Die Meinung der Redaktion zu „Casia“ von Miami Yacine

Einfach hatte es Miami Yacine mit seinem Debütalbum nicht. Denn wo übrige Rapper Jahre zum trainieren haben, Erfahrungen sammeln und sich von Release zu Release steigern können, gelang dem Dortmunder, was nur wenige schaffen. Der direkte Einstieg aus dem Untergrund in die Champions League der hiesigen Rap-Szene. Oder in Zahlen: Knapp ein Jahr brachten nahezu 100 Millionen Klicks auf eine der ersten Singles, den das KMN-Member ins Netz stellte, ein. Und was bringt höhere Anforderungen an das erste Album eines Künstlers mit sich, als der erfolgreichste Song eines Jahres im Rücken? Zumindest den Status eines One-Hit Wonders konnte Yacine bereits abwenden, das zweite Single-Gold trudelte schon für „Bon Voyage“ ein. Ob das Album nun mit den Anforderungen mithalten kann, haben wir besprochen. 

Miami Yacine – „Casia“ kaufen
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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Jakob: "Für mich ist 'Casia' eher eine Aneinanderreihung von Singles als ein richtiges Album. Diese klingen wie erwartet gut ausproduziert, aber jegliche Überraschungseffekte bleiben aus. Textlich ist es belanglos wie eh und je oder kurz gesagt: Der State of the Art des (erfolgreichen) deutschen Raps im Jahre 2017. An einigen Stellen erinnerte mich 'Casia' an richtigen Ghetto-Schlager. Am Ende für mich inhaltlich und musikalisch zu belanglos und vorhersehbar." - 5/10
  • 3/10
    Jonas: "Irgendwie hört sich jedes Lied gleich an, der Beat, der Text, die Stimme und der draufgelegte Effekt. 13 Mal das Selbe. Diese Monotonie ist nicht unbedingt schlecht, aber ziemlich langweilig. Guckt man sich dann die Klickzahlen von ihm an, so kommt man zu der Schlussfolgerung, dass seine Herangehensweise an die Musik scheinbar doch funktioniert. Aber ich bezweifele, dass er für seine Inhalte gefeiert wird, sondern halt mehr für den Vibe den er transportiert. Aber das ist in der heutigen Zeit völlig in Ordnung. Meinen Vibe hat er aber auf jeden Fall nicht gecatched. Irgendwelche Markennamen aufzählen, drüber reden dass man es geschafft hat oder andauernd Para und Cash zu erwähnen reicht mir nicht." - 3/10
  • 5/10
    Yannick W.: "Das Album ist in dem was es sein will zweifelsfrei gut. 'Casia' bildet – fast schon erwartungsgemäß – die Spitze aktueller Trendsounds, bedient sich bei vielem, das gut funktioniert und wirft es in einen Topf. Was dabei rauskommt ist allerdings nicht, wie man es vielleicht erwarten könnte, ein Durcheinander, sondern genau im Gegenteil. Das Album wirkt generisch, gerade wegen allem, was in den letzten 16 Monaten veröffentlicht wurde, ziemlich egal. Wer allerdings Musik zum feiern sucht, der wird hiermit glücklich, denn Hits kann der Mann wie kaum ein anderer. Strukturell zumindest passt diese Platte damit sehr gut in den aktuellen Abgesang auf das Format Album im Hip-Hop Mainstream. Ob das so gut ist, das müssen Zeit und kreativere Musiker zeigen. Denn langlebig ist Musik wie auf 'Casia' mit Sicherheit nicht." - 5/10
  • 6/10
    Josh: "Miami Yacine beweist, dass er eine wahre Hitmaschine ist. Nach dem unvergleichlichen Kokainahype lieferte Miami weiter Hits wie 'Bon Voyage' oder 'Rotterdamm'. Allerdings ist das leider auch alles, was das Album zu bieten hat: temporäre, austauschbare Hits. Es macht durchaus Spaß sich beim ersten Hören die Songs in eine Playlist zu packen, die am meisten knallen. Als Album jedoch hat 'Casia' nicht viel zu bieten. Nach dem ersten Mal durchhören, ist alles erzählt. Man entdeckt nichts neues und Miami Yacine erzählt leider auch nicht viel mehr über sich und seine Person außer, dass er sich durchdribbelt wie irgendein Fußballer, Kilos transportiert wie irgendein Dealer oder Schuhe von irgendeiner Marke trägt." - 6/10
  • 5/10
    Lukas G.: "Musikalisch ist das Album meiner Meinung nach ganz gut, auch wenn ich deutschen Rap mit Dancehall Elementen nicht mehr hören kann. Die Instrumentals sind gut produziert und Autotune wurde besser eingesetzt, als viele es in Deutschland machen. Leider kann ich dem Ganzen textlich nichts abgewinnen. Es geht von den altbekannten Straßengeschichten über „ich hab es von hier nach da geschafft“ bis zu Namedropping von Fußballern und Mafiabossen. Alles in allem für mich eher ein Album um nebenbei zu hören." - 5/10
  • 6/10
    Sabrina: "Mit 'Casia' liefert Miami Yacine sehr einfach Kost. Für mich zu einfach, um auf längere Sicht spannend zu bleiben. Die Tracks knüpfen nahtlos an 'Kokaina' an und liefern den ein oder anderen gut produzierten Ohrwurm. Wer auf Mehrwert setzt, sollte einen Bogen um 'Casia' machen. Wer Bock auf melodische Hooks und ignorante Parts hat, die am Ende durchweg gut klingen, kommt am neuen Album nicht vorbei." - 6/10
  • 5/10
    Niklas: "Miami Yacine schafft mit 'Casia' leider keine Überraschung. Zwar liefert der KMN-Member kein wirklich schlechtes Album ab, aber um den Stempel One-Hit-Wonder loszuwerden fehlt dem Debüt-Album Tiefe, Abwechslung und Hitpotential. Die Blaupause der Platte schien schnell klar gewesen zu sein und diese wird auf den 41 Minuten maximal für die minimal nachdenklichere, aber dennoch etwas plump wirkende Knast-Geschichte 'Weil ich muss' verlassen. Mit dem Themenfeld von Markenfetisch, Models und (Miet-)Wagen wird ebensowenig gebrochen, Fussball-Vergleiche und Verstöße gegen das BtMG geschenkt. Die Produktionen klingen nach dem gewohnten, französischen Afro-Trap aus klebriger Synthesizer-Melodie über 808-Bass oder Karibik-Rhythmus. Miami Yacine liefert mit seinem Album den endgültigen Beweis, dass diese eindimensionale Art von Rap eben nur Singlechart-tauglich ist." - 5/10
5/10

Kurzfassung

Zwar liefert Miami Yacine auf seinem ersten Album eingängige Songs, schafft es allerdings nicht, ein zusammenhängendes Album mit langer Halbwertszeit zu schaffen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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