Die Meinung der Redaktion zu „Autismus x Autotune“ von Mauli

Dissen für Promo ist jeher eins der bewährtesten Mittel im Rap-Geschäft. Wirklich vorwerfen kann man Mauli diese Strategie trotzdem nicht. Auch wenn das Debütalbum „Spielverderber“ – eine passendere Ansage an die Szene hätte man kaum in einem Wort finden können – vor Name-Dropping nur so strotzt, war es dann doch eher Dissen aus Leidenschaft. Auf dem zweiten Langspieler, für den man immerhin zweieinhalb Jahre Geduld mitbringen musste, hat der junge Berliner aber irgendwie schon genug vom selbsterschaffenen Frechdachs-Status, schießt sich nicht mehr auf einzelne Konkurrenten ein, sondern teilt gleich gegen die Szene und Hörerschaft aus, lässt aber auch viel biografisches durchschimmern. Produziert wurden alle 13 Tracks nicht wie beim Vorgänger von Crew-Buddy Morten, sondern vom Teilzeit-Maskenträger selbst, Features gibt’s auch keine. Wir haben „Autismus x Autotune“ besprochen.

Mauli – „Autismus x Autotune“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Josephine: "Erstmal Shout Out an Mauli, dass er das komplette Album auch selbst produziert hat. Leider trifft die Platte aber im Gesamten nicht unbedingt meinen Geschmack. Natürlich sind gute Beats dabei, aber nach drei ähnlichen Songs war klar, was der Rest bereit hält. Zu Dirty Maulwurf Zeiten fand ich seine Musik fresher!" - 5/10
  • 8/10
    Jakob: "Durchaus anders, weil stellenweise recht persönlich und erwachsen, aber der freche, die Rapwelt kritisierende Mauli kommt auch noch zum Vorschein, ohne diesmal Namedropping zu betreiben. Dazu auch gut wie authentisch produziert, wenn auch manchmal etwas monoton. Trotzdem ein gutes Album." - 8/10
  • 7/10
    Peter: "Weniger Namedropping, mehr Emotionen. Damit trifft Mauli meinen Geschmack. Vor allem die zweite Hälfte des Release, die, nachdem auf den ersten Tracks gegen Instagramblogger und vergleichbare schießt, die sentimentaleren Facetten des Nordberliners zeigt, hebt dieses Album von Vorgänger 'Spielverderber' ab." - 7/10
  • 6/10
    Niklas: "Ein wirklich interessantes Album mit durchaus innovativem Sound. Mauli beweist Gespür für Melodien trotz der kalten und minimalistischen Delivery. Die Platte liefert einen entschleunigten und aufgeräumten Trap-Entwurf, was Trap anno 2018 auch dringend nötig hat. Mit 'Autismus & Autotune' findet Mauli einen wirklich passenden Sound zu seiner Attitüde. 'Klepto' fügt der Platte zudem noch einen Hauch von Hit zu." - 6/10
  • 9/10
    Jonas: "Bisher hat mir das künstlerische Schaffen von Mauli in keinerlei Hinsicht gefallen. Aber sowohl seine Haltung, Einstellung, Lyrics und der Sound auf dem neuen Album gefallen mir unfassbar gut. Ein bisschen habe ich gebraucht um mich darauf einlassen zu können, aber mittlerweile berührt mich jeder einzelne Song. Eines der besten Releases der letzten Monate." - 9/10
  • 5/10
    Alexios: "So sehr ich ihn als Typ eigentlich mag, finde ich das Album nicht besonders spannend. Das Allheilmittel Autotune wird mir, wie auf generell vielen Platten, zu sehr ausgereizt. Am Ende bereitet es einem mehr Kopfschmerzen als das es irgendein Gefühl vermittelt. Rapper sollten Autotune einfach gezielter verwenden und nicht wie ein Instagram-Filter auf jede Vocalspur legen." - 5/10
  • 6/10
    Kevin A.: "Das Gesamtkonzept geht auf, dadurch das sich ein harmonischer roter Faden durch das Klangbild des Albums zieht und Mauli so zeigt, dass ein Release als komplettierter Langspieler kein veraltetes Konzept darstellt. Dank dem Zusammenspiel der Tracks wie mit dem melodischen Einstieg „Sturm” und dem heitereren Abschluss 'Geheimrezept' wird , ergänzt durch den Autotune versehenden Rap, das Ganze abgerundet. Trotz dieser Funktionalität weißt die Scheibe dennoch Schwächen auf, welche die Zugänglichkeit erheblich erschweren." - 6/10
  • 9/10
    Josh: "Erst war ich traurig, dass der freche 20-Jährige nicht mehr da ist. Doch je öfter ich 'Autismus x Autotune' (10/10 für den Titel!) gehört habe, desto besser wurde es. Das transportierte infantile Weltbild aus bösen grauen Männern, Robin Hood und der Ablehnung aller Konventionen, holt mich komplett ab." - 9/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Das, was Mauli auf dem Vorgänger ausgemacht hat – seine Bissigkeit – geht auf dem Nachfolger nahezu flöten. 'Der Sturm' als Ansage an die Berlin-Instagram-Konsum-Kultur eröffnet die Platte beinahe zahnlos. Die Stärke von 'Autismus x Autotune' liegt nie in Representern, sondern in den in der zweiten Hälfte sichtbarer eingeflochtenen Charakterzügen. Mehr davon! Besonders heraus stechen außerdem die NDW-artigen Toplines auf 'Klepto' und 'Licht' (Hit!)." - 6/10
6.8/10

Kurzfassung

Lange waren wir uns nicht so uneinig. Die inhaltliche Öffnung zum Debüt überzeugt nicht alle, auch die sich bereits im Albumtitel niederschlagende Überdosierung von Autotune stoßen an. Trotzdem schafft Mauli es auf „Autismus x Autotune“ mit einem sarkastischen Auftreten und einer starken, kohärenten und melodiösen Produktion zu punkten.

 

 

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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