Die Meinung der Redaktion zu „Gift“ von Eunique

Vor knapp 18 Monaten verkündete Eunique, damals noch eine durch gelegentliche Cover ein Begriff gewordene Newcomerin: Es geht ins Boot Camp. Mit ihrer Rückkehr auf die Bildfläche gab es dann direkt das erste Album. Begleitet von der Doku-Serie „Becoming Eunique“, in der der geplante Aufbau eines Stars abläuft, zeichnet sich ein Gesamtbild als Mixtur aus künstlerischer Vision und industrieller Gehschnur ab. Wichtig ist dabei auch die Präsentation der eigenen Identität durch das Umfeld. Ihre Crew besteht zum großen Teil ebenfalls aus Frauen, mit einer dem Album beiliegenden EP bietet sie jungen Musikern mit Verbundenheit als Black Community im Deutschrap eine massenwirksame Plattform. Auf „Gift“, das zu großen Teilen von Michael Jackson produziert und in Szene gesetzt wurde, geben sich auch Xatar, KC Rebell, Azzi Memo, Adel Tawil und Mert die Ehre. Unsere Meinung zum Album gibt’s hier. 

Eunique – „Gift“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Alexios: "Wie ich es schon im Podcast gesagt habe, ist es mir lyrisch zu unausgereift. Musikalisch kann man nichts sagen, auch wenn es für meinen Geschmack noch zu oft dasselbe ist. Aber man darf auch nicht vergessen das es das Debüt-Album war. Ich bin gespannt, wie sie sich entwickeln wird." - 6/10
  • 6/10
    Niklas: "Eunique untermauert mit ihrem Debüt definitiv ihre Ambitionen und rechtfertigt den Hype seit 'Jubel'. Insgesamt ist 'Gift' in meinen Augen allerdings eher überambitioniert, was an Euniques übermenschlich großen Selbstinszinierung und ihrer epischen Ästhetik liegt. Zwar passt so ein bombastischer Sound in Euniques Image, dennoch wird an vielen Ecken und Enden deutlich übertrieben und die vielen Ad-Lips und Soundeffekte überladen die ohnehin schon sehr hektischen Beats noch mehr. Technisch kann man nur den Hut vor den Gesangs- und vor allem Rapskills der Hamburgerin ziehen. Außerdem weiß Eunique mit ihrer entwaffnenden Ehrlichkeit vor allem sich selbst gegenüber in ihren Bann zu ziehen. Leider kommt dieser Charakterzug nur in einzelnen Punchlines durch und wird nicht auch in ein einen ganzen Song gegossen. Mein Highlight der Platte: die spitzenmäßige Empowerment-Hymne 'Wer ist so nice'." - 6/10
  • 5/10
    Jonas: "Bis auf zwei, drei Ausnahmen gefällt mir das Album überhaupt gar nicht. Monotone, schon 30 mal gehörte Beats, größtenteils inhaltslose Lyrics und ein Mert Feature veranlassen mich dazu, diese Platte sehr schnell wieder zu vergessen." - 5/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Der Charakter, der mit ihr aufgebaut wurde, schimmert auf dem Album noch viel zu selten durch. 'Gift' klingt zu oft nach Hit, ist am Ende nicht konsequent genug in Sachen Selbstinszenierung. Eigentlich ironisch, das genau auf dem Spiel damit eine ganze Promophase aufgebaut wurde. Das gigantische Potential geht dadurch allerdings nicht flöten, denn die Songs selbst können oft was – auch wenn ein Zusammenhang nur sehr lose erkennbar ist." - 6/10
  • 8/10
    Niels: "Die Attitüde steht direkt von Beginn der Platte an fest: 'Kämpfen, nicht wegrenn!' Eunique verkörpert Frauenpower to the fullest und demnach geht der Großteil der Nummern ordentlich nach vorne. Die eigene Haltung und der Vibe stehen hier deutlich im Vordergrund. Jede Line und jeder Flow sitzt. Stellenweise wird es textlich etwas redundant, sodass es für meinen Geschmack auch gerne vier Tracks weniger getan hätten. Dennoch ist die Dichte an Hits extrem hoch, sodass ich mir die LP durchaus gut auf der ein oder anderen längeren Autofahrt oder auch im Gym vorstellen kann. Nur textlich hätte ich mir hier und da noch ein wenig tiefere Einblicke in ihren Ansichten und Geschichte gewünscht. Luft nach oben bleibt also. Fürs Debüt macht Eunique jedoch schon sehr, sehr viel richtig." - 8/10
  • 6/10
    Josephine: "Eunique ist mir super sympathisch und in meinen Augen auch auf einem sehr guten Weg, längerfristig als Frau im Deutschrap an der Oberfläche zu schwimmen. Für das erste Album gibt es schon ganz schön viele Lieder und Featuregäste, die auf den ersten Blick vielversprechend aussehen. Nach einigen Tracks finde ich die häufige Verwendung von Autotune aber ziemlich anstrengend. Es wäre mir für die nächsten Projekte lieber, wenn sie mehr mit ihrer unbearbeiteten Stimme arbeitet. Lieder, die im Kopf bleiben und noch zwei, drei Tage später da bleiben, gibt es aber auf jeden Fall!" - 6/10
  • 5/10
    Josh: : "Von einer Ausnahme-Rapperin zum Postergirl kaputt industrialisiert. Starke Songs gehen unter neben zahlreichen austauschbaren, die zu gewollt wirken. Dieses Kobra-Ding gibt dem Ganzen ohnehin einen krassen Kindergartenfaktor. Sehr sehr schade!" - 5/10
6/10

Kurzfassung

Mit ihrem ersten Album zeigt sich Eunique als eine bereits sehr durchdachte Rapperin, die auf „Gift“ allerdings noch an der adäquaten Umsetzung dessen in Musikform in Teilen scheitert. Dennoch gelingen ihr auf der LP Hits, denen mehr Rahmung gut getan hätten.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Gift" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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