Die Meinung der Redaktion zu „Future“ & „HNDRXX“ von Future

Ein Jahr, in dem Future uns nur mit einem oder gar ganz ohne ein Release zurückließ, durften wir seit seinem Karrierestart zu Beginn dieser Dekade noch nicht erleben, für dieses Jahr scheint sich das Arbeitstier aus Atlanta nun allerdings noch größere Ziele gesetzt zu haben. Nach einem Album und zwei Solomixtapes startete Future in dieses Jahr mit der Ankündigung seines fünften, nach sich selbst benannten Soloalbums – und das, wie in den USA mittlerweile fast üblich, nur drei Tage vor Release. „Future“ tat es den drei zuletzt veröffentlichen kommerziellen Releases gleich und erklomm prompt die Spitze der Charts. Doch Future wäre nicht Future, wenn ihm das genügen würde und so wurde nur wenige Tage später ein ewiger Chartrekord angepeilt. Eine Woche nach dem Release der ersten Platte sollte „HNDRXX“ erscheinen – „the album i ever wanted to make“ kündigt Future es an. Nachdem LP Nummer Fünf ganz ohne Gäste auskam, stehen beim kurzfristigen Nachfolger The Weeknd und Rihanna zur Seite. Und tatsächlich: Der Rekord gelingt, als erster Künstler kann Future zwei Wochen nacheinander den Chartthron der USA erklimmen. Wir haben „Future“ und „HNDRXX“ besprochen.

Future – „Future“ kaufen
Future – „HNDRXX“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang zu "Future"!
  • 5/10
    Anna S.: "Abwechslungsreiche und gut ausproduzierte Instrumentals – was bei der Produzentenriege hinter dem Werk aber auch wenig überrascht. Hinzu kommt Future, der sich abermals mit einer zeitgenössischen Delivery präsentiert und über die gängigen ATL-Thematiken rappt. Trotzdem bleibe ich beim Hören der fast zwanzig Tracks auf der Strecke. Mir ist das Ganze zu trist und eintönig – was an Inhalt und Delivery gleichwohl liegt." - 5/10
  • 7/10
    Freddy: "Mula, Molly, Draco… Das self-titled Album von Future ist Straßentrap pur: kompromissloser Hustle mit einer Prise Fashion Swag. Die 17 Anspielstationen ohne Feature haben starken Mixtape-Charakter. Einige der Nummern klingen nach Skizzen und dienen für mich nur als Lückenfüller. Da hätte Pluto ein wenig reduzierter arbeiten können. Trotzdem gibt es eine Reihe an Höhepunkten. Besonders innovativ kommt der erste Part von 'I’m So Groovy' mit dem Start-and-Stop-Flow Name-Dropping. Meine persönlichen Highlights sind aber die Videosingle 'Draco', das gesampelte 'Mask Off' und der smoothe Closer 'Feds Did a Sweep'." - 7/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Wenn man das Album in Adjektiven beschreiben wollen würde, reichte eins aus: Kompromisslos. So wirkt die Platte mit seinen 17 Titeln wie eine Ansage an die Musikindustrie, findet zwischen Partys und Atlantas Trap-Houses statt. Die Kompromisslosigkeit bringt allerdings auch das größte Problem mit sich, das 'Future' ausmacht. Es gibt nahezu keine Ausbrüche aus dem vorherrschenden Soundbild, die Platte wartet in der ersten Hälfte mit schleichenden Hits auf, dessen Meldoiebruchstücke sich teils im Unterbewusstsein verankern und für Tage dort herumschwirren können - ein halber Ohrwurm wenn man so will. Einzig 'Mask off' stellt einen offensiven Single-Kandidaten dar und sticht mit catchy Hook heraus, leitet allerdings auch gleichzeitig die zweite, eher fade Hälfte der Platte ein, in der Future beginnt, sich selbst, die eigenen Flows, zu recyclen. Und das verbreitet als Folge der Monotonie am Ende sogar hauptsächlich Langeweile." - 6/10
  • 6/10
    Lukas: "Klassischer Future Sound. Starke Beats, starker Flow und seine unverkennbare Stimme. Man kann die Platte gut hören und die Tracks geben viel Energie ab. Traurigerweise leidet wie so oft die Qualität unter der Quantität. Wer so viel Output wie Future hat, kann ja kaum immer das unglaubliche Level halten, dass er in manchen Songs vorlegt." - 6/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Über allem steht für mich 'Mask Off', ein weiterer Song aus der Mensch gewordenen Ohrwurmfabrik namens Future. Der Track regt zur Bewegung an und ist charakteristisch für den 33-jährigen, der seit jeher ein Gespür für catchy Hooks beweist. Generell kann sich Future auf seinem selbsbetitelten Album in Sachen eingängiger Melodien, Flow und lyrischer Finesse beweisen und findet seine eigene Sparte im großen Trap-Kosmos." - 7/10
  • 6/10
    Sara: "Bei seinem 'Future' Album lag der Tenor bei Themen wie seine Vergangenheit mit Drogen, Reichtum, Parties und Ruhm - mehr Club Banger. Deutlich mehr Trap als 'Hndrxx' und allgemein etwas düster gehalten. Wahrscheinlich der Sound, für den alleFuture lieben. Er beherrscht, was er tut, aber ich werde mit Trap nicht so richtig warm. Ich habe dann so meine zwei bis drei Songs, die ich geil finde... aber das ist ja nur was persönliches. Objektiv gesehen ist er krass." - 6/10
6.2/10

Kurzfassung

Ein kompromissloses Future-Album, wie man es nicht anders erwartet hätte. Damit kann der Rapper aus Atlanta zwar nicht unbedingt enttäuschen, überraschen aber eben auch nicht. Auch der Grundsatz „Quantität > Qualität“ sorgt auf „Future“ für einige Ausfälle.

Das sagt die BACKSPIN Gang zu "Hndrxx"!
  • 5/10
    Anna S.: "Auf 'Hndrxx' verziert Future kühle, elektronische Instrumentals mit emotionalen Lyrics und sanftem Gesang. Abgesehen vom Featuretrack mit Rihanna, 'Selfish', klingen die 17 Tracks ziemlich einheitlich. Es gibt also einen zusammenhängenden Soundkosmos, der in diesem Fall aber schnell in schlichte Monotonie übergeht. Ich kann dem Album daher nicht wirklich etwas abgewinnen." - 5/10
  • 9/10
    Freddy: “Auf 'Hndrxx' hören wir einen sehr persönlichen und ehrlichen Future. Der melodiöse, harmonische Sound unterscheidet sich stark vom dreckigen Vorgängeralbum und wirkt ausgereifter. Zudem gibt es mit The Weeknd und RiRi zwei hochkarätige Gäste. Der poppige Track 'Selfish' klingt nach romantischem Radiosong und beweist neben 'Testify' großes Hitpotential. Für mich ist 'Solo' jedoch der absolute Höhepunkt dieser emotionalen, tiefgründigen Platte. Hier und da hätte der ein oder andere Track aufgrund der inhaltlichen Ähnlichkeiten eingespart werden können.“ - 9/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Eine Methode mit Liebeskummer umzugehen, ist, ihn Party zu ertränken. Ein Weg, den Future auf seiner sechsten LP wählt und nach dem langatmigen Self-Titled-Album ein deutlich anderes Soundgewand dafür wählt. Der 'Super Trapper' macht auf 'Hndrxx' am Ende nämlich nichts anderes als kühlen R'n'B - natürlich mit Einflüssen seines bekannten Sounds und verarbeitet darauf zerbrechende Beziehungen. Und was soll man sagen: Es ist großartig. 'Hndrxx' ist aufrichtig, innovativ und eingängig. Lediglich mit einigen der Überlänge geschuldeten Wiederholungen und Negativausbrüchen - so z.B. die Zusammenarbeit mit Rihanna - hat die sechste LP Futures zu kämpfen. Damit ist es zwar nicht perfekt, stellt neben 'DS2' allerdings den Gipfel seines bisherigen Schaffens dar." - 8/10
  • 5/10
    Lukas: "Bei diesem Album ist es etwas anders als bei den meisten Future Sachen. Er gibt hier viel mehr preis als sonst. Sehr viel ruhiger und auch emotionaler als man es von ihm gewohnt ist. Außerdem mehr lyrischer Tiefgang. Aufjedenfall eine gute Idee, die aber für mich leider überhaupt nicht zu ihm passt. Für mich ist der etwas melancholische, über die Vergangenheit klagende Future einfach sehr anstrengend zu hören." - 5/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Gut zu vergleichen mit dem nur eine Woche zuvor erschienenen 'Future' und qualitativ nochmal einen Schritt weiter. Denn Future gibt sich noch entspannter, noch zielgerichteter und hievt seinen smoothen Sound aufs nächste Level. Die Hitmaschine verarbeitet die gescheiterte Ehe mit R'n'B-Sängerin Ciara, thematisiert das ihm entzogene Besuchsrecht für den gemeinsamen Sohn und bringt seine Gefühle in einem Gewand aus 80er-Synthies zum Ausdruck. Stilsicher ergänzen Pianomelodien, Trompeten und Flötentöne den Sound von Future und küren ihn zum neuen Nummer 1-Barden der amerikanischen R'n'B-Zunft." - 8/10
  • 8/10
    Sara: "'Hndrxx' hebt sich, wie er selbst auch ankündigte, von den Vorgängeralben ab. Da bekommt man das Gefühl Future würde sich öffnen und mehr in sein Privatleben Einblicken lassen. Die Themen Frauen, Beziehungen, Loyalität und Liebe werden überdurchschnittlich oft behandelt. Future zeigt eine verletzliche, aber auch gutmütige Seite von sich. Soundtechnisch geht das in eine für Future ungewöhnlichere Richtung - man hört kleine Anlehnungen an R'n'B und Pop. Für meinen Geschmack sehr eingängig." - 8/10
7.2/10

Kurzfassung

Mit seinem Ausflug in den R’n’B und dem zeigen seiner persönlichen Seite kann Future uns teils so sehr überzeugen, wie nie vorher. Lediglich die erneute Überlänge, die einigen Füllern geschuldet ist, trübt das Gesamtbild. Die Stilprobe des Rappers ist geglückt.

 

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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