Die Meinung der Redaktion zu „Kids See Ghosts“ von Kanye West und Kid Cudi

Kanye die Dritte. Nach der viel diskutierten Soloplatte und der von Kritikern heiß gehandelten Pusha-T LP „Daytona“ lieferte Kanye zur Halbzeit seiner G.O.O.D. Season das wohl am längsten erwartete wie angeteaste Projekt der erwarteten fünf Alben: Das Projekt mit Kid Cudi als Supergroup Kids See Ghosts. Das ebenfalls sieben Song starke Album fand bereits vor über einem Jahr im Zuge eines gemeinsamen Japan-Trips des Duos Erwähnung und steht, ähnlich wie schon Kanyes achtes Album „Ye“ besonders im Zeichen mentaler Erkrankungen. Im Herbst 2016 wagte Kid Cudi einen mutigen Schritt und machte seine Selbsteinweisung in eine psychiatrische Klinik öffentlich. Die Gründe: Depression und Selbstmordgedanken. Nur wenige Wochen später bricht Kanye West bei einem Auftritt in Sacramento ebenfalls zusammen, wütet minutenlang auf der Bühne und muss im Anschluss Auftritt wie Tour abbrechen. Den Kampf, den beide mit sich selbst zu kämpfen hatten, arbeiten sie nun in dem Projekt – übrigens der ersten Zusammenarbeit auf Albumlänge nach über zehn Jahren der Arbeitspartnerschaft – gemeinsam auf. Wir haben das selbstbetitelte Debüt als Duo besprochen. 

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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Alexios: "Gefällt mir besser als 'Ye', obwohl ich finde das eigentlich nur Kid Cudi auf den letzten drei Tracks heraussticht. Das Konzept der 7 Songs finde ich auch allgemein gut in einer Zeit in der Leute mit 20-Track Alben um die Ecke kommen. Weniger ist Mehr!" - 8/10
  • 8/10
    Niklas: "Diese Platte kann in Sachen Emotionalität nur in absoluten Superlativen gemessen werden. Zu Beginn nimmt sie rumpelnd und schreiend fahrt auf, um sich vollständig frei zu machen, sich selbst gar zu erlösen und schließlich Hoffnung zu spenden. Den Mammut-Anteil, den Kid Cudi inhaltlich wie stimmlich an dem Album hat, kann man nicht genug würdigen. Das geht fast schon soweit, dass selbst ich als Hardcore-Kanye-Fan mir fast wünsche, Ye hätte sich noch weiter rausgehalten und sich auf die Arbeit hinter den Reglern konzentriert. Einige Kanye-Parts, vor allem auf dem Titel-Track, klingen einfach ungewohnt wacklig. Nicht, dass seine Technik je perfekt gewesen wäre, dennoch trugen Wests Parts immer eine immense innere Stärke mit sich, die hier holpernd verloren geht. Seine stärken zeigt Kanye wiederum in gesungenen Hooks und inhaltslosen, dafür emotional starken Vocal-Passagen. Dem Cudder ist es wiederum endlich wieder gelungen seiner einst erdrückende, nun wörtlich neugeborene Geisteswelt einen passenden Rahmen zu geben. 'Reborn' als Herz von 'Kids See Ghosts' freut einen einfach so unendlich für den Kid Cudi, der, zwar noch nicht am Ende seiner Reise, jedoch endlich aus dieser Vielzahl an Tiefpunkten, trotz derer er sich durch den offenen Umgang mit seiner Krankheit zu einer wichtigen Figur unserer Gesellschaft gemacht hat, herausgetreten ist." - 8/10
  • 9/10
    Sabrina: "Vom Cover über den Titel bis hin zu jedem einzelnen Track liebe ich dieses Album zu einhundert Prozent. Es ist für mich sowohl inhaltlich als auch musikalisch auf allen Ebenen eine der ästhetischsten Platten unserer Zeit. Selten einen Track so sehr gefühlt wie 'Reborn'." - 9/10
  • 8/10
    Lukas R.: "Jeder Song hat ein eigenes Aushängeschild, Kanye läuft zur Samplehochform auf und Cudis Summen hält alles zusammen. Ich wusste nicht genau was ich von Kids See Ghosts erwarten sollte, aber es wurde auf jeden Fall übertroffen. Sogar einige BAWRS sind dabei. Und die neue G.O.O.D. Music 7-Song-Politik passt perfekt dazu. Thank you Yeezy." - 8/10
  • 5/10
    Josh: "Lustig, dass genau heute, wo ich diese Rezension schreibe, 'Yeezus' fünf Jahre her ist. Denn nach diesem genialen Album hat mich Kanye verloren. Das Theater und die Musik rund um 'TLOP' konnte mich zumindest noch zum Teil erreichen, aber dann hört es auf. Nach 'Ye' ist auch 'Kids See Ghosts' nichts weiter als verschwendetes Potenzial. Ich verstehe, dass es darum geht, diesen besonderen Spirit einzufangen, wenn Musik in kürzester Zeit erschaffen wird. Aber ich finde nicht, dass das in eine Albendiskografie gehört, sondern parallel daneben. Höre ich diese bewegenden Zeilen von Kid Cudi auf 'Reborn', ärgere ich mich nur, was das hätte für ein unglaubliches Release werden können, wenn nach zwei, drei Jahren Arbeit 14 Tracks gekommen wären. Schade!" - 5/10
  • 8/10
    Jakob: "Ich muss mich noch erst an 20-minütige Alben gewöhnen, aber 'KSG' gefällt mir gerade vielleicht so wegen seiner Kürze ziemlich gut, weil die Qualitätsdichte einfach stimmt. Cudi und Kanye funktionieren super zusammen, die Beatuntermalungen sind bunt wie genial zugleich. Es ist wirklich schwierig, heutzutage noch Beats zu hören, die man so noch nicht gehört hat – 'KSG' schafft das Meisterstück. Allerdings ist das Album auch sehr repetitiv, fünfminütige Songs haben teilweise sehr wenig Lyrics, einen roten Faden suche ich vergebens. Aber vielleicht ist ja gerade der fehlende rote Faden der ‚rote Faden‘. Überzeugt hat es mich trotzdem." - 8/10
  • 7/10
    Kira: "Kanye hat mir durch seine letzten Aussagen und negativen Vibes jegliche Vorfreude auf 'Ye' genommen. Auch nur sieben Tracks sowohl auf 'Ye' , als auch auf 'Kids See Ghosts' finde ich schwach und würde ich nicht Album nennen. Kid Cudi hat mir dann aber doch noch ein wenig Hoffnung gegeben. Seine Parts und Hooks gefallen mir unglaublich gut. 'Ye' hin oder her, das Kollabo-Album ist besser, als Kanyes Solo-Platte, aber trotzdem habe ich mehr erwartet." - 7/10
  • 8/10
    Kevin W.: "Nach beginnendem Schreck, das Cudi und West ihrer individuellen Größe in den sieben Songs nicht gerecht werden, folgte begeisternde Erkenntnis über die glorreiche Samplekunst und hohe Dichte subversiver Referenzen auf allen Ebenen. Dennoch nicht das, was es am Ende hätte werden können aber auch nicht hätte werden müssen." - 8/10
7.6/10

Kurzfassung

Nach dem Straucheln auf Kanyes achtem Solo-Album kann „Kids See Ghosts“ wieder weitestgehend überzeugen und bildet ein Highlight in den fünf entstandenen Alben.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Kids See Ghosts" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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