Die Meinung der Redaktion zu „Ferdinand“ von Left Boy

Left Boy passt nicht so recht in die deutschsprachige Musikwelt. Denn nach außen präsentiert sich der Wiener zwar als extravaganter Künstler, die große Öffentlichkeit sucht der mittlerweile 29-jährige trotzdem nicht. Da kann es auch mal vorkommen, dass er nach dem Debütalbum für vier Jahre komplett abtaucht, um den Fans lediglich alle paar Monate mitzuteilen, dass er noch immer kein neues Album fertigbekommen hat. Social Media Präsenz und Einblicke in die Zeit zum Album? Fehlanzeige. Und ungefähr so mysteriös, wie er sich selbst inszeniert, fällt dann auch die Musik aus. War das erste Album seh Club-Orientiert, punktete mit spannender Sample-Arbeit, bekam man als ersten Vorboten auf das zweite Album, (das übrigens, nachdem es bereits einmal angekündigt wurde, ohne große Mitteilung um mehr als ein halbes Jahr nach hinten geschoben wurde) ein großes Fragezeichen auf die Stirn  gestempelt. Denn „The Return Of…“, die erste Single, die dann doch nicht auf dem Album war, kam im 50s-Rock Gewandt daher, hatte mit dem Sound der ersten Releases nichts mehr gemein. Auch das Schönling-Auftreten gehört mittlerweile der Vergangenheit an, wich ungepflegtem Bart und langen Haaren. Für das zweite Album griff er zum eigenen Vornamen als Titel („Ferdinand“) und tatsächlich machen die Sample-Fragmente vielen Gitarren platz. Wir haben den Zeitlich des Wiener besprochen.

Left Boy – „Ferdinand“ kaufen

 

  • 7/10
    Sabrina: "Der Titel der Platte lässt persönliche Themen erahnen, die das Album zwar auch aufweist, dabei aber nicht allzu sehr in die Tiefe geht und scheinbar dauerhaft lediglich an Oberflächen kratzt. Von Familien-Geschichten, über vergangene Liebeleien, bis hin zum Leben als Rockstar, ist zwar alles vertreten – lyrisch aber leider nie so fein ausgearbeitet, wie man es von vergangenen Left Boy-Tracks kennt. Mindestens so breit gefächert wie die Themenauswahl, sind die vertretenen Genres auf dem Album, womit der Österreicher erneut seine enorme Musikalität beweist. So findet wohl jeder mindestens zwei, drei Tracks, die gefallen, nach einem roten Faden sucht man aber vergeblich. Tracks wie 'Rose Garden' oder 'Book Club' erinnern an ältere Sachen und machen mir immer noch jede Menge Spaß." - 7/10
  • 7/10
    Josephine: "Die Platte stell ich mir wieder perfekt für eine Autofahrt an einem sonnigen Sommerabend vor. Nicht das klassischen Rap-Album wie es im Bilderbuch steht, sondern mit mehr Pop und Rock Einflüssen, was aber genau deswegen wieder funktioniert und meinen Geschmack trifft. Stabiles Ding!" - 7/10
  • 7/10
    Alexios: "Das ist normalerweise nicht meine Musik. Aber die Songs hier sind wie gemacht für eine Autofahrt im Sommer an der Meeresküste. Beim Hören habe ich einfach gute Laune bekommen. Die zweite Hälfte gefällt mir deutlich besser als die Erste." - 7/10
  • 7/10
    Jakob: "Ich bin zwar kein Left Boy Fan und das wird auch so bleiben, trotzdem ist "Ferdinand" ein ziemlich gutes Album geworden. Angefangen bei abwechslungsreichen Produktionen mit vielen rockigen Einflüssen, die auch für Nicht-Rock-Fans Spaß machen können. Auch inhaltlich ist auf 'Ferdinand' das eine oder andere zu holen. Das finde ich immer lobenswert. Inhalte dürfen bei allem Turn Up nicht aussterben. Am Ende scheiterts bei mir einfach nur daran, dass ich mit Left Boy irgendwie trotzdem nichts anzufangen weiß." - 7/10
  • 5/10
    Hanna: "Ich hätte ohne den Soundcheck nie Left Boy gehört... Ferdinand klingt für mich befremdlich. Finden viele bestimmt gut aber ich kann damit nichts anfangen und es strengt mich auch an. In welches Genre fällt das? Hat das ein Genre? Ist ja auch egal..Hanna ist überfordert. Die Instrumentals haben auf jeden Fall was und wahrscheinlich ist das auch der Grund warum ich weiterhöre. Die Produktion und die Sounds haben ein hohes Niveau trotzdem vermittelt das Album irgendwie eine sommerliche nostalgische Festival-sauf-Stimmung aber mehr bleibt bei mir leider nicht hängen." - 5/10
  • 6/10
    Josh: "Vor etlichen Jahren, genauer gesagt 2011, als 'Jack Sparrow' rauskam, war Left Boy eine ziemlich große Nummer. Anschließend verlor ich ihn aus den Augen und bin ein bisschen traurig, dass er seine Hip-Hop-Wurzeln anscheinend fast vollständig abgegeben hat. Dieser wilde Genre-Mix ist zwar gut gemacht und lässt sich stellenweise gut hören, ist aber einfach nicht das, was ich mir erhofft hatte." - 6/10
  • 7/10
     Yannick W.: „Eine popkulturelle Collage! Mal schimmert ein bisschen Genesis und Chuck Berry durch, dann wird etwas deutlicher Bezug zu Depesche Mode oder ZZ Top geknüpft und die zahllosen Referenzen schließlich in Kanye’scher Größenwahn-Manier zu unkonventionellen und doch ziemlich glatten Produktionen zusammengebastelt. Und auch wenn der Inhalt weiterhin nur zwischen Romantik, Drogen und Egomanie pendelt, sitzt die oft trivialen Zeilen an den richtigen Stellen. Eins der lockersten Rapalben des bisherigen Jahres mit herrlich ignorantem Pop-Appeal.“ - 7/10
6.6/10

 

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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