Die Meinung der Redaktion zu „Eiskalt“ von Luciano

Brachte das Jahr 2016 noch Hits von zu dieser Zeit beinahe gänzlich unbeschriebenen Blättern, die sich schnell als Kickstarter herauskristallisierten, folgte in 2017 ein Jahr der Debütalben. Mit Luciano findet sich sogar ein besonders fleißiger Sprössling Berlins. Denn nach der Durchbruch-EP „12812“, die gerade einmal ein Jahr auf dem Buckel hat, folgte das erste Solomixtape im Frühjahr, der Major-Deal im Sommer und nun auch das Debütalbum. Die erste LP des Hauptstädters mit der charakteristisch tiefen Stimme hört auf den Titel „Eiskalt“ und fährt ausschlißelich Features vom „12812“– und Locosquad-Partner Nikky Santoro sowie Gzuz auf.  Wir haben uns das erste Album zur Brust genommen. 

Luciano – „Eiskalt“ kaufen
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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Josh: "Es fällt mir sehr schwer dieses Album zu bewerten. 'Wir' beschweren uns immer, dass ein Album keinen roten Faden hat – 'Eiskalt' hat einen. 'Wir' beschweren uns immer, dass ein Künstler keine Alleinstellungsmerkmale hat – Luciano hat welche. Dennoch will mir das Album nicht wirklich zusagen. Luciano ist wie z.B. auch die Jungs von der KMN-Gang einfach nicht für Alben gemacht. Singles scheppern, Mixtapes gehen klar, aber auf Albumlänge fehlt mir was. Ich habe nach dem Hören nicht wirklich das Gefühl, etwas über Luciano zu wissen oder einen Mehrwert aus der Platte gezogen zu haben. Mag altmodisch klingen, aber 'Album' ist eben immer noch etwas anderes als 'Mixtape'." - 5/10
  • 6/10
    Jakob: "Obwohl ich nach wie vor großes Potenzial und Talent in Luciano sehe, ist das Debütalbum eher ein schritt in die falsche Richtung. Zwar sprießen die Banger nach wie vor vor unglaublicher Energie, auch die Flows können wie immer überzeugen, doch die ruhigeren Parts des Albums, in denen ich mir etwas inhaltlichen Tiefgang gewünscht hätte, machen zu wenig her. Zu schematisch, zu unpersönlich erscheinen sie mir. Am Ende wieder ein wenig enttäuschend, da ich denke, dass da nach wie vor viel, viel mehr geht. Die Hoffnung aufgegeben habe ich aber noch nicht." - 6/10
  • 4/10
    Jonas: "Ein Album, das sehr gut in den momentanen Zeitgeist passt. Aber genau deswegen spricht es mich gar nicht an. Inhaltlich und technisch ist das alles irgendwie ziemlich austauschbar und könnte auch auf irgendeinem anderen Album stattgefunden haben, welches dieses Jahr rauskam. Der Sound geht gut ins Ohr, aber auch nur weil man ihn schon 20 Mal gehört hat." - 4/10
  • 7/10
    Marvin: "Gemäß dem Motto 'Flex Flex Flex' bin ich in Lucianos Debütalbum eingestiegen und habe die Fortsetzung des ersten Filmes 'Direkt von der Straße in dein Ohr' erwartet. Das ist auch genau so eingetroffen: Die Texte sind hart, der Wortschatz ist klein. Nur ist plötzlich Gzuz mit dabei. Allerdings: An vielen Stellen lässt sich deutlich mehr Varianz erkennen, als das beim Mixtape noch der Fall war. Das heißt für mich, dass er zwischen 'Negro' und 'Flex' noch seine Linie finden muss, aber auf dem richtigen Weg dahin ist." - 7/10
  • 6/10
    Sabrina: "Mit 'Eiskalt' schafft Luciano ein akzeptables Debüt-Album in Form von zwölf klassischen Straßenrap-Tracks bestehend aus düsteren Trap-Beats und Geschichten aus dem Leben eines Hustlers. Alle Songs sind meiner Meinung nach hörbar und er scheint nichts Konkretes falsch zu machen, hebt sich mit dem Release aber auch nicht aus der Masse hervor." - 6/10
  • 4/10
    Yannick W.: "Das kann jetzt romantisiert klingen, doch noch verbinde ich mit einem Debütalbum eine gewisse Eigenheit, gerade bei einem bereits durch Hits relativ gesettleten Künstler wie Luciano. Und die Ausgangslage ist keine schlechte, der Flow, die Stimme und die bereits jetzt schon sehr definierte Attitüde versprachen ziemlich viel für den LP-Einstand. Am Ende bleibt allerdings ziemlich wenig dessen, was es hätte werden können. Denn 'Eiskalt' bietet zwar einen hungrigen Luciano, ansonsten allerdings nur einen Querschnitt der Jahrestrends, natürlich auch inklusive des obligatorischen Karibik-Sound-Ausflugs. Und damit fährt man – gerade im Spätherbst – sicher und lukrativ, aber eben auch gänzlich vorhersehbar. Es wäre sicher deutlich mehr drin gewesen als das Wechselspiel aus einprägsamen Repititions-Hooks und düsteren Street-Storys." - 4/10
  • 5/10
    Niklas: "Luciano schafft es mit 'Eiskalt' nicht, die Erwartungen an sein Debüt zu erfüllen. Zu eintönig, zu konzipiert wirkt das Album, sodass auf den nur knapp über 30 Minuten Spielzeit schon ein Sättigungsgefühl ob der fast identischen Strukturen und Inhalte der Songs einsetzt. Vor allem die nach französischem Vorbild angesungenen, repetitiven Hooks - und teilweise auch Parts - ähneln sich stark und kombinieren sich lediglich mit ebenfalls gleichkommenden, klassisch bissigen Straßen-Refrains. Zur Eintönigkeit gesellt sich in manchen Fällen, wie beispielsweise auf 'Jeden Tag' zudem das Gefühl, dass die gesungenen Parts eher schief und lustlos klingen. Zwar ist die Platte nicht wirklich schlecht gemacht, jedoch klingt sie an vielen Stellen eher nach gleichgültig hingerotztem Drittwerk als nach einem hungrigen Debüt." - 5/10
5.3/10

Kurzfassung

Auch wenn die Zeichen für Luciano gut stehen, das volle Potential nutzt er unserer Meinung nach auf seiner ersten LP nicht aus. Zu oft fehlt den Songs Eigenheit in Produktion und Text.

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