Die Meinung der Redaktion zu „Montenegro Zero“ von Haiyti

Kitschkrieg

Gangsta-Rap und Kunst studieren, ein Spagat, der Haiyti in den vergangenen Monaten besonders für die Feuilletons der gestandenen Blätter interessant machte. Die eigene Darstellung, eine außergewöhnliche Stimme und ein immens hoher Output (zwei Mixtapes, zwei EPs, zahlreiche Features in zwölf Monaten) tun ihr übriges um die Aufmerksamkeit gegenüber der Hamburgerin rasant ansteigen zu lassen. Kaum sonst jemand macht es sich in der deutschen Musikszene so sehr zur Aufgabe Musik aus dem Moment zu schreiben, roh, ehrlich, unverkrampft. Für das erste Album ging es nun zum größten Major Universal, an ihrer Seite die Partner der gefeierten „Toxic“-EP, Kitschkrieg. Ob sie auf den zwölf Songs den Erwartungen gerecht werden kann, haben wir besprochen.

Haiyti – „Montenegro Zero“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Yannick W.: "Passt überall. Mal laut und dreckig, mal wunderschön verträumt poppig und immer mit Querbeet-Genre-Anleihen. Das an den richtigen Stellen geschliffene Projekt, das ich ich mir nach den starken Tapes gewünscht habe." - 8/10
  • 7/10
    Josh: "Das erste Mal, dass sich Haiyti den üblichen Strukturen hingibt und wirklich ein 'Album' veröffentlicht. Entgegen vieler Befürchtungen hat sie - zumindest für mein Empfinden - nichts von ihrer unkonventionellen Verrücktheit abgegeben. Mit großer Hitdichte zieht einen die Hamburgerin in ihre nicht definierbare Welt irgendwo zwischen Herzschmerz und Mafiaromantik. Auch wenn ich finde, dass der Hype um Haiyti in der Größenordnung total übertrieben ist, wie sie von vielen Fans und Presse heroisiert wird, muss man festhalten: ein Hit ist ein Hit." - 7/10
  • 9/10
    Jakob: "Fakt ist: Zu Haiytis Musik braucht man einen Zugang. Hat man den gefunden, dann ist "Montenegro Zero" das bisher rundeste Projekt der Hamburgerin geworden. Denn zum ersten Mal zieht sich die Qualität durch die gesamte Spielzeit durch. Bisher konnte das Haiyti mit keiner EP wirklich schaffen. Der inhaltliche Spagat zwischen Dope Game und Haute Couture gelingt auch so gut wie nur selten. Kitschkriegs Produktionen wieder einmal unglaublich stark." - 9/10
  • 8/10
    Sabrina: "'Die Kleine macht jetzt Kasse.' Und das sei Haiyti gegönnt. Denn sie schafft es trotz Major-Label im Rücken ein unfassbar authentisches Album zu machen, das an den richtigen Stellen sehr professionell ist und die an ihr so geschätzte Spontanität trotzdem nicht zu kurz kommen lässt. Während sich auf einem Track in Frauenarzt-Manier über das Berghain ausgelassen wird, klingt „Serienmodell“ ein paar Tracks weiter sanft und poppig. So funktioniert die ganze Platte. Ständige Stimmungswechsel - sowohl inhaltlich, als auch soundtechnisch. Und trotzdem kommt ein rundes Album zustande, das als Gesamtwerk Sinn und vor allem Spaß macht. Ganz nebenbei lässt Haiyti einen Vibe entstehen, der ungezwungener kaum sein könnte und dabei mit keiner anderen Künstlerin vergleichbar ist." - 8/10
  • 6/10
    Oliver: "Live funktioniert das Album mit Sicherheit super. Feiern auf den Sound geht klar. Ich würde mir das Album allerdings nicht beim Auto fahren auf Schleife anhören und das brauche ich, damit ein Album mich voll und ganz überzeugt. Trotzdem hat es auch so durchaus starke Momente, so nimmt mich 'Haubi' auf jeden Fall mit auf die Hamburger Platte und macht Haiyti als Person, interessant für mich. Grundsätzlich finde ich, das Kitschkrieg mit den Produktionen super Arbeit geleistet hat, aber die krassen Lobeshymnen überlasse ich noch dem Feuilleton. Das Album ist mir auf Dauer einfach zu anstrengend beim Anhören." - 6/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Frech, wild, dynamisch – Haiyti, wie sie leibt und lebt. Auch auf ihrem Majordebüt lässt sich der fleischgewordene Wirbelwind nicht ausbremsen und gibt mindestens 100%. In einem Mix aus Dancehall, Pop und Trap erzählt die Grande Dame im deutschen Rap-Game von Glamourleben, Gangsterstorys und übt Gesellschaftskritik. KitschKrieg und Haiyti, das passt schon wie auf der 'Toxic'-EP." - 8/10
  • 9/10
    Niklas: "Haiytis Major-Debüt hält was es verspricht. Vor allem in den poppigen Momenten der Platte wünscht man sich, dass dieser Sound, diese Präsenz und Attitüde den Pop-Zeitgeist der Zukunft prägen und endlich den schlagerhaften und glattpolierten deutschen Mainstream-Pop ablösen. Auch um ihre Ecken und Kanten lässt sich die selbsternannte Trap-Queen nicht beschneiden, selbst wenn diese Platte zweifelsfrei ihre bis dato eingängigste darstellt. Zudem ätzt die Hamburgerin gegen die richtigen Menschengruppen und setzt mit ihren lautmalerischen Adlips vor allem in 'Berghain' neue Standards. Ich persönlich hätte auf den etwas elendig wirkenden und sehr gezwungenen Interview-Marathon verzichten wollen, wenn dieser allerdings dazu beiträgt, dass sich 'Montenegro Zero', Haiyti und vor allem das geniale KitschKrieg-Team im deutschen Pop etabliert bin ich mehr als zufrieden." - 9/10
  • 8/10
    Lukas G.: "Bei diesem Album bin ich hin- und hergerissen. '100.000 Fans' gefällt mir nach mehrmaligem Hören plötzlich, was vermutlich auch am mitreißenden Instrumental liegt. Generell finde ich es faszinierend, wie Kitschkrieg es schaffen, in Liedern wie 'Gold', 'Bahama Mama' oder 'American Dream' eine passende Atmosphäre aufzubauen. 'Mafioso' geht mir hingegen gar nicht ins Ohr. Darauf folgt mit 'Berghain' wieder ein großartiger Track. Für mich spiegelt das Album ihr öffentliches Auftreten wieder. Manchmal wirkt es extrem durchdacht und aufwendig, manchmal auch wie auf die Schnelle hingeklatscht. Insgesamt ist 'Montenegro Zero' nichts, was ich mir in kompletter Länge regelmäßig anhören werde, dennoch ist es sehr gut gemacht und ich kann nachvollziehen, dass es einige komplett abholt. - 8/10
  • 7/10
    Anna S.: "Halte ich für ihr bislang stärkstes Release. Extravagante Hits und eigenwillige gesangliche Performances halten sich die Waage – Deutlich greifbarer als die Vorgänger." - 7/10
  • 8/10
    Jonas: "Bisher hab ich zu den Hörern gehört, welche Hayitis Art und Weise Lieder zu machen leicht befremdlich fanden. Aber mit dem ersten Major-Album stiegen die Erwartungen natürlich trotzdem ziemlich hoch und wurden alle erfüllt. Wahnsinnig gutes Album mit gleich mehreren Hits. Tatsächlich berühren ein die meisten Tracks auch auf ihre ganz eigene besondere Art. Das gesamte Soundbild funktioniert sehr gut, auch natürlich dank Kitschkrieg. Thematisch bleibt das ganz leider noch, für meinen Geschmack, ein wenig zu viel in ihrem eigenen Kosmos. Allerdings schafft sie es so selbigen ihren Hörern perfekt vorzustellen." - 8/10
7.8/10

Kurzfassung

Mit dem Debüt kann Haiyti beinahe auf ganzer Linie überzeugen. Der Charakter Haiyti wird greifbarer, die Musikalische Untermalung zugänglicher. Ein starker LP-Einstand.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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