Die Meinung der Redaktion zu „You only live 2wice“ von Freddie Gibbs

Das letzte Jahr dürfte sich für Freddie Gibbs als das bisher turbulenteste seiner Rapkarriere herausgestellt haben. Nachdem er mit seinem gefeierten Album „Shadow of a Doubt“ durch Europa tourte, endete seine Reise abrupt in Frankreich. Mit dem Vorwurf der Vergewaltigung verhaftet und nach Österreich ausgeliefert, wurde dem US-Rapper in Wien der Prozess gemacht. Nach rund einem halben Jahr in Haft endete das Ganze für ihn im vergangenen September mit einem Freispruch. Die folgenden Monate nutzte er schließlich, um seine neue LP, „You only live 2wice“, unter anderem mit Kaytranada und BadBadNotGood fertig zu stellen. Die kompakten acht Songs nutzt er dabei unter anderem, um sich zur Inhaftierung in Europa zu äußern. Wir haben die Platte besprochen.
 
 
 
Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Lukas: "Ein Album mit acht Tracks gibt es definitiv selten. In dem ganzen Soundcheck Zirkus manchmal recht angenehm, aber leider konnte mich Freddie diesmal auf den acht Tracks nicht richtig mitreißen. Die erste Hälfte des Albums ist nur so an mir vorbeigerauscht und alles klang irgendwie ähnlich. Auch, wenn es meist ein positives Kriterium für ein Album ist, aus einem Guss zu sein, war es diesmal doch etwas zu eintönig. 'Andrea' hat mich dann mit dem Beat wieder etwas mitgerissen. Definitiv kein schlechtes Album und zum nebenbei hören legitim, aber von einem Freddie Gibbs hätte ich etwas erwartet, was vielleicht mehr im Kopf bleibt oder unterhält." - 7/10
  • 6/10
    Marvin: "Freddie Gibbs Album 'Pinata' wird für mich immer eines meiner Lieblingsalben bleiben. Nach den schwerwiegenden Vergewaltigungsvorwürfen gegen ihn dachte ich, seine Karriere könnte sich davon nicht erholen. Er meldete sich aber zurück und bringt nun 'You Only Live 2wice', worüber ich hoffte nochmal so wie damals bei 'Pinata' überrascht zu werden. Allerdings blieb dieser Effekt dieses mal aus. Das Album umfasst gerade mal acht Tracks, wovon sich für mich keiner soundtechnisch wirklich vom Rest abgesetzt hat. Ist man gerade im richtigen Modus für das Album ist es auch schon wieder vorbei. Die Beats wirken oft sehr eintönig und Freddie für mich nicht souverän auf ihnen. Der einzige Lichtblick war 'Amnesia', wo ich auch mehr vom alten Freddie 'Gangsta Gibbs' erkannt habe. Insgesamt ist das Album sehr kurz, jedoch trotzdem in Ordnung. Vergleicht man es aber mit 'Pinata' schneidet es unterdurchschnittlich ab." - 6/10
  • 8/10
    Jakob: "Es sind zwar nur acht Tracks und das ist für ein Album schon sehr kurz, aber - ich finde einfach jeden einzelnen Song heftig. Angefangen bei den Beats, die einfach allesamt richtig hart knallen, wobei für mich 'Amnesia' aber trotzdem noch am krassesten herausstechen kann, bis hin zu heftig geflowten Parts samt eingängigen Hooks eines Freddie Gibbs, der wirklich Bock hatte, dieses Album aufzunehmen. Das hört man raus. Die zwei gesungenen Hooks auf 'Crushed Glass' und 'Andrea' fand ich auch richtig nice und diese haben dem Album noch einmal eine Facette mehr gegeben. Trotz der kurzen Länge traut sich Freddie zum Ende hin etwas sanftere Töne anzuschlagen. Ein kluger Schachzug. Kein Klassiker, aber für mich bis jetzt eines der Highlight aus Amiland." - 8/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Auf die Anschuldigungen des letzten Jahres kann man musikalisch auf verschiedene Wege reagieren. Auf der neuen LP wählt Freddie Gibbs für meinen Geschmack dabei den falschen. 'You only ive 2wice" fehlt der Hunger, den ich mir von dem Album erhofft hatte. Über weite Strecken wirkt der eigentlich selbstbewusste, energische Freddie Gibbs in seiner Performance resigniert, auch wenn die Lyrics da stellenweise eine ganz andere Sprache sprechen. Amüsant wird es, wenn er davon berichtet, wie er sich zwischen den Deutsch sprechenden Beamten verloren fühlt, dennoch fällt der Bericht aus seiner Psyche weit weniger fesselnd aus, als es möglich gewesen wäre. Wirklich hervortun in Sachen Performance kann sich lediglich 'Amnesia' und das ist, auch in Anbetracht des Potentials in seiner Stimme, auf einem ohnehin sehr knapp gehaltenen Album zu wenig." - 6/10
  • 5/10
    Sara: "Ich war leider echt nicht beeindruckt. Nichts hat mich gepackt, kein einziger Song so richtig. Manchmal fand ich 'nen Beat ganz gut, oder den Vibe. Aber meiner Ansicht nach ist das Gesamtpaket total unspektakulär. Alles so konstant mittelmäßig. Der Flow stets unverändert, die Beats ohne richtigen Ausschlag. Der Junge hat so viel zu erzählen (auch nicht uninteressantes), das hätte man wesentlich cooler verpacken können." - 5/10
  • 7/10
    Cedric: "Die LP ist vom Klangbild zwar das, was man von ihm kennt, allerdings merkt man, dass er durch seinen Gefängnisaufenthalt viel Zeit hatte seine Situation, seine Karriere und seine Musik zu reflektieren. Das merkt man vor allem auf 'Homesick', aber auch allgemein wirkt vieles tiefer als zuvor. Da der Fokus auf den Texten liegt, stechen die Produktionen nicht zu sehr raus, diese sind aber gleichzeitig so abwechslungsreich, dass die ganze LP beim Durchhören nicht langweilt. Freue mich schon auf das nächste, noch mehr durchdachte Album." - 7/10
6.5/10

Kurzfassung

Mit seiner neuen LP konnte Freddie Gibbs bei uns nur bedingt punkten. Über die kurze Laufzeit von nur 30 Minuten schafft er es kaum, Spannung aufzubauen. So fällt „You only life 2wice“ der Eintönigkeit zum Opfer.

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