Die Meinung der Redaktion zu „1982“ von Marteria und Casper

Viel Geduld mussten Fans mitbringen, bis dieses Album fertig war. Fast zehn Jahre sogar. Die Lösung im Umgang mit dem unbezwingbaren Spannungsbogen wurde von Casper und Marteria so simpel wie effektiv gelöst wie es nur eben ging: Man stampft die Erwartungen mit einem Feel Good Representer aus der Feder von zwei der scheugängigsten Deutschrap-Songwriter der letzten Jahre in den Boden. Zehn Songs bündelt die LP, die nach dem gemeinsamen Geburtsjahr betitelt wurde nur, lediglich zwei dezente Gesangsfeatures von Monchi Fromm und Kat Frankie tauchen auf. Ganz ohne Konzept kann das Duo dann aber doch nicht, die Steilvorlage des geteilten Alters muss schließlich genutzt werden. Und so hangeln sich Cas und Mar an den verschiedenen Stationen ihrer Leben entlang, betrachten aus West- und Ost-Perspektive. Wir haben „1982“ besprochen.

Marteria & Casper – „1982“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Josephine: "Neue Releases von Marteria sind für mich persönlich immer Herzensangelegenheiten und schon im Voraus eigentlich unhatebar. Großer Fan von Casper war ich zwar noch nie, aber dass die Kombi Cas und Mar funktioniert weiß man spätestens seit 'Alles Verboten'. Die beiden außergewöhnlichen Stimmen verbindet viel mehr als nur das Geburtsjahr und harmonieren deswegen auch so perfekt. Das Album bietet ganz schön viele Ohrwürmer, erzählt gute Geschichten und ist von der Länge ideal. War mir alles in allem aber n' Tucken zu poppig." - 7/10
  • 8/10
    Laura: "Cas und Ma – Dass die Beiden gut harmonieren hat man schon bei 'Rock’n’Roll' erahnen können. Ich hatte auf jeden Fall ziemlich hohe Erwartungen an dieses Release, welche aber auch erfüllt wurden. '1982' ist mittlerweile auch eines meiner Lieblings Kollaboalben geworden. Marteria und Casper blicken auf ihre Vergangenheit und ihre bisherigen Errungenschaften zurück und lassen die Nostalgie wieder aufleben. Das Prinzip hat man zwar bereits schon bei Sido und Kool Savas gesehen es bietet sich hier aber an, da die beiden so viele Parallelen in ihren Lebensläufen aufweisen." - 8/10
  • 7/10
    Kira: "Eins der meist gehyptesten Alben in 2018. An sich ist die Kombi zwischen Marten und Cas natürlich passend. Die beiden teilen dazu noch einen ähnlichen Werdegang und beschließen ein gemeinsames Album zu machen. Die erzählte „Geschichte“ ist gut und bietet alla Marteria und Casper, wie man sie kennt, pures Identifikationspotential. Die Beats sind sehr facettenreich und kommen mal Casper, mal Marteria gelegener, die beiden zusammen auf einen Beat gleich gut zu kombinieren funktioniert dafür nicht immer so gut. Ich hätte mir persönlich noch das ein oder andere Rap-Feature gewünscht, um nicht jeden Song als potentiellen Radio-Hit oder 'Boah, sind die Mainstream/poppig/ etc.' abstempeln zu können, aber ein schön rundes Album, was man auch zu den Tops in diesem Jahr zählen kann." - 7/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Angenehm, mal beide ohne den verkopften Rahmen zu hören, den sie sich mit jeder LP selbst schaffen – so sehr ich die auch schätze. Durch diese Abseitsstellung in den Diskographien Beider wird mit'1982' den Erwartungen an eine Zusammenarbeit doch irgendwie erreicht. 'Adrenalin' bleibt einziger Skip-Track, die Gäste hätten besser nicht gewählt werden können. Besonders bemerkenswert: Zum zweiten Mal stiehlt Blvth als Newcomer den dekorierten Produzententeams die Show auf einer Casper-Platte." - 8/10
  • 6/10
    Josh: "Ein solches unbeschwertes, mixtapeartiges Release hätte ich mir jeweils Solo von beiden gewünscht. Für das lang ersehnte, stets im Raum gestandende riesige Kollaboalbum, hatte ich andere Bilder im Kopf. Ich dachte mehr an 'Watch The Throne' als an 'What A Time To Be Alive'. Mehr Wirbel, weniger Understatement. So bleiben neun ganz coole, aber kurzweilige Songs, plus das peinliche "Adrenalin". Fazit: Ganz cool, aber nicht wie erhofft." - 6/10
  • 8/10
    Alexios: "Meine Erwartungen waren sehr niedrig, weil mich die letzten Soloalben von Beiden nicht überzeugt haben. Die Singles haben auch nicht so wirklich geflasht, doch dann habe ich mir die Platte in der Nacht von Donnerstag auf Freitag am Releaseday gegeben und ich wurde stark überrascht. Geiles Intro und plötzlich macht mir auch 'Champion Sound' Spaß, ganz geschweige von 'Willkommen in der Vorstadt' der nach dem Intro mein Highlight des Albums ist. Einzig 'Chardonnay & Purple Haze' sowie 'Adrenalin' gefallen mir nicht so wirklich, da es zu sehr dem Zeitgeist angebiedert ist und für mich mit den beiden nicht funktioniert. Beide haben aber das Beste aus dem Album rausgeholt. Hut ab! PS: Casper ohne Riesen Konzept im Hinterkopf rappen zu hören ist sehr erfrischend. Sollte er öfters machen!" - 8/10
  • 7/10
    Niklas: "Das Album in seiner Gesamtheit hat mich im Vergleich zu den Singles wirklich positiv überrascht. Es macht Spaß vor allem Casper mal wieder so befreit rappen zu hören. Der rote Faden macht sehr viel Sinn, sticht in das Narrativ rein, für welches Casper und Marteria seit Beginn ihrer Karrieren stehen und bietet natürlich wieder viel Identifikationspotenzial für die Fans. Dass die Beiden nicht für das alles zerstörende Über-Album gegangen sind, war eine gute Entscheidung. Einzig 'Adrenalin' ist ein Totalausfall." - 7/10
  • 8/10
    Jonas: "Nach den ersten Singles hatte ich Angst, dass ein nächstes unfassbar unbedeutendes und nichts aussagendes Album zweier Deutschrapgrößen auf uns zukommt. Zum Release haben mich dann aber nahezu alle Tracks, welche im Vorfeld nicht veröffentlicht wurden, überzeugt. Eine gute Kollabo sollte nicht nur Spaß machen, sondern auch völlig neue Facetten der jeweiligen Künstler zum Vorschein bringen. Und genau das machen Casper und Marteria auf dieser Platte. Auf der einen Seite glänzen sie durch ihre altgewohnte Souveränität, auf der andere präsentieren sie sich so, wie ich es nicht von ihnen gewohnt bin. Bei '1982' handelt es sich in meinen Augen um das beste deutsche Kollaboalbum der letzten Jahre und wird mit Sicherheit nicht so schnell in Vergessenheit geraten." - 8/10
  • 9/10
    Kevin W.: "Ich sagte es bereits und tue es wieder: dieses Album umarmt und zerreißt dich zugleich. Die Mischung einer feinen Produktion, bestehend aus einem Tropfen 'State Of The Art', fallend auf heiße Beat-Nostalgie, werden dem Anspruch eines Kollabo-Albums der beiden voll und ganz gerecht. Abgerundet durch eine Erzählung intimster Momente, bekommt man hier einen Happen Deutschrap-Geschichte in Albumform serviert. Ein nicht makelloser Gewinn!" - 9/10
  • 8/10
    Daniel: "Marteria und Casper harmonieren perfekt miteinander. Auf der musikalischen Seite und wie es wirkt auch auf der menschlichen Seite klappt das alles so gut, dass man sich fragt warum es nicht früher zu einem Album des Duos kam. Mit zehn Tracks ist '1982' zwar schon eher kurz, aber dadurch kommt auch nie das Gefühl von Langeweile oder eines unnötigen Songs auf. Inhaltlich zieht sich die Wehmütigkeit wie ein roter Faden durch das Album, während es soundtechnisch überhaupt nicht in die Richtung geht, was vor allem an der Produktion liegt. Trotzdem gibt es nicht wirklich große Überraschungen, was wohl an der extrem hohen Erwartung liegt." - 8/10
  • 9/10
    Yannick H.: "Ob Bushido und Sido, Hafti und Xatar oder KC Rebell und Summer Cem – wann immer in jüngerer Vergangenheit Kollaboalben von deutschen Rappern veröffentlich wurden, dauerte es nicht lang, bis  diese Werke mit dem amerikanischem Pendant 'Watch the Throne' verglichen wurden. Nun sind also Marteria und Casper an der Reihe. Um es vorwegzunehmen: der Vergleich mit den Genre-Größen Jigga und Yeezy hinkt weiterhin, kommt dem Ideal aber am nächsten. Denn der Mar und der Cas besinnen sich auf die Stärken, die sie bereits vor dem großen Hype ausmachten: Delivery, Flow und Storytelling at its best. Geschickt spielen sich die beiden auf '1982' die Bälle zu, nehmen den Hörer mit auf ihre z.T. ähnlich verlaufenden Karrieren und wissen gekonnt zwischen Selbstbeweihräucherung und der nötigen Portion Dankbarkeit zu variieren. So hat ein Kollaboprojekt zu klingen!"  - 9/10
  • 8/10
    Lèon: "1982 kommt überraschend erfrischend. Zwischen den Zehn Tracks findet sich nicht ein Lückenfüller wieder, auch wenn ich „Adrenalin”, trotz oder genau wegen der enormen Energie, nicht ganz verstehen will. Zwischen bildhaften Erzählungen, welche schnell in Phrasen münden könnten, dies aber nicht tun, spürt man, dass die Beiden Bock auf das Album und Spaß bei der Entstehung hatten. Das ganze ist nicht zu durchdacht und versprüht daher eine eher lockere Attitüde, was die Platte nicht zu verkrampft wirken lässt. Was noch erwähnenswert wäre: Die starke Performance von Monchi, der perfekt auf „Absturz” passt." - 8/10
7.8/10

Summary

„1982“ ist eine gelungene Karriere-Verschnaufpause und -Reflexion, die durch den lockeren Charme anstelle von Bombast punkten kann.

Sag uns deine Meinung. "1982" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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