Die Meinung der Redaktion zu Kid Cudis „Passion, Pain & Demon Slayin'“

Die größte Aufmerksamkeit galt in den letzten Monaten wohl eher Kid Cudis Gesundheit als seiner Musik. Rund ein Jahr nach dem nur mäßig erfolgreichen „Speedin‘ Bullet 2 Heaven“ machte der Schüler Kanye Wests immer wieder Andeutungen, sein sechstes Soloalbum veröffentlichen zu wollen, musste das Projekt schließlich allerdings erst einmal verschieben. Grund war sein psychischer Zustand, aufgrund des Drucks, den das die Musikwelt auf ihn ausübte, weiß sich der Rapper aus Cleveland selber in die psychiatrische Behandlung ein. Ein paar Wochen später sah die Welt dann gleich wieder um einiges besser aus, das Album wurde fertig und erschien kurz vor dem Jahreswechsel schließlich. Nachdem das Projekt ihn tatsächlich bis zur Grenze der Belastbarkeit trieb, wurde es passenderweise mit „Passion, Pain & Demon Slayin'“ betitelt und wartet mit Gastbeiträgen von unter anderem Travis Scott, André 3000, Willow Smith und Pharell Williams auf. Wir haben das Album besprochen.

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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Sara: "Das Album ist zum Teil eher was zum entspannen und 'runterkommen. Viele Tracks durchzieht ein zäher, einschläfernder Flow. Die Tracks, bei denen das der Fall ist, ähneln sich auch extrem. Ich hätte mir lieber weniger als 19 Songs gewünscht und dafür einfach mehr Einzigartigkeit. Abwechslung was die Beat-Kreativität und die Intensität des Vibes angeht finden wir bei Songs wie 'By Design' feat. Andre Benjamin, 'Kitchen' oder 'Baptized in fire' feat. Travis Scott. Alles in allem ist es schon ein rundes Ding. Mich persönlich hat es nur einfach nicht gepackt. Vielleicht einfach weil die hohe Anzahl der low-intensity Songs im Album dominiert." - 6/10
  • 8/10
    Niko: "Die starken Alben kommen zum Jahresende. Auch wenn ich in der Vergangenheit immer so meine Probleme mit Kid Cudi hatte, überrascht er mich hier positiv. Starker Einstieg, unheimlich melodiös und damit auch zugleich Genre-öffnend. Mit viel Raum für Interpretationen und viel eingängigen Passagen, allerdings in der zweiten Hälfte für meinen Geschmack zu wirr. Was 19 Songs als Spiellänge mal wieder unnötig macht. Schade, aber mit genug Krachern versehen." - 8/10
  • 5/10
    Teresa: "In Kid Cudis Album sind immer wieder sehr gute Ansätze für ein richtig geiles Album. Doch leider summt er dann wieder ewig lange oder wiederholt sich so oft, bis ich es nicht mehr hören kann, dadurch finde ich es wirklich schwer das Album am Stück durchzuhören." - 5/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Eine Wiedergeburt in vier Akten. Nach fünf Jahren ohne Releases, die mich packen konnten, standen die Sterne für Album Numero Sechs dementsprechend schlecht - bis dann 'Frequency' kam. Schon im hypnotischen Opener besinnt sich Cudi wieder auf die Stärken, die ihn an der Seite Kanyes weltberühmt machten und präsentiert mit 'By Design' und André 3000 an der Seite einen der besten Songs des gesamten Jahres. Und doch kommt 'PPDS' mit einem ziemlich großen Problem daher: Vor Kid Cudis Hang zur Überlänge bleibt auch diese Platte nicht verschont. Beinahe den gesamten dritten Akt hätte man sich sparen können, nach dem lebensbejahenden zweiten Abschnitt verläuft sich das Album bis kurz vorm krachenden Finale 'Surfin''. Spielfilmlänge erlaube ich einer LP nur dann, wenn kein Füller dabei ist. Trotz alledem zieht mich Kid Cudi besonders mit dem sphärischen ersten Akt wieder in seinen Bann und das hätte ich beim besten Willen nicht erwartet, da sollte man auf jeden Fall reinhören." - 8/10
  • 6/10
    Raphael: "Das neue Kid Cudi Album kommt mit ein paar Unstimmigkeiten daher. Warum z.B. taucht die heitere Hymne 'Surfin‘' mit Pharell erst ganz am Ende auf? Denn zwischen dem gelungenen Intro 'Frequency' und diesem Abschluss fehlt oft die Energie. Und das ist bei 19 langen Tracks doch ein Grund, ein paar Punkte abzuziehen. Dagegen sticht 'By Design' mit seinen Steeldrums und karibisch beeinflussten – 2016 obligatorisch – Sound positiv heraus. Auch Willow Smiths Beitrag auf 'Rose Garden' gibt dem Album die nötige Würze. Im Allgemeinen vibet es leider doch nur mäßig dahin, teilweise zwar schön verträumt, aber das Potential scheint mir nicht völlig ausgenutzt worden zu sein." - 6/10
  • 7/10
    Anna S.: "Nachdem Kid Cudi sich für das Vorgängeralbum vom Sound des Neunziger Rocks inspirieren lassen hat, schlägt er auf 'Passion, Pain & Demon Slayin' dezentere Töne an: sanfte, elektronische Klänge, ruhige Drums, sowie Piano und Streicherchöre. Damit schafft er einen stilvollen, spährischen und harmonischen Soundrahmen. Genauso facettenreich wie die Instrumentals arrangiert sind, kommen auch die Lyrics daher, die sich den Gedanken, Erfahrungen und Emotionen des Rappers annehmen. Tracks wie 'By Design' und 'Surfin' brechen diese sonst so ausgewogene Klangkulisse auf und weisen für meinen Ohren einen typischen Hit-Charakter, im Rahmen des Albums, auf. Viel spannender finde ich den Opener 'Frequency' oder 'Wounds', die diesen leicht spährischen Sound innehaben und Kid Cudis intensive Delivery auffangen. Per se ein interessantes Album, für meinen Geschmack hätte das Ganze aber etwas komprimierter daher kommen können, da einige Tracks anderen sehr überlegen scheinen." - 7/10
  • 7/10
    Peter: "Schwere Kost serviert uns Kid Cudi mit 'Passion, Pain & Demon Slayin'. Nach seinem schwachen Vorgänger, waren meine Erwartungen auf dieses mehrmals verschobene Release groß. Dunkler, kryptischer und experimenteller präsentiert sich der Rapper aus Cleveland. Weniger Bars, mehr Vibe. Dies resultiert vor allem aus den langen Tracks, die zusammen ein ewig langes Album ergeben. Jedoch nicht nur zu Gunsten des Streamings, sondern auch der ganzen Atmosphäre: Ohne die teils langen Outros würden die Instrumentals und Kudis Verse so nicht funktionieren. Auf 'PPDS' versteckt sich zwar nicht der Soundtrack des nächsten Kinohits, aber die authentische Bestandsaufnahme des seelisch  erkrankten Kid Cudi, der mit Leidenschaft gegen Schmerzen und Dämonen kämpft. - 7/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Neben Songs wie 'Rose Golden', 'Baptized in Fire' mit Travis Scott und den beiden Zusammenarbeiten mit Andre Benjamin, ist zuviel austauschbares dabei. Es scheint, als wolle Kid Cudi hier ganz bewusst mit dem Mainstream anbiedern, was nicht zwangsläufig ein schlechtes Resultat mit sich führen muss. 'Passion, Pain & Demon Slayin'' enthält mir jedoch schon wieder zuviele Pop-Anleihen, wobei an der musikalischen Umsetzung per se nichts auszusetzen ist." - 7/10
  • 6/10
    Daniel: "Mit 'Man On The Moon' schaffte Kid Cudi für mich persönlich eines der atmosphärischsten und wertvollsten Alben in der jüngsten Hip-Hop-Geschichte. Seitdem hinkt der Mann allerdings seiner Form hinterher, auch wenn ich, mal abgesehen von seinem letzten Fehlschuss, all seinen Alben etwas abgewinnen konnte. Sein sechstes Werk gibt sich musikalisch wieder gekonnt atmosphärisch und melodisch. Textlich finde ich aber irgendwie nicht den Zugang, was auch an der Art des Vortrages liegt. Cudi summt, stöhnt und singt überproportional viel vor sich hin und vergisst allzu oft auch zu rappen. Der eigentliche Inhalt reduziert sich dabei auf ein Minimum. So bleibt 'Passion, Pain & Demon Slayin'' gleichermaßen vom Totalausfall seines letzten Albums sowie von der Genialität seines Erstlings entfernt." - 6/10
6.7/10

Kurzfassung

Zu Kid Cudis sechster Solo-LP gehen unsere Meinungen auseinander. Während sich die einen vom düsteren Vibe mitnehmen lassen, finden andere keinen Zugang. In einem Punkt sind sich dennoch alle einig: 19 Songs hätten es nicht sein müssen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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