Die Meinung der Redaktion zu Majoes “Auge des Tigers”

Zwar immer von einer Menge Kritik begleitet, konnte Banger Musik Künstler Majoe in den letzten Jahren große Erfolge einfahren. Gestartet als Duo mit Duisburger Jugendfreund Jasko kamen sie im Jahr 2012 als erste Signings bei Farid Bangs Label unter. Zwei Jahre und Kollaboalben später machte er sich auf, also Solomusiker durchzustarten – mit Erfolg. Das Debüt „Breiter als der Türsteher“ steigt auf Anhieb auf Platz 1 der Charts ein, der ein Jahr später erscheinende direkte Nachfolger tut es dem Solodebüt gleich. Für die dritte LP ließ sich der Duisburger nun rund eineinhalb Jahre Zeit. Gemeinsam mit Produzenten wie Joznez, Johnny ILLstrument oder Juh-Dee stellte er „Auge des Tigers“ auf die Beine. Unterstützung gibt es dabei unter anderem von Banger Musik-Kollegen Summer Cem, KC Rebell und Farid Bang, sowie MoTrip, Kurdo und Sänger Philippe Heitheir. Wir haben das Album besprochen.

Majoe – “Auge des Tigers” kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Anna S.: "Thematisch sehr breit aufgestellt – Mal persönlicher, mal oberflächlicher. Attribute wie Karriere und Erfolg scheinen dabei den roten Faden des Albums zu bilden. Im typischen Banger-Stil liegt die Stärke definitiv in der ausgefeilten Produktion. Das Ganze wirkt recht durchgeplant, stößt vermutlich bei Fans dieses Stils aber gerade wegen der nahtlosen Übergänge, sowohl inhaltlich, als auch beattechnisch, auf freudiges Hören. Meinen Geschmack trifft das Endprodukt allerdings nicht, da mir die Lyrics zu schlicht sind – Es fehlen einfach ein paar Ecken und Kanten. Mit 'Blind' gibt es zumindest einen Track, der aus dem Gesamtkonzept heraus bricht und eine interessante Richtung einschlägt" - 6/10
  • 5/10
    Yannick W: "Naja, Innovation geht anders. Beinahe alles, was auf 'Auge des Tigers' passiert, hat man irgendwo schon mal gehört. Aufgrund der handwerklich nahezu makellosen Produktion seines Team entsteht so ein akzeptables und kurzweiliges Streetrap-Album, das an den Stellen, an denen es versucht, mehr zu sein, zwar gute Ansätze aufweist, diese allerdings am Ende zu inkonsequent verfolgt. Bestes Beispiel dafür ist 'Narben' mit MoTrip, auf dem Majoe seine Herkunft und den Werdegang als Flüchtlingskind aufarbeitet. Per se interessant, verliert sich der Song durch einen Kitsch-Beat und plumpe Phrasen, die jedes Mal auftauchen, wenn Majoe versucht Tiefgang zu erzeugen. Da machen einfache Bretter a la 'MA' oder der Clubsong 'Lass uns gehen', der mit einigen Schmunzlern aufwarten kann, schon mehr richtig, können sich aber eben auch nicht vom Mittelmaß abheben. Die nächste Eins und den Erfolg gönn’ ich ihm schon wegen der Person dahinter, die Musik bleibt allerdings auch auf Album Nummer Drei zu schablonenhaft.“ - 5/10
  • 6/10
    Niels: "Für seine ersten beiden LPs musste Majoe ja bereits jede Menge Kritik einstecken, der ich zu einem großen Teil auch zugestimmt habe. Zu sehr wirkten die 'BADT'-Teile für mich nach dem Baukastenprinzip konzipiert. Zu wenig eigene Note hatten meiner Meinung nach die zwei Releases. Meine Erwartungen waren also zugegeben nicht die größten, auch der pathetische Titel 'Auge des Tigers' trug hierzu nicht gerade seinen Teil bei. Dennoch muss man klar sagen, dass zuvor Kritisiertes auf die neue Platte nur bedingt zutrifft und eine Steigerung auch textlich festzustellen ist. Auch wenn Majoe auf Tracks wie 'Wenn die Sonne aufgeht' mir immer noch zu sehr ins Kitschig-Unangenehme abdriftet, überzeugen mich hier deutlich mehr Songs als auf den Vorgängern. Hierbei handelt es sich in der Regel um die düsteren Tracks wie 'MA' oder 'Draußen', aber auch 'Lass uns gehen' mit KC." - 6/10
  • 5/10
    Cedric: "Das Auge des Tigers erinnert mich an einen Kuchen von Coppenrath und Wiese. Es ist handwerklich einwandfrei gemacht und auch der Geschmack ist so abgestimmt, dass man es genießen kann. Wenn man dann aber an den Kuchen von zuhause denkt, vermisst man ein bisschen diese kleinen Fehler und Eigenarten, die es so besonders machten. Die Erdbeeren schmeckten nach Erdbeeren, auch wenn sie sauer waren, der Teig war teilweise zu dick, aber vielleicht war das genau das, was es besonders machte. Nun kaufe ich diesen Coppenrath Kuchen und weiß, dass es mir wohl meinen Appetit stillen wird, aber ich werde mich trotzdem nach dem Tag sehnen an dem ich wieder einen handgemachte Kuchen mit all seinen Eigenheiten esse." - 5/10
  • 6/10
    Peter: "Dank überdurchschnittlichen Produktionen, die alle einen Hang zum Pop haben, geht Majoes neues Album stellenweise gut ins Ohr. Auf fast 80 Minuten inklusive Bonustracks berappt Majoes seinen Werdegang, Lifestyle, Familien- und Liebesleben. Kann ich noch nachvollziehen, dass in seinen Texten viele Anspielungen auf seine Aufenthalte in der Mukkiebude sind, hätte er sich meiner Meinung nach die meisten Songs mit gesungener Hook sparen können. Außerdem klingt seine Stimme stellenweise sehr dünn für jemanden, der 'breiter als der Türsteher' ist. Das fällt vor allem auf seinen Tracks auf, welche er zusammen mit KC oder Summer Cem aufnahm. Jedoch ist es das Release von ihm mit dem bis jetzt am meisten Anfangen kann.“ - 6/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Wie schon bei 'Breiter als 2 Türsteher' bin ich auch hier positiv überrascht worden. Man hört den musikalischen Entwicklungsprozess Majoes heraus, der sich viel souveräner als noch zu seinen Anfangszeiten präsentiert. Vor allem thematisch hat sich das Banger Musik-Signing eine Vielfalt angeeignet, die sich fernab der sportlichen Betätigung im Gym bewegt. Majoe zeigt seine nachdenkliche Seite, ohne dabei in den Kitsch abzudriften (dieser wird nur ein wenig in den Zusammenarbeiten mit Phillipe Heithier bedient) und blickt auf seinen Karriereverlauf zurück. Soundtechnisch finden sich sowohl scheppernde als auch eher andächtig klingende Beats auf dem dritten Soloalbum Majoes wieder, die für eine gesunde Mischung sorgen." - 8/10
  • 6/10
    Sara: "Majoe hat eine starke und hörbare Entwicklung hingelegt. Mit 'Auge des Tigers' liefert er meiner Meinung nach sein bisher bestes Werk und hat sich in Punkten wie Flow und Energie deutlich gesteigert. Die Zielgruppe scheint die breite Masse, was nicht unbedingt was schlechtes heißen muss. Zwar ist es dadurch weniger eigen, aber es funktioniert und findet Abnehmer. Warum also nicht? Fakt ist, er wird immer besser und dafür gibt’s Props.“ - 6/10
  • 6/10
    David: "Ich bin eigentlich überhaupt kein Fan von Majoe. Seine Alben wirken für mich alle viel zu konstruiert und für die Massentauglichkeit ausgelegt. Das merkt man auch wieder bei seinem aktuellen Album "Auge des Tigers". Für jede Zielgruppe ein maßgeschneideter Track. Aber - musikalisch hat sich Majoe drastisch gesteigert. Man merkt, dass er sich dieses Mal viel mehr mit seiner Musik beschäftigt hat, als davor. Hut ab. Seine musikalische Weiterentwicklung ist für mich ein großer Pluspunk, die Musik an sich leider nicht so richtig." - 6/10
6/10

Kurzfassung

Auf seinem dritten Album kann Majoe sich musikalisch weiterentwickeln und überaus vielseitig präsentieren. Auch die durchweg guten Produktionen tragen entscheidend dazu bei. Alle kann er mit “Auge des Tigers” dennoch nicht überzeugen, stellenweise wirkt das Album auf einige zu uninnovativ.

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