Die Meinung der Redaktion zu Kicos „Grand Line“

Wirft man einen Blick auf die Statistiken des VBTs von den Kollegen von rappers.in, dann bekommt man einen Namen besonders häufig zu lesen: Kico. Den Kasseler Rapper kann man wohl als einen der für das Turnier wichtigsten Teilnehmer bezeichnen. Nicht nur, dass er 2009 eine der ersten Runden des VBTs gewann, auch in den Folgejahren sah man den KWU-Musiker immer wieder in der Endauswahl der Hörer. Mit dem Start seines jüngeren Crew-Kollegen Pimf hängte Kico im Jahr 2013 allerdings schließlich die Battle-Handschuhe an den Nagel, widmete sich dem Musikmachen auf Projekt-Spieldauer. Den Start machte das 2014er Debüttape „Reboot“, eine Platte, die ihm nicht nur Aufmerksamkeit außerhalb des Battle-Kosmos bescherte, sondern auch ordentlich Material für Live-Shows lieferte. Doch danach tauchte der Hesse erst einmal komplett ab, keine Musik, keine Features – nichts. Ganze vier Jahre lang. Vier Jahre, die er sich Zeit nahm für das zweite Album, das da den Titel „Grand Line“ trägt und mittlerweile zu haben ist. Veröffentlicht wurde die zweite LP über Heart Working Class, das Berliner Label, das zuletzt Acts wie Megaloh, Gerard, oder Audio88 & Yassin an den Start brachte. Features auf „Grand Line“ stammen lediglich vom langjährigen Begleiter Pimf. Wir haben uns das zweite Album angehört.

Kico – „Grand Line“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 4/10
    Lukas: "Ein sehr durchschnittliches und damit meine ich gar nicht besonderes, Album. Soundtechnisch nicht viel auszusetzen, außer ziemliche Eintönigkeit. Auf lyrischer Ebene ebenfalls nichts Besonderes. Keine besonders negativ auffallenden Tracks, genauso aber nicht besonderes oder erwähnenswertes. Einen roten Faden oder ein Konzept gibt es auch nicht. Außerdem finde ich es fragwürdig ein Album nach einem One-Piece Querverweis zu benennen und einen gesamten Song darüber zu schreiben. Gar nicht mein Fall." - 4/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Ein guter Schritt weg vom Image des ewigen VBT-Rappers, der nur die Schiene des Battleraps bedienen kann. Kico präsentiert sich aufgeräumt, reflektiert und lässt seine bisherige Karriere Revue passieren. Auf 'Grand Line' reihen sich nachdenklichere Songs wie 'Verinnerlicht' und 'Alles beim Alten' an den Klamauktrack 'Wohlstandswampe' und meinem persönlichen Highlight, dem Titelsong. Dieser ist gespickt mit allerlei Anspielungen auf den Anime 'One Piece' - Kindheitserinnerungen, willkommen zurück." - 7/10
  • 5/10
    Anna S.: "Die Ideen finde ich größtenteils ganz interessant, aber leider verläuft die Umsetzung häufig sehr schleppend – naheliegende Wortspiele, die nur in einem kleinen Spielraum von Flow und Delivery stattfinden, nicht wirklich außergewöhnlich. Die Soundkulisse ist dagegen sehr rund und transportiert die jeweilige Message des Songs. Das Gesamtwerk holt mich aber nicht wirklich ab." - 5/10
  • 6/10
    Peter: "Disclaimer: Bisher war es mir nicht vergönnt eine der 800 Folgen 'One Piece' gesehen zu haben und so teile ich weder Kicos Begeisterung für den Anime, noch erkenne ich alle Anspielungen auf seinem Album. Das was darum passiert trifft zum Großteil meinen Geschmack. Wichtig dafür sind vor allem das Intro 'Alles beim Alten' und das Outro, welche meiner Meinung nach zu den stärksten Tracks des Albums gehören. Dazwischen präsentiert sich der Kasseler weiter als sympathischer Faulpelz, der in der Zeit nach seinem Tape, welches 2014 erschien, aber auch gereift ist und offenbar mehr Verantwortung tragen musste. Diese ernste Note tut 'Grand Line' gut und erweitert die Themenpallete positiv. Die größte Schwachstelle des Releases sind jedoch eben die Songs, die zu klamaukig wirken. Umso dankbarer bin ich dafür für die ernsteren Töne." - 6/10
  • 5/10
    Yannick W.: "Nimmt man sich die Zeit für Kicos neue LP, wird einem ziemlich schnell klar, wie die letzten vier Jahre rund um den Entstehungsprozess seines Albums ausgesehen haben könnten. Auf den 14 Songs widmet sich der Kasseler den kleinen Problemen des Alltags: Kein Netz, das Bäuchlein, das der mangelnden Sportbegeisterung geschuldet ist, die etwas zu große Anfälligkeit in Sachen Alkohol oder die letzte Trennung. Damit bietet er zwar eine Menge Identifikationspotential für den Ottonormalbürger, lässt allerdings auch nie wirklichen Tiefgang aufkommen. Er überspielt Ernsthaftigkeit oft durch überspitze, bewusst klamaukige Konzepte im Umgang mit den eigenen Problemen, unterstreicht diesen Tenor in den Skits noch durch das bewusst falsch betonte Vorlesen seiner Tracklist, um sie in einen mehrdeutigen Kontext zu setzen. Damit entsteht zwar ein durchaus solides Album über Dinge, mit denen jeder schon Mal zu kämpfen hatte, den nötigen Biss, der es so richtig interessant macht, sucht man aber vergebens." - 5/10
  • 7/10
    Cedric: "Kico zeigt auf seinem Album, dass er, was Kreativität betrifft, einigen Rapper viel voraus hat. Wenn er sich einem Thema annimmt, wirken seine Ansichten immer eigen und gut verpackt. Die Themen selbst sind leider manchmal etwas generisch. Ebenso wie die Umsetzung, was Beats und Song-Konzept angeht. Potential und Talent ist vorhanden. Jetzt nur noch Mal eigener umsetzen und ich bin glücklich." - 7/10
  • 6/10
    Sara: "Stellenweise fand ich 'Grand Life' echt gut. Es hat 'ne gute Struktur, man merkt auch, dass da viele Gedanken investiert wurden. So super geflasht hat es mich aber nicht. Es hebt sich von dem meisten, was heute so auf dem Markt ist, schon ab... aber für meinen Geschmack fehlt irgendwie das ausschlaggebende Wow. Trotzdem grundsolide." - 6/10
5.7/10

Kurzfassung

Mit „Grand Line“ präsentiert Kico per se ein interessantes Album, schafft es allerdings nicht, mit der LP nach einer so langen Pause hervorzustechen. Die Themenauswahl birgt zwar durch die Allgegenwärtigkeit Identifikationspotential, durch die sehr unauffällige Performance und stellenweise zu viel Klamauk kann das Album allerdings nicht vollends überzeugen.

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