Die Meinung der Redaktion zu „Stokkholm“ von Kex Kuhl

Eine beträchtliche Zahl junger Rapper fand rund um den ersten Dekaden-Wechsel dieses Millenniums ein Sprungbrett im VBT und anderen Online-Battle-Portalen. Einige verblieben im Anschluss bei der Kerndisziplin, dem verbalen Kräftemessen, andere wagten den Weg hin zum Album-Artist. Kex Kuhl hat sich für den zweiten Weg entschieden. Fünf Jahre nach den ersten Achtungserfolgen in Battles und zwei ebenfalls attackierfreudige EPs später steht mit „Stokkholm“ das erste Album in den Regalen und dreht die Diskographie des Augsburg auf Links. Denn die Platte hat wenig vom flexenden Rapper, mehr vom introvertierten Rap-Rock-Künstler. Auf oft zurückhaltenden Gitarren reflektiert Kex Kuhl Tiefpunkte seines Lebens, mal rappend, mal singend, mal gesprochen. Features braucht der Seelen-Strip natürlich auch keine. Wir haben die LP besprochen. 

Kex Kuhl – „Stokkholm“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Yannick W.: "Es stört kaum, dass nicht alle Pointen aufgehen. Denn 'Stokkholm' ist bitterehrlich und dringlich, mit der dominanten sperrig-melancholischen 70s-Rock-Ästhetik und etwas schiefen Gesang absolut Anti-Trend und besticht mit erfrischend trockenem Songwriting. Ein zur Liebhaber-Platte verdammtes Album, das mehr nach Vinyl-Schrank als Spotify-Mediathek klingt." - 8/10
  • 9/10
    Kevin W.: "Rap auf Gitarrenmusik, eine erfrischende, lakonische Erzählweise und beneidenswertester Umgang mit der deutschen Sprache, rühren mich noch immer. Dieser Balanceakt zwischen Dagewesenem und einem Funken unbekanntem, formen ein Debüt wie es in meiner Meinung nur wenige schafften. Ein ganz starkes Album welchem ich nichts abtuen kann." - 9/10
  • 6/10
    Léon: "Von Kex Kuhl kannte ich bisher nur das Bartik-Release von vor ein paar Jahren. Deswegen hat mich das neue Album auch überrascht, da es deutlich persönlicher und reflektierter ist. Es wirkt als wäre das Ganze ein wenig erwachsener geworden. Leider liegen mir diese organischen Akustikgitarren - Instrumentals nicht so, die machen mir das Gesamtwerk am Ende zu Pop/Rock lastig. Außerdem wird mir zu oft über Frühlingsgefühle und Jugendzeiten gesprochen. Die ersten beiden Tracks 'Halb Acht' und 'Müde' fand ich ganz gut, den Rest zu langweilig. Musikalisch ja, aber nichts was ich groß feier’." - 6/10
  • 8/10
    Niklas: "Das ist Cross-Over, aber in gut. Kex Kuhl orientiert sich mit Hilfe der Produzenten Alexander Sprave und Nugat fernab von Rap-Beats neu und führt eine Art soften Grunge zwischen Nirvana und den Pixies mit tief persönlichen Lyrics über Zwischenmenschliches zusammen. Teilweise erinnert seine Performance an frühe, rohere Alligatoah Songs, teilweise an die geflüsterten Passagen aus Maeckes Musik und doch bringt Kex Kuhl sehr viel Einzigartiges mit. Die Song-Triologie 'Menschen' hält die Platte wunderbar zusammen und auch das bayrisch gerollte R verleiht Charakter. An den richtigen Stellen wird Kex Kuhl mal kitschig, mal humorvoll und dann wieder sehr ernsthaft. Allgemein ein beeindruckendes Album." - 8/10
  • 7/10
    Josephine: "Ich muss ehrlich gestehen, dass ich vorher nicht viel von Kex Kuhl gehört habe und auch nach 'Stokkholm' nicht's von ihm in meiner Playlist landet - zu viel Herzschmerz für mich! Mir gefällt es, dass die Instrumentals ruhig und minimalistisch gehalten worden sind, damit man sich intensiver auf die Texte konzentrieren kann. Anscheinend musste der Gute ordentlich was verarbeiten. Konzept ist top durchdacht und die Umsetzung ist auch gelungen. Seine Leidenschaft Musik zu machen ist auf jeden fall zu mir rübergeschwappt." - 7/10
  • 8/10
    Jonas: "Ich hätte nie gedacht, dass ein Album mit diesem Soundbild und diesen Inhalten so erfrischend wirken kann. Grade inhaltlich hat Kex mich auf dem Album nahezu überzeugt. Die Art und Weise wie er Dinge in seinen Texten verarbeitet beziehungsweise reflektiert beeindruckt und berührt mich sehr. Zudem freut es mich unheimlich mal wieder ein Rap Album mit diesem Gitarren/Akustik Sound zu hören." - 8/10
7.7/10

Kurzfassung

Die stilistische 180° Wende auf „Stokkholm“ gelingt Kex Kuhl vorbildlich, steht ihm sogar noch besser als vorherigen Releases.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Stokkholm" auf einer Skala von 1 bis 10.

View Results

Loading ... Loading ...
The following two tabs change content below.
Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.