Die Meinung der Redaktion zu „Erde & Knochen“ von Kontra K

Als ein Rapper, der Motivation und Kampfgeist quasi in jedem Teil seines Auftretens präsentiert, ist es kaum verwunderlich, einen irrsinnig hohen Output an den Tag zu legen. Im Falle Kontra K heißt das: Vier Alben in Vier Jahren. Der Erfolg gibt ihm dabei recht, die vergangenen drei Releases wurden mittlerweile mit Gold gekrönt, das vierte soll da nun nachziehen. Mit dem Titel „Erde & Knochen“ bleibt der Berliner schon in der Aufmachung seiner LPs pathetisch, bedient sich den großen Worten. Für die musikalische Unterstützung auf den 18 neuen Songs stehen bekannte Gäste zur Seite, BTNG, seine Depeka-Kollegen Fatal und Rico, Bausa und RAF Camora sind dabei, auch Ssio liefert Unterstützung auf „Ellenbogen raus“. Wir haben die Platte besprochen.

Kontra K – „Erde & Knochen“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 2/10
    Niklas: "Dieses Intro 'Erde & Knochen' voranzustellen ist schon sehr ironisch. Jedoch nicht, weil Kontra K auf dem Album tatsächlich abgehoben oder unauthentisch rüberkommt. Aber natürlich ist das, was auf dieser Platte passiert Pop-Musik. Das ist auch nicht mal was schlechtes, wie Kontra K in seinem Intro selbst zu suggerieren scheint. Poppiger Rap kann genauso authentisch und echt sein wie 'harter' Rap. Dieser Ausdruck Pop passt allerdings nicht in die hypermaskuline und sehr auf Labeln bedachte Welt von Kontra K. Hier bedeutet Pop schwäche und Falschheit und ist somit das schlimmste, was man in der auf 'Erde & Knochen' sowie auf den in Jahresrythmus erschienenen Vorgängern propagierten Welt zeigen kann. Eine Welt die nach Survival of the Fittest klingt, die offen Homophob seien kann und die ein ekelhaftes Bild von Hypermaskulinität rüberbringt." - 2/10
  • 6/10
    Josh: "Soundtechnisch durchaus ein paar Schritte in die richtige Richtung (wenn auch 'Fame' wirklich unverschämt auffällig kopiert ist). Im Großen und Ganzen bleibt Kontra K dennoch zu sehr gefangen in Rocky-Zitaten und Instagram-Motivations-Phrasen. Ist in seinem Fall zwar höchstauthentisch, aber nach fünf Alben einfach durchgespielt und nicht mehr besonders wirkungsvoll. Höhepunkte sind das Ssio-Feature und das unangenehm ehrliche Intro." - 6/10
  • 7/10
    Niels: "Das Problem, das ich in der Vergangenheit mit dem Pathos von Kontra hatte, hält sich überraschenderweise auf dieser Platte in Grenzen - zumindest was die erste Hälfte angeht. Ein paar Zeilen, an denen ich mich störe, gibt es zwar immer noch. Aber sie beschränken sich doch auf Ausnahmen. Die erste Hälfte der LP fällt leider deutlich stärker aus, weshalb es nach „Egal wer kommt“ für mein Gefühl etwas redundant wird.  Auch wenn sich echt starke Songs wie 'Zu Leicht', 'Setz dich' und 'Ohne dich' durch die Platte ziehen, greift hier der typische Fall von 'Weniger ist mehr'. 13 Tracks hätten meiner Meinung nach die Essenz des Albums perfekt eingefangen, ohne zu sehr zu wiederholen. 'Ellenbogen raus' ist beispielsweise so ein Track, den es nicht gebraucht hätte. Nicht weil es ein schlechter Song ist, sondern weil er für mich musikalisch zu sehr aus dem Sound herausbricht. Der Sound hätte genau so auf dem nächsten Ssio-Album sein können, weshalb hier eher Kontra K wie das Feature wirkt. Viel spannender finde ich es vielmehr, wenn sich der Gast auf den/die Künstler*in einlässt." - 7/10
  • 4/10
    Jonas: "Kontra K scheint seine Texte nach einer sehr einfachen Formel zu schreiben: Ein wenig Nostalgie, Stolz, eine Priese Loyalität und ein riesiger Haufen Kämpfen. Auf dem Album wird soviel gefighted und gegen Menschen die einem Steine in den Weg legen gekämpft, dass mir nach dem Hören ganz schwindelig war. Bis auf das Ssio & Gzuz Feature ist die ganze Platte aber unheimlich uninnovativ und langweilig, da er in jedem Track dasselbe erzählt und dafür jedes Mal die gleichen Bilder benutzt. Ich hab einfach keine Lust mehr mir andauernd anzuhören, wo Rapper gestartet sind und wo sie jetzt sind." - 4/10
  • 7/10
    Kevin W.: "Generell eine solide musikalische Qualität und Funktionalität, welche die Kontra K Hörerschaft glücklich stimmen dürfte. Jedoch aufgrund der sich stets wiederholenden Inhalte der Songs, wie beispielsweise Loyalität und Neid, driftet es mehr und mehr in eine gewisse Eintönigkeit, welche durch die Musikqualität nicht groß aufgefangen werden kann." - 7/10
  • 7/10
    Josephine: "Wie der zweiter Track schon gut beschreibt, ist das Album 'Ganz ok'. Ehrlich gesagt hab ich die Platte nur durchgeskippt und war manchmal ganz schön überrascht, dass der nächste Song vom Stil her perfekt zu dem davor gepasst hat. Die Bässe sind am Start und im Gesamt-Hörerlebnis ist 'Erde und Knochen' angenehm durchzuhören. Aber jetzt halt auch nichts krasses (für mich)." - 7/10
  • 7/10
    Alexios: "Grundsolides Album. Nicht mehr und nicht weniger. Teilweise wurde mir zu sehr auf ein bekanntes Soundbild vertraut weswegen Überraschungen hier ausbleiben. Man kann das Album gut durchhören, aber es gab für mich keinen Song der besonders herausstach." - 7/10
  • 2/10
    Jakob: "Ich leg mich fest. Kontra K wird niemals aus seiner Komfortzone ausbrechen, weil er damit einfach zu erfolgreich ist. Wer sich gerne mit Mikrowellengerichten zufriedengibt, dem ist 'Erde und Knochen' nur zu empfehlen. Redundante Kalendersprüche, verpackt in episch klingenden Lyrics, die sich am Ende allerdings nur als heiße Luft entpuppen – das alles ist Kontra Ks Musik. Mir bereitet dieses Phrasengedresche einfach nur Kopfschmerzen und ich verstehe nicht, wie seine Fans das nach dem vierten, fast identischen Album, noch feiern können. Ordentliche Beats reichen irgendwann dann auch nicht mehr. Rappen kann Kontra K ja, aber das alleine reicht einfach nicht mehr. Vielleicht will sich Kontra K ja aber auch einfach noch mehr im Deutschpop-Olymp festsetzen. Wenn dem so ist, dann macht er alles richtig." - 2/10
  • 5/10
    Yannick W.: "Selbst wenn dieser krasse Output irgendwie den Spirit seiner Musik perfekt einfängt, ist 'Erde & Knochen' das Musterbeispiel eines Hamsterrad-Albums. Dieselben Themen wie immer, dieselben Gäste wie immer, derselbe Pathos wie immer. Die Beats hingegen erhalten in den starken Momenten des Albums  einen etwas deutlicher Future-Bass und Electonica geprägten Anstrich, Kontra K flowt abwechslungsreicher. Solange es nach bekanntem Rezept funktioniert, gibt es prinzipiell wenig auszusetzen, die Abnutzungserscheinung sind aber einfach ziemlich präsent. Für ein wirklich gutes Album ist immer nur ein Jahr auf Dauer ein zu knapper Reifeprozess. P.S.: Die 'Famous'-Kopie ist nicht weniger als eine Frechheit." - 5/10
5.2/10

Kurzfassung

Kontra K spinnt seinen Stil konsequent weiter, verliert sich dabei allerdings sehr in inhaltlicher und klanglicher Wiederholung.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Erde & Knochen" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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