Die Meinung der Redaktion zu „Instinkt“ von Kianush

InstinktAls erstes Signing bei PA Sports Label Life is Pain untergekommen, startete Kianush seine Karriere massenwirksam als ein Desperado, etwas mehr als ein Jahr später folgte das Debütalbum „Szenario“, auf dem der Münsteraner, gehüllt in einen klassischen Straßenrap-Mantel, auf seine Vergangenheit zwischen dem Block, zerbrechenden Beziehungen und einer Haftstrafe zurückblickte. Für einen Nachfolger ließ er sich schließlich ein Jahr Zeit, folgt auf der zweiten LP nun seinem ‚Instinkt‘. Produziert wurde die Platte unter anderem von Niza, ZinobeatzKD-Beatz und zahlreichen weiteren, als Gäste treten PA Sports, der frisch bei Life ist Pain untergekommene Mosh 36, Moe Phoenix, OG Tipecial, CedricNiekan und KC Rebell auf. Wir haben das Album besprochen.

Kianush – „Instinkt“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Anna S.: "Die Tracks sind überwiegend nach dem gleichen Konzept aufgezogen: Harte und aggressive Parts, die von einer melodischen, gesungenen Hook aufgelockert werden. Zeitgenössische Einflüsse, wie Autotune haben auch ihren Weg auf die Platte gefunden. Die Konstante ist Kianushs unverkennbare, markante Stimme. Die Aufmachung ist ganz rund - solides Straßenrap-Album mit tiefen, treibenden Bässen und den herkömmlichen Inhalten - Die stets von einem leicht pathetischen Charakter begleitet werden. Mich holt das Endwerk allerdings nicht wirklich ab - Inhalte und insbesondere die gesungenen Hooks treffen nicht meinen Geschmack." - 5/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Das Debütalbum hob sich durch seine reflektierte Art wunderbar von den zahlreichen Straßenrap-Releases anno 2016 ab und konnte sich für mich zu einer der Überraschungen der ersten Jahreshälfte entwickeln. Auf dem Nachfolger weht hingegen ein etwas anderer Wind, 'Instinkt' ist durchzogen vom Competition-Gedanken, den Hip-Hp zwar schon immer in sich trägt, der allerdings auch eine deutlich kürzere Halbwertszeit aufweist, als authentische Geschichten aus dem Leben. Der Blick Kianushs bleibt weiterhin der eines geläuterten Kriminellen, getreu dem Motto 'In meiner Nase war nie Koks, ich hab' nix damit zu tun, ich töte nur Beats, Bro' - vorbildlich. Ansonsten kann 'Instinkt' dennoch nicht mit dem Vorgänger mithalten, kommt insgesamt inhaltlich zu dünn daher und leidet sehr an seiner Stangenwaren-Produktion, sowie kaum vorherrschender Kohärenz in puncto Instrumentals . Die peitschende Delivery hingegen holt einiges wieder raus. Am Ende bleibt 'Instinkt' allerdings hinter meinen Erwartungen und seinen Möglichkeiten zurück.“ - 6/10
  • 5/10
    Cedric: "Mit 'Instinkt' schöpft Kianush für mich nicht sein ganzes Potential aus. Die Beats sind allesamt gut produziert, aber irgendwie auch nichts Außergewöhnliches. So gestallten sich auch seine Parts. Er zeigt, dass er es beherrscht mit Worten Bilder zu malen und gezielt Reime zu setzen, aber die Themen die er Anspricht und wie er sie angeht wirken auf mich so, als hätte ich das schon ein Mal gehört. So bleibt er leider hinter seinen Möglichkeiten." - 5/10
  • 6/10
    David: "Kianushs neues Album kommt mit einem brachialen Sound. Knallende 808s, scheppernde Bassline und gut gesetzte Autotunepassagen. Der Sound hat an dieser Stelle schon mal meine Erwartungen übertroffen. Dafür bekommt mich Kianushs Delivery nicht ganz, auch weil textlich zu viele Lückenfüller und Zweckreime vorkommen. Normalerweise stört mich das nicht, soalnge die Delivery stimmt, die mir an dieser Steller aber zu sehr in Richtung "Selbstbeweihräucherung" geht. Dennoch ein ganz solides Album geworden." - 6/10
  • 5/10
    Sara: "Ich bin allgemein kein Fan von Kianush, ganz einfach weil er in meinen Augen (stimmlich) KC Rebell 2.0 ist. Ich kann da einfach nicht drüber hinwegsehen. Mich stört das extrem, wenn ich einen Künstler höre und dabei konstant an einen anderen denken muss. Das Album selbst ist in Ordnung. Es gibt wirklich besseres, aber auch schlechteres. Die Beats sind jetzt keine absolut krassen Banger, aber sie sind gut. Der Flow eher eintönig, die Features daher schon gut gewählt. Bis auf KC Rebell, das feier ich persönlich nicht, wenn der Vergleich eh schon im Raum steht. Naja, alles in allem solide. Aber für meinen Geschmack halt total austauschbar. Künstler können gut sein, sollten aber auch einzigartig sein." - 5/10
  • 7/10
    Peter: "Lange hat Kianush sein zweites Soloalbum selbstbewusst angekündigt. Der Münsteraner mit der rauen Stimme trifft mit 'Instinkt' zum Großteil meinen Geschmack und überraschte mich stellenweise. Während der Großteil der Songs bestimmt von seiner 'hungrigen' Delivery ist, stechen Tracks wie '7 Jahre' heraus. Durch solche Abwechslungen verhindert er, dass seine Platte sich gänzlich in der Monotonie zu verliert." - 7/10
  • 5/10
    Yannick H.: "Ein gesundes Selbstbewusstsein in allen Ehren, aber Kianush kommt mir zu häufig zu arrogant rüber. Die Lyrics gestalten sich nicht wirklich innovativ, der Sound verfolgt keiner klaren Linie. Da sind die Gesangsparts von Moe Phoenix schon das Beste auf 'Instinkt'. Klar, Featuregäste wie PA Sports oder KC Rebell performen meist stabil, können auf den fragwürdigen Beats aber auch nicht wirklich punkten. Und Kianush kann mich weder mit Flow, den z.T. sehr aggressiv vorgetragenen Texten noch seiner Stimmfarbe überzeugen." - 5/10
5.6/10

Kurzfassung

Mit seinem zweiten Album bleibt Kianush hinter den Erwartungen zurück. Gründe dafür sind unter anderem fehlende Alleinstellungsmerkmale und im Vergleich zum Vorgänger Schwächen auf inhaltlicher Ebene.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

2 Comments

  1. Tony Cman

    23. Februar 2017 at 13:06

    Dann checkt doch mal bitte Dash Caine auf youtube ab. Würde mich wirklich interessieren was ihr von seinem Style hält. Im Hinblick auf eure Kriterien die ihr hier anspricht. Ich finde der hat einen Sound den habe ich so in Deutschland noch nie gehört. Von der Farbe her und überhaupt. Man kennt ihn von Jentown Crhyme früher .. DEM Label aus Hamburg ohne die es 187 gar nicht so weit gebracht hätte .. . bevor 187 warn richtige gangsta am start authentisch und dem rap gewidmet. ihr könnt mich auch privat anschreiben falls ihr die kritik nicht bringen wollt würde mich eure meinung privat interessieren. Ich bin ein Riesen Fan und finde es schade das in Deutschland nicht mehr in den Untergrund gegangen wird. hauptsache iwelche xatars oder haftbefehls introducen iwelche kleinen Kinder die nicht mal richtig haare am sack haben und was von gangsta erzählen wollen. Ich finde es albern das neue rapper nur Fame haben weil sie von iwelchen schon etablierten Rappern herausgebracht werden. Charts und so das muss erstmal verdient sein. Von daher geb ich euch recht mit gut ding will weile haben..und genau deswegen kam ich auf Dash Caine.. freu mich über irgendeine Antwort von euch. THX

  2. 069

    22. Februar 2017 at 20:00

    Kann mich der BackspinGang nur anschließen, das Album ist (mal wieder – wie so oft im Deutschrap) zu hastig entstanden, glaube Kianush o. PA haben das selbst erwähnt.

    Ein (richtiger) Künstler vollendet sein Werk, bevor er zB in den Vorverkauf geht. Zudem ist eine Deadline für finale Entscheidungen gedacht, was nicht heißt (wie bei Shindy zB.) 4 Wochen vor Abgabe nicht mal die Hälfte des Albums im Kasten zu haben.
    Nun gut, der Kapitalismus schläft nicht.

    Ich selbst habe auch mehr von Kianush erwartet, es bleibt bei mir bis auf die erste Anspielstation und den darauffolgenden Skit nixxx hängen, wobei ich die Promoblogs „Bang den Trend“ öfter gehört habe und geiler finde als das Album.

    Ich würde dem Album ne 4/10 geben, da nix Neues kommt.
    Schade, ich dachte in der Promophase echt, dass Kianush zerstört.
    So werden sich seine Zahlen ’17 zwar vllt verdoppeln, doch seiner Vita tut Instinkt nicht gut.
    Mal gucken wies weiter geht.

    Frankfurt/M., 24

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