Die Meinung der Redaktion zu „Syre“ von Jaden Smith

Ohne essentielle Sorgen aufgewachsen, nie ein hartes Leben gelebt, mit dem ur-klassischen Weg ins Rap-Game über die Straße haben bei weitem nicht alle heutigen Newcomer zu kämpfen gehabt. Und dann ist da auch noch Jaden Smith. Als Sohn eines Weltstars groß geworden, stets belächelt und mit jedem jugendlichen Gehversuch in Klatsch-Medien vertreten, versucht er sich schon mit zarten 14 Jahren an der Rapper-Karriere, konnte immerhin schon nach den ersten Gehversuchen gemeinsam mit Justin Bieber immerhin nichts Geringeres als fünffach Platin an die Kinderzimmerwand hängen. Das Ganze ist mittlerweile fünf Jahre her und nach und nach mauserte sich der mittlerweile 19-jährige weg vom Promi-Sohn-Image, hin zum eigenständigen Künstler. Den endgültigen Sprung dorthin soll nun das Debütalbum liefern, unter dem Titel „Syre“ versammelt Jaden Smith gleich 17 Songs, dabei unterstützen ihn neben der kleinen Schwester Willow lediglich A$AP Rocky und Raury. Ob das Debüt funktioniert, haben wir besprochen. 

Jaden Smith – „Syre“ kaufen
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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Lukas: "Trotz der vielleicht berechtigten 'Sohn-eines-Stars'-Vorurteile, schafft es Jaden mit diesem Album einfach mich verdammt nochmal zu überzeugen. Die wunderschön konstruierten Intro-Tracks 'B','L','U' und 'E', mit dem Gesang seiner Schwester und dem langsam aufbauenden Start bieten einen perfekten Einstieg. Jaden schafft es, dass ich ihm glaube was er sagt und er wechselt so oft zwischen Melancholie und Party, dass es nicht langweilig wird, aber auch grade noch nicht verwirrt und überfordert. Gekonnt mischt er Acht- bis Neun-Minüter mit kurzen Partytracks und die Beats sind absolut überragend produziert. Definitiv ein Album, dass beweist, dass Jaden auch auf seinen eigenen Beinen stehen kann, ohne sich hinter seiner Familie zu verstecken." - 8/10
  • 6/10
    Niklas: "Mit 'Syre' schafft der älteste Smith-Abkömmling einen Bastard aus Kanye-Zitaten und Versatzstücken der jungen Rap-Generation der anderen Seite des großen Teiches. Nicht nur das offensichtliche Beat-Zitat „Watch Me“ deutet Jaydens Verbeugung vor Mr. West an, die zu einem Monster-Intro verschmelzenden Tracks 'B L U E' strotzen nur so vor Hommagen an die späte Kanye-Diskografie. In diesem durchaus interessanten Konzept, in welchen die Song-Versatzstücke, sowie Anfang und Ende der jeweiligen Nummern völlig verschoben werden, gelingt die Weiterverarbeitung der West-Versatzstücke allerdings deutlich besser, als auf dem eher zwanghaften 'Watch Me'. Allgemein hält die zweite Hälfte der Platte nicht ganz das ambitionierte Niveau der Ersten. Zum Ende hin tun sich leider doch wenige Schwachpunkte in Jaydens Performance hervor. Vor allem die sehr einfachen Flows lassen die letzten Songs schier endlos wirken. Am stärksten erscheint Smiths Stimme dagegen in den im weiten Hall versinkenden Gesangs-Einwürfen. Dennoch schält sich Jayden Smith mit 'Syre' endgültig aus dem Schatten seines Kinderstar-Image und liefert eine hörenswerte Platte." - 6/10
  • 8/10
    Sabrina: "'Syre' ist ein Album, von dem ich schon vor dem Hören wusste, dass mir zumindest ein Großteil der Tracks gefallen müssen. Jaden Smith stellt für mich solo schon einen großartigen Künstler dar, wenn dann auch noch Willow Smith, Asap Rocky und Raury sich die Ehre erweisen und Platz auf seinem Debüt finden, kann da eigentlich nicht viel schief gehen. Wie gut Jaden Smith und Raury zusammen funktionieren, haben sie bereits 2016 auf 'Losing Your Mind' bewiesen. Der Nachfolge-Track enttäuscht in keinster Weise. Nach dem ersten Durchlauf wusste ich, dass das nicht der letzte sein würde. Die Grundstimmung der Platte ist unverkennbar und in keinem Moment langweilend. Für mich reiht sich Jaden Smith in die scheinbar endlos lange Liste unglaublich talentierter Teenager aus den Staaten, von denen man hoffentlich noch einiges hören wird." - 8/10
  • 6/10
    Jonas: "Das Album ist jetzt nicht unbedingt schlecht, allerdings fand ich es sehr anstrengend durchzuhören, da es viel zu lang ist und teilweise Tracks über acht Minuten dauern. Auf Grund dieser Länge ist es stellenweise relativ langweilig, weist aber trotzdem das ein oder andere Highlight auf. Musikalisch gesehen ist es nicht schlecht. In Hinblick auf sein noch sehr junges Alter, kann man von ihm noch viel erwarten und gespannt sein, was da in Zukunft noch kommen wird." - 6/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Am Ende ist es die etwas zu große Ambition eines 19-jährigen, sich gereift zu präsentieren, an denen diese Platte krankt. Und dabei macht 'Syre' grundsätzlich viel richtig, hebt sich zumindest ästhetisch von übrigen Reitern einer Jungsspund-Welle ab und hat seine musikalischen Wurzeln eher im verträumten Schaffen von Odd Future und Kanye als in hektischen Trap Houses Atlantas. Besonders die erste Hälfte wirkt sehr, vielleicht etwas zu detailverliebt, spielt mit zahlreichen Referenzen – gerade im ausufernden 14-minütigen Opener – bäumt sich über die kommenden 35 Minuten dank spannender und abwechslungsreicher Arrangements immer weiter auf und könnte dann eigentlich schön ein Ende finden. Doch was nach dem versöhnlichen 'Lost Boy' passiert, will nicht so recht aufgehen. Die, mit Ausnahme vom Titelsong, von synthetischen Bässen dominierten, gradlinigen Songs, die bereits als Singles zu hören waren, bekommen gebündelt eher den Charakter einer nachgeschobenen Hit-EP, die das sonst so sphärische Album auch kommerziell noch ein wenig ankurbeln, dem eigentlichen Vibe aber damit nicht in die Quere kommen sollen. Zu Gunsten der Kohärenz kann man sich diesen Teil also getrost sparen." - 7/10
  • 8/10
    Lukas G.: "Erst war ich skeptisch, als ich hörte, dass der Sohn von Will Smith ein Album gemacht hat. Doch dann habe ich ihm eine Chance gegeben und war positiv überrascht. Die ersten vier Songs 'B', 'L', 'U', 'E' passen so perfekt zusammen, dass ich beim Hören nicht klar erkennen konnte, wann der eine Track endet und der andere anfängt. Er schafft es ein atmosphärisches, homogenes Gesamtwerk abzuliefern, was gen Ende hin ein wenig nachlässt. Ganz nebenbei kann der junge Mann noch richtig gut rappen und singen. Mit diesem Album hat er, mir zumindest, bewiesen, dass er mehr als nur der Sohn seines Vaters ist. Lediglich die Texte sind mir manchmal zu belanglos." - 8/10
7.2/10

Kurzfassung

Auch wenn das Debütalbum von Jaden Smith nicht gleich auf Anhieb alles richtig macht, so präsentiert sich der 19-jährige doch als ein kreativer Newcomer, der mit dem sphärischen Sound auf „Syre“ gefallen bei uns findet. Die Überlänge stört jedoch.

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