Die Meinung der Redaktion zu Maxwells „Kohldampf“

Mit gerade einmal 24 Jahren konnte Maxwell, bis vor kurzem sogar noch ohne Solo-Release, bereits auf die erste Top 10 Platzierung, eine Echo-Nominierung und eine Platin-Single zurückblicken. Bessere Voraussetzungen für das Debütalbum kann ein Newcomer wohl kaum vorfinden, um jetzt erst richtig durchzustarten. Gleichermaßen geht ein Einstieg auf einem derart hohen Level immer mit einem gewissen Druck einher. Als erstes Solorelease im Hause 187 seit Gzuz Ebbe und Flut geht Maxwell mit Kohldampf an den Start. Dafür holt er sich neben Unterstützung aus der Gang, in Form von GzuzBonezSa4 und natürlich „Obststand-Kollabopartner LX, auch RAF Camora und New Toronto-Rapper Tory Lanez an seine Seite. Wir haben den Einstand auf Albumlänge besprochen.

Maxwell – „Kohldampf“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Peter: "Die Mitglieder der 187 Strassenbande zeichnen sich durch einen ähnlichen Humor, Beatgeschmack und Inhalte aus. So ist es wenig verwunderlich, dass 'Kohldampf' klingt wie ein Hybrid aus 'Palmen aus Plastik', 'High & Hungrig 2' oder eben 'Obststand.' Maxwells jugendliche Ansichten auf das Leben, das er beschreibt, verleiht seinem Debüt dennoch die dringende Abgrenzung von anderen Releasen der Bande um Bonez. So wirklich eigenständig klingt das Release des Hamburgers mit der schmatzenden Delivery damit nicht, muss aber auch nicht zwingend. 'EinsAchtSiebön'-Chöre funktionieren auch weiterhin sehr gut." - 7/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Nichts Innovatives, da hier der gewohnte 187-Sound geboten wird. Was aber nicht so negativ gemeint ist, wie es klingt. Denn erneut wird auf höchstem Niveau abgeliefert und eine gewisse Homogenität im Klang beibehalten. Vielleicht nicht ganz so melodisch wie andere Releases der Strassenbande, dafür feinster Auf-die-Fresse-Rap, der die Marschrichtung klar vorgibt: Ab nach vorne. Bemängele ich bei anderen Künstlern oftmals Eintönigkeit, und kreide fehlenden Mut an, mal etwas Neues zu probieren, so kann ich bei den Jungs aus Hamburg nur immer wieder klatschend Spalier stehen, wie sie mich jedes mal mit ihrer Musik abholen." - 8/10
  • 7/10
    Niko: "Gutes Album. Genau das, was ich erwarte. Atmosphärisch aus dem Herzen der 187 Strassenbande, thematisch auf der Straße zu Hause, mit genug Witz um zu entertainen. Und eine große Prise Hamburg macht es rund." - 7/10
  • 7/10
    Sara: "Dafür, dass ich nicht so der Straßenrap Typ und Fan bin, lief's mir tatsächlich ziemlich gut rein. Auf 'Kohldampf' sind schon eine dope Sachen und auch der ein oder andere krasse Banger. 'Stress mit mir' und '1ne Million' gehören meiner Meinung nach dazu. Maxwell und die 187erz im Allgemeinen sind vielleicht nicht jedermanns Kost und das wollen sie auch gar nicht sein. Ich, als jemand, der nicht explizit Fan ist, finde Maxwells Delivery auf Albumlänge ein bisschen zu erdrückend – er hat nun mal 'ne sehr wuchtige Stimme. Aber das muss absolut nichts schlechtes heißen. Ich sage mal so: An meinem persönlichen Geschmack geht es stellenweise weit vorbei, aber objektiv betrachtet hat Maxwell schon abgeliefert und die Fans werden zufrieden sein." - 7/10
  • 6/10
    Anna S.: "Das Ganze fängt ziemlich stark an. Typischer 187er-Charakter, sehr kraftvoll. Das Tempo kann allerdings nicht beibehalten werden - Mir ist die Soundkulisse etwas zu breit aufgestellt, wodurch das Ganze den anfänglichen roten Faden verliert." - 6/10
  • 7/10
    Lukas: "Die Energie, die auf jeder 187 Platte vor allem von Maxwell zu finden ist, sticht hier auch wieder klar hervor. Trotzdem wirkt er im Gegensatz zu den bisherigen Platten auf seinem Solo-Debüt weiterentwickelter. Die Mischung der verschiedenen Stile bringt Abwechslung rein, aber macht es trotzdem nicht anstrengend. Textlich und thematisch ist natürlich nicht viel anders als bisher, aber das ist auch gut so. Definitiv ein unterhaltsames Album, das man gut hören kann. Für das Tory Lanez Feature gibt es von mir sowieso einen fetten Pluspunkt." - 7/10
  • 8/10
    Shana: "Ich war echt super gespannt, was Maxwell auf seinem Solodebüt so abliefern würde. Technisch und inhaltlich habe ich nichts auszusetzen, jedoch haben die Produktionen für meinen Geschmack stellenweise zu starke Pop-Einflüsse. Auch darauf funktioniert Maxwell wunderbar, allerdings hätte er auf härteren Beats vermutlich sogar noch ein klein wenig mehr glänzen können. Auch das Tory Lanez Feature passt nicht so richtig ins Bild, vor allem, wenn man bedenkt, wie klein die Strassenbande ihren Kreis sonst hält. Aber auch das schmälert den Gesamteindruck nur minimal. 'Kohldampf' reiht sich in nahtlos in die bisherige 187-Diskografie ein und macht auf jeden Fall Hunger auf mehr." - 8/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Auf seinem Debüt macht Maxwell so gut wie gar nichts falsch. Durch das Festhalten am altbekannten Sound der Strassenbande geht er einer Übersättigung des 'Palmen aus Plastik'-Hypes aus dem Weg, ohne diese Rhythmen komplett unter den Teppich zu kehren. An dieser Stelle hat auch Jambeatz sich wieder ein Lob verdient, der Maxwell die Hürde 'Debütalbum' um einiges leichter nehmen lässt. Lediglich das vollkommen aus dem Rahmen fallende Tory Lanez Feature, so schön es sich auch lesen mag, stört im insgesamt sehr drückenden, dichten Vibe. 'Kohldampf' versucht sich nicht im Experimentieren und erfüllt so genau die Erwartungen, die an diese Platte gestellt wurden – 187 halt. Nun wird es langsam aber sicher zur Aufgabe für die Jungs, ein gesundes Maß an Output für sich zu finden, ohne die allgemeine Wahrnehmung durch ihre Omnipräsenz zum Kippen zu bringen – denn das hätten sie nicht verdient." - 7/10
  • 7/10
    Cedric: "Mit seinem ersten Soloalbum beweist Maxwell, dass er auch alleine ein ganzes Projekt stemmen kann. Mir gefallen hierbei vor allem die Ausflüge in Richtung der Westcoast ('PLZ', '1ne Million'). Das kommt vor allem daher, dass er auf diesen Liedern einen eigenen Stil zeigt. Der Rest des Albums erinnert an den typischen 187 Stil. Auch hier ist Maxwell gewohnt stark, nur wünsche ich mir persönlich für zukünftige Alben einen noch eigeneren Stil. So ist 'Kohldampf' ein durchaus rundes Album, dem es noch an der ein oder anderen Stelle an wirklich persönlichen Zeilen und einem eigenen Stil mangelt, was aber auf einem Solodebüt vollkommen okay geht." - 7/10
7.1/10

Kurzfassung

Trotz hohem Erwartungsdruck gelingt Maxwell das erste Album über weite Strecken sehr gut. Auch wenn man Experimente oder einen gänzlich eigenen Sound auf „Kohldampf“ vergebens sucht, kann der Hamburger in bekannter 187-Manier gut unterhalten.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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