ich größtenteils den überwiegend unaufgeregten Beats der ersten zwei Drittel zuschreibe. Auch wenn es kein Geheimnis ist, dass das Trio durchaus das Zeug für richtige Hits hat, mag das auf dieser LP nicht so richtig gelingen, weshalb die Platte für mich zwar ein homogenes, wenn auch unspektakuläres Gesamtbild abgibt. Schade.“ - 4/10
  • 7/10
    Raphael: "Auf 'Culture' schlachten die Migos ihren Megahit ziemlich aus. Dürfen sie aber, es ist schließlich 'Bad and Boujee'. Und wenn das nicht den härtesten Boom Bap Head überzeugt, was dann? Kommt erstmal niemand dran vorbei. " - 7/10
  • 6/10
    Anna S.: "Es ist ein sehr begrenzter Soundrahmen, in dem sich die 13 Tracks bewegen – Leichte Drums und tiefe Bässe ziehen sich ebenso wie die stockende, Migos-repräsentative, Delivery durch das Album. Dementsprechend ist es ein rundes Werk, dem ich für meinen Geschmack aber nicht allzu viel abgewinnen kann. Beim Durchhören siegt die Monotonie, nur bei wenigen Tracks werde ich hellhörig – Darunter 'Slippery' und 'Get Right Witcha', die den ganzen Kosmos etwas aufbrechen." - 6/10
6.7/10

Kurzfassung

Überzeugen, aber auch eintönig fällt das neue Album der Migos aus. Mit „Culture“ präsentieren Quavo, Offset und Takeoff sich zwar als gute Rapper, können auf Albumlänge allerdings nicht jeden überzeugen.

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