Die Meinung der Redaktion zu „Xalaz“ von Eno

Das Jahr 2016, ein Jahr der Newcomer, ist mittlerweile vorbei. Zahlreiche Künstler erschienen aus dem Nichts auf der Bildfläche und brachten sich mit vitalen Hits, die oft in nur wenigen Tagen siebenstellige Klickzahlen vorweisen konnten, ins Gespräch. Einen dieser Hits lieferte Eno, gemeinsam mit Dardan fragte er „Wer macht Para?“ und konnte so zu einem der Street-Hits des Jahres avancieren. Das blieb nicht unentlohnt, nach nur wenigen Wochen flatterte ein Vertrag vom Birra himself, Xatar, beim jungen Studenten ins Haus. Als taufrisches Signing bei dessen Label Kopfticker Records gilt es für Eno nun, zu beweisen, dass er mehr als nur ein One-Hit-Wonder ist. Wir haben besprochen, ob er diese Aufgabe mit seinem ersten Mixtape bzw. Street-Album „Xalaz“ zu meistern weiß. 

Eno – „Xalaz“ kaufen

 

Das sag die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Yannick W.: "'Fuchs' hat mich richtig neugierig gemacht, schlug eine spannende Brücke zwischen modernem Frankreich und bekanntem Rumpel-Sound und konnte mit nach vorne preschenden, dreckigen Drums für eine dichte Stimmung sorgen. Leider ist das Tape selber deutlich näher am Trend, als es die Single vermuten ließ. Die Einflüsse aus Frankreich sind auch bei Eno unverkennbar. Prinzipiell spricht nichts dagegen, allerdings hebt er sich auf den meisten Anspielstationen auf 'Xalaz' in puncto Beats oder Betonung nicht sonderlich von den übrigen Mitstreitern seiner Generation ab. Spannend finde ich hingegen wie er in seinen an Afro-Trap angelehnten Songs einen leichten Reggaeton-Flair einbaut, das grooved richtig. Als erste Visitenkarte also ganz amtlich, besonders was die Hitdichte angeht. Für das Album sollte sich in Sachen Soundfindung aber noch etwas Kopf gemacht werden." - 6/10
  • 7/10
    Raphael: "Mit seinem Debüt bringt Eno den aktuellen Straßensound mit eigenem Wiesbadener Anstrich auf den Punkt. Der Junge hat Hunger und schon ein gutes Gespür für Hooks, 'Million' geht beispielsweise direkt rein. Xatar hat sich da einen Newcomer mit Potential geholt und tut gut daran, den erstmal etwas abzuliefern, das Eno frisch und hungrig zeigt. Ob er den Sprung für größere Themen und Alben schafft, werden wir sehen. 'Xalaz' ist ein guter Anfang." - 7/10
  • 6/10
    Teresa: "Das Street-Album von Eno ist geprägt durch verschiedene Richtungen von Trap bis Dancehall, wodurch sehr eingängige Hooks wie bei 'Ohrwurm' oder auch 'Million' entstehen. Und wie er in 'Ohrwurm' sagt 'die Scheiße macht Ohrwurm', ja macht sie wirklich. Dennoch kriegt er mich mit Themen, wie Geld und Drogen, nicht wirklich. - 6/10
  • 6/10
    Peter: "Zur richtigen Zeit mit dem richtigen Sound platzierte sich Eno erstmals im Sommer des letzten Jahres auf der Landkarte. Bei seinem Debüt hat er vieles richtig gemacht: keine Features und nicht zu viele Tracks, die alle eine Facette des Wiesbadeners zeigen. Mir fehlt bis langen das Alleinstellungsmerkmal des jungen Rappers, bleibe aber gespannt auf das nächste, große Release." - 6/10
  • 7/10
    Freddy: "10 Tracks des Newcomers Eno sorgen für eine angenehme erste Begegnung mit dem Kopfticker-Rookie. Auf 'Xalaz' ist der Name direkt bei der ersten Anspielstation Programm. Während das Tape von tanzbaren Clubtracks bis Kopfnicker-Straßensound sehr experimentell daherkommt, scheint Eno noch in der Findungsphase zu sein. Die repetitiven Elemente auf 'Straßenabitur' sind erfrischend. Doch der eigene Stempel kristallisiert sich auf 'Million' und 'Ohrwurm' im direkten Soundvergleich mit der Subgenre-Konkurrenz noch zu schwach heraus. 'Fuchs', 'Rein raus' und 'Schweigen ist Gold' sind dagegen schon echte Hits, die bei mir in der Dauerschleife laufen. Ich bin gespannt auf das Album. - 7/10
  • 8/10
    Yannick H.: "'Million' hat mir mit der Hook 'Million auf Konto wie Xabi Alonso / Million in bar so wie Pablo Escobar' den ersten Ohrwurm in 2017 beschert. Chapeau dafür! Darüber hinaus kommt das Streetalbum vom jüngsten Xatar-Signing mit einem erfrischendem Sound daher. Klar, die Straßenthemen hat es alle schon mal gegeben. Jedoch nicht oft so eindringlich vorgetragen wie von Eno. Viele Tracks gehen einfach direkt ins Ohr und machen Lust auf mehr. Wer es dann sogar schafft, Anleihen aus Dancehall und Trap so geschickt mit der de facto dreckigen Street-Attitüde zu verbinden, dem gebührt wahrlich die Zukunft." - 8/10
  • 6/10
    Sara: "Man muss schon sagen für ein Debüt ist das echt nicht schlecht. Ich habe nur leider gar keinen richtigen Zugang dazu. Das ist aber völlig persönlich, meinen Geschmack trifft es einfach nicht so. An sich lässt es sich aber gut hören. Es ist nicht zu hart, nicht zu sehr in-your-face… manche Tracks sogar recht melodisch oder von R’n’B angehaucht. Für den ein oder anderen sicher ein paar Hitsongs dabei." - 6/10
  • 6/10
    Niko: "Eno hat schon so eine gewisse Leichtigkeit in seiner Performance, die ansteckt, das hier ist mir aber ein wenig zu sehr mit der heißen Nadel gestrickt. Ein wenig zu viel derzeit funktionierender Formeln, ein bisschen zu wenig eigene Identität. Das macht es, bis auf ein zwei Rotations-Nummern ein wenig austauschbar für mich. Dabei sehe ich noch mehr in dem Jungen." - 6/10
  • 8/10
    Anna S.: "Es hat sich bewahrheitet, was nach den ersten Tracks und Videoauskopplungen schon zu vermuten war - Eno taucht mit einem starken Debüt im Straßenrap auf. Mit seiner präzisen und treibenden Delivery kann er sich den Newcomer-Status gekonnt vom Leib rappen. Ganz im Sinne des Zeitgeistes bedient er sich soundtechnisch am französischen Vorbild und kombiniert diese mit teils gedämpften Elementen, wie auf ‚Ich mach was ich will‘ und teils basslastigen, wie auf 'Ohrwurm' – Beide Styles kommen mit melodischer Komponente daher, was mir gut gefällt. Auch den Autotune-Faktor finde ich in diesem Stil interessant und gelungen. Mit 'Xalaz' knüpft Eno an den aktuellen Straßenrap-Sound an und bereichert diesen um weitere zeitgenössische Klänge." - 8/10
5.9/10

Kurzfassung

Mit seinem ersten Street-Album schafft Eno es zwar, eingängige Melodien und Straßenattitüde zu kombinieren, dennoch fehlt es dem Newcomer noch zu sehr an eigener Identität um mit dem Tape vollends zu überzeugen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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