Die Meinung der Redaktion zu „KOD“ von J.Cole

 Die Inszenierung von J.Coles Alben verläuft mittlerweile nach einem erkennbaren Schema. Keine Promophase, knappe Ankündigung, keine Features, eine LP mit Konzept. Seit mittlerweile vier Jahren hält der Rapper aus Fayetteville daran fest. Das mag erst einmal langweilig und durchschaubar klingen, wären die Alben nicht die Alben die sie sind. Denn für jede Platte widmet sich Cole einer neuen Thematik, erzählt aus anderen Perspektiven, setzt sich selbst komplett neu in Szene. Und auf die gleichsam schnell mit Platin ausgezeichneten „2014 Forrest Hills Drive“ und „For your Eyez only“ folgt jetzt „KOD“, ein Anagramm, dessen Bedeutung Cole uns bis dato noch nicht konkret verraten wollte. Zur Möglichen Interpretation gab er uns immerhin „Kids On Drugs“, „King Overdosed“ oder „Kill our Demons“. Dieses Mal geht es also um Drogen, um Sucht und um Depression und Absturz. Wir haben uns „KOD“ zur Brust genommen. 

J.Cole – „KOD“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Yannick W.: "Die gekünstelte Sperrigkeit des Vorgängers wird stellenweise hinter sich gelassen, trotzdem flüchtet sich Cole für die Rechtfertigung neuer Einflüsse in Gesellschafts-Projektion. Mir fehlt da die Leichtigkeit seiner ersten Alben. Wie schon 'FYEO' klingt 'KOD' nach Musterschüler-Arbeit. Aber es ist nunmal wieder alles sehr durchdacht, stark gerappt, und verdammt gehaltvoll – der Finger in der Wunde. An der Musik selbst perlt Kritik also problemlos ab. Bis auf '1985' macht mir allerdings kein Song übermäßig Spaß, da die offensichtliche Konstruktion seiner Alben mich mittlerweile langweilt." - 7/10
  • 8/10
    Niklas: "Dass J. Cole einer der technisch und lyrisch besten Rapper dieser Dekade ist, braucht man denke ich an dieser Stelle nicht mehr zu erwähnen. Vor allem auf der zweiten, deutlich persönlicheren und gleichzeitig gehaltvolleren Hälfte von 'KOD' finden sich so manche Songs, die das eindrucksvoll beweisen, 'Brackets' oder 'Friends' beispielsweise. Leider fehlt es der Platte in ihrer Soundkulisse. Viele Beats ähneln sich stark in ihren kühlen Drums und minimalistischen Melodien. Häufig wünscht man sich Cole würde sich aus seinem Klangkorsett schälen und noch weiter experimentieren, wie es auf der ersten Hälfte von 'KOD' stellenweise aber immer noch zu wenig geschieht. 'KOD' ist ein wirklich gut erzähltes Album, mit einem in den heutigen Hip-Hop-Trends sehr wichtigem roten Faden rund um das Thema Sucht. Leider geht der Platte, sobald es nach einigen Durchläufen scheinbar auserzählt ist, die klangliche Vielfalt ab, sodass zumindest ich nicht unbedingt das Bedürfnis habe die Platte noch weiter rotieren zu lassen um auch die letzten lyrischen Doppelböden zu entdecken." - 8/10
  • 7/10
    Jonas: "Lange nicht mehr ein Album gehört dass mir durchgehend zu gut gefällt. Man kann es unfassbar gut durchhören, aber einzelne Songs sind bei mir noch nicht hängen geblieben. Bisher funktioniert das Album bei mir nur als Gesamtprodukt." - 7/10
  • 8/10
    Alexios: "Ich war sehr gehyped als das Album angekündigt wurde, aber fand es am Anfang gar nicht so gut. Das hat sich aber mit der Zeit geändert. 'KOD', 'ATM', 'Once an Addict' und '1985' sind meine persönlichen Highlights. J. Coles Skills am Mic sind wie immer Tip-Top."  - 8/10
  • 9/10
    Josephine: "Die einzige Voraussetzung, die ich an das Album hatte war, dass J. Cole, schließlich einer meiner Lieblingskünstler mich nicht enttäuscht. Diese Voraussetzung konnte er auch zu 91 % erfüllen. Ich feier wie immer seine Kreativität, Stimme, Lyrics und die Beats. Aber irgendwie konnte ich die Platte beim ersten und zweiten Mal hören nicht so fühlen wie seine frühere Musik. Kevin’s Heart läuft aber Trotzdem auf Dauerschleife!" - 9/10
  • 7/10
    Josh: "Teilweise sehr starke Lyrics, die nicht nur den Finger in die Wunde legen, sondern mit einer Rasierklinge darin rumpulen, dass es richtig schmerzt. Dennoch: Ja, es ist ein gutes Album. Aber genau wie bei Kendrick wird (besonders in Deutschland) alles so unglaublich hochgehyped, was er macht, bis jeder Bezug zur Realität verloren geht und ich schon gar keinen Bock mehr habe, mich mit der Mukke zu beschäftigen. Entspannt euch doch mal, Alter."  - 7/10
  • 8/10
    Jakob: "Ist 'KOD' gut, weil es gut ist oder weil es im breiten Mainstream zurzeit kaum Konkurrenz gibt, wenn es um Inhalte geht, die über ein 'Sku Sku' hinausgehen? Diese Frage habe ich mir zuletzt des Öfteren mal gestellt. Ich denke, dass beides zutrifft. Dass J.Cole Albumformat hervorragend kann, beweist 'KOD' nämlich wieder einmal. Der rote Faden ist klar erkennbar und man kann sich an diesem Album einfach länger erfreuen als an einem reinem Hit-Album wie bei den Migos. Und das sag ich als Migos Fan. Letztlich gefiel mir '4 Your Eyez Only' ein wenig besser, gerade weil 'KOD' beattechnisch wie musikalisch um einiges kompakter ist." - 8/10
7.7/10

Kurzfassung

Auch auf „KOD“ zeigt J.Cole erneut Gespür für das gekonnte Erzählen gesellschaftlicher Probleme in Geschichten-Form und präsentiert ein gelungenes fünftes Album. In der vorhersehbaren Konstruktion und geringer musikalischer Vielfalt finden sich trotzdem Kritikpunkte an der LP.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "KOD" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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