Die Meinung der Redaktion zu „Jango“ von Haiyti und Die Achse

Wirft man einen Blick auf die wichtigsten Newcomer des vergangenen Rapjahrs, bildet Haiyti sicherlich mit einigen wenigen die absolute Speerspitze. Nach ihrem Mixtape „City Tarif“ vor mittlerweile einem Jahr folgen einige Kollaborationen mit Trettmann und dem befreundeten KitschKrieg-Kollektiv. Für die musikalische Eröffnung 2017s hat sich die Hamburgerin jetzt noch namhaftere Unterstützung geholt: Die Achse aka Farhot & Bazzazian. In ihrer gemeinsamen Zeit im Studio sind insgesamt fünf Songs entstanden, bei denen es lediglich Unterstützung vom besten Freund Joey Bargeld gibt. Erschienen ist die EP schließlich über Farhots eigenes Label Kabul Fire und nur auf Vinyl. Wir haben uns das musikalische Zusammentreffen angehört.

Haiyti & Die Achse – „Jango“ kaufen

 

Das sag die BACKSPIN Gang!
  • 9/10
    Niko: "Ich hatte anfänglich meine Probleme mit Haiyti, konnte schon verstehen was an ihr so faszinierend ist. Aber es brauchte schon noch ein persönliches Treffen, um es zu fühlen. Und wenn dann die für mich stärksten Beatbauer der Nation sich diesem Juwel annehmen, und es aus der Ungewissheit heraus holen, wo es hingehen soll, entsteht so eine EP. Wow. Passt vorne und hinten und lässt mich auf ein gemeinsames Album hoffen. Emotionen." - 9/10
  • 8/10
    Raphael: "Soundtechnisch ist das ein wahrer Quantensprung. Farhot und Bazzazian liefern hier bassreiche und ausproduzierte Bretter wie im Sägewerk. Von Haiyti gibt es ordentlich Passion. Und beklemmende Verzweiflung, wie auf 'Angst'. Im Ganzen wirkt sie hier fokussierter und das Werk kohärenter. Und obwohl sie sich auf EP-Länge eigentlich am besten macht, wünsche ich mir direkt mehr von diesen Bangern." - 8/10
  • 7/10
    Sara: "Mit ihrem Style trifft Haiyti den Nerv der Zeit halt mitten ins schwarze. Es ist zwar nicht ganz mein Fall, aber ich kann den Hype nachvollziehen. Das Trap Ding passt zu ihr, es wirkt nicht wie fehl am Platz. Mit dieser EP liefert Haiyti zusammen mit Die Achse einen atmosphärischen Sound, in dem man definitiv versinken kann, wenn man sich drauf einlässt. Haiyti fühlt den Shit bis in die letzte Beatfaser und bringt das genau so rüber. Mit einer guten Vielfalt kann sie bei der 'Jango' EP ebenfalls punkten. Mein persönlicher Favorit ist 'Angst'. Über den Style kann man streiten, aber solide ist das Teil ohne Zweifel." - 7/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Qualität und Quantität waren selten auf einem gleichermaßen hohen Level wie bei Haiyti. Mit 'Jango' beweist sie zum zweiten Mal in nur zwölf Monaten, dass sie das EP-Format komplett beherrscht. Nachdem die letzten Projekte der Achse meist zwar voluminös, aber am Ende dann doch nicht unbedingt überzeugend klangen, habe ich bei 'Jango' das Gefühl, dass es auch für die Beiden eine Herzensangelegenheit ist, endlich haben die Beats das gewisse Etwas, dass die Namen eigentlich versprechen. Der lyrische Spagat Haiytis zwischen Party und Einsamkeit wirkt dabei schon fast ein wenig manisch, besonders mit den unglaublich wuchtigen Beats im Rücken. Natürlich ist es am Ende einfacher, fünf Songs lang on Point sein, als auf Albumlänge, dennoch gibt es in diesem Fall tatsächlich nichts auszusetzen, außer vielleicht, dass man Probleme mit der schrill-schrägen Stimm-Performance hat. Das beste Release der Hamburgerin bis jetzt, die Konstellation wäre ein absoluter Wunschtraum für das große Album." - 8/10
  • 7/10
    David: "Mit Farhot und Bazzazian hat sich Haiyti eines der besten Produzentenduos in Deutschland an die Seite geholt. Vom Sound her eine klare Steigerung zu den vorherigen Alben/Mixtapes. Der brachiale Sound der EP gefällt mir sehr gut und durch Haiytis experimentelle und unkonventionelle Style, wird diese auch nicht langweilig. Meiner Meinung nach die stärkste Veröffentlichung von Haiyti bis dato." - 7/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Haiyti scheint auf jedem Sound zu funktionieren, und so auch auf den basslastigen Beats von Farhot und Bazzazian. Die Hamburgerin lebt weiterhin ihre rebellische Ader aus, weiß mit ihrer frechen Art zu gefallen und hat überdies mit Songs wie 'Single' und 'Angst' Ohrwürmer der ersten Güteklasse im Gepäck. Nach all den Veröffentlichungen im vergangenen Jahr und der 'Jango' EP ist die Zeit für ein Album nun mehr als reif." - 8/10
  • 7/10
    Peter: "Diese EP gefällt mir minimal besser als ihr letztes Release. Vor allem durch die Produktionen von Farhot und Bazzazian, die meinen Geschmack mehr treffen als die Instrumentals von 'Nightliner', geht mir das Release leichter ins Ohr. Die Kunstfigur Haiyti ist mir nach wie vor suspekt, das musikalische Endprodukt stimmt jedoch." - 7/10
  • 6/10
    Anna S.: "Die tiefen, drückenden Trap-Beats fangen das expressive, rustikale stimmliche Aufgebot von Haiyiti gekonnt auf. Während ich auf 'Nightliner' zu viele Klänge auf einen Schlag angekreidet habe, wurde auf der EP alles in einen harmonischeren und angenehmen Soundrahmen gerückt. Die 'Jango' EP ist das erste Werk der Rapperin, mit dem ich ganz gut etwas anfangen kann – Die Achse machen hier für meinen Geschmack einiges wett." - 6/10
  • 7/10
    Teresa: "Ich bin der Meinung, dass man entweder Haiyti-Fan oder Hater ist und auch bei dieser EP bin ich wieder Beides. Auf der einen Seite kann ich mit dem Titelsong 'Jango' so Garnichts anfangen, was ist die Aussage von diesem Track? Auf der anderen Seite ist da ein Song wie 'Angst', der tief blicken lässt und einfach grandios ist." - 7/10
  • 8/10
    Kevin: "Die Produktionen auf der EP sind durch die Bank weg stark. Besonders hervorzuheben sind dabei für mich 'Jango' und 'Angst'. Das allerdings, war so auch zu erwarten, da mit Die Achse zwei der talentiertesten Producer des Landes für den Sound der EP verantwortlich waren. Haiytis Vocal Performance ist stellenweise so schrill, dass man es nur lieben oder hassen kann – ich bin Vertreter ersterer Garde. Gerade diese Vocals wissen die beiden Produzenten so gut zu verarbeiten wie bisher kein anderer, der bei Haiytis veröffentlichten Songs seine Finger im Spiel hatte. An manchen Stellen, z. B. in 'Angst', verschmelzen die Vocals und der Beat beinahe miteinander. Allerdings fehlt mir etwas auf der EP. Bislang hatte ich immer das Gefühl, dass es etwas runder sein könnte, dass noch etwas fehlt um den Skeptikern die Argumente ausgehen zu lassen. Allerdings kommt sie immer näher." - 8/10
7.5/10

Kurzfassung

Wirklich viel zu meckern an ‚Jango‘ finden wir nicht. Sowohl die Beats als auch die Performance Haiytis kann über die fünf Titel überzeugen und schaffen es, perfekt ineinanderzugreifen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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