Die Meinung der Redaktion zu „Kamikaze“ von Eminem

Das letzte Jahr war kein gutes für Eminem. Zwar immer noch mit einem der erfolgreichsten Rap-Alben des Jahres 2017 im Rücken richteten sich Kritiker und Fans gegen das neunte Album vom sich selbst zum „Rap God“ erhobenen Detroiter. Das Kehrstück zu einem der erfolgreichsten Rap-Alben des Jahres 2017 heißt nämlich: der größte Verkaufsflopp in rund 20 Jahren Major-Karriere. Die Antwort auf die zahlreichen Zweifler, Hater und mäkelnden Journalisten ließ nicht lang auf sich warten. Der Titel „Kamikaze“ macht klar: Keine halben Sachen, ganz oder gar nicht! Mit dabei sind nach den zahlreichen Gästen auf „Revival“ dieses Mal nur Joyner Lucas und Royce da 5’9 als Rap-Gäste, sowie Jessie Rhodez und Bon Iver Mastermind Justin Vernon. Wir haben den Rückschlag von Em‘ besprochen.

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Daniel: "Was Eminems Rapskill angeht, gibt es wohl keine zwei Meinungen. Rein flow- und reimtechnisch überzeugt 'Kamikaze' auf ganzer Linie. Auch was die Beats angeht, ist es im Hinblick auf die letzten Projekte ein Fortschritt. Es wirkt so, als hätte er sich die Kritiken zum wirklich durchwachsenen Album 'Revival' zu Herzen genommen, bzw. als würde er allen zeigen wollen, dass er es doch nach drauf hat. Es wird extrem viel Fokus auf Lyrik gelegt und auch viel namentlich gedisst – Sachen für die Eminem bekannt ist und gefeiert wird. Trotzdem will das Ganze nicht zu hundert Prozent zünden. Es macht ein wenig den Anschein, dass 'Kamikaze' gewissermaßen abseits der aktuellen Rap-Szene stattfindet und Eminem als Letzter einer vergangenen Rap-Zeit noch bestehen geblieben ist. Wahrscheinlich trotzdem das beste Album von ihm seit 'The Eminem Show' von vor über 15 Jahren." - 7/10
  • 3/10
    Yannick W.: "Fühle ich mich musikalisch endlich mal wieder einigermaßen wohl auf einem Eminem Album, klingt das, was er als Reaktion auf schlechte Kritiken und neue Styles so rappt, wie ein motziger Rentner am Fenster und damit wie eine Karikatur seiner selbst und nach dem, was er vor 20 Jahren vorführen wollte. Mit Songs wie 'Normal', die ein mehr als fragwürdiges Frauenbild propagieren, hanebüchenen Disses und einer gestelzten 'Look Alive'-Parodie setzt sich Eminem auf 'Kamikaze' endgültig die Krone der Verkrampfung auf." - 3/10
  • 6/10
    Jonas: "Ein Eminem Album ohne pathetisches Rihanna oder Ed Sheeran Feature hat mich in der heutigen Zeit schon mal per sé überrascht. Zudem gefällt mir deine Energie, welche mir bei den letzten Realeses irgendwie gefehlt hatten. Da ich mich aber nie dafür interessiert habe wer grade wen disst, geht das Album inhaltlich an mir vorbei. Leider muss ich aber sagen, dass mir bei den letzten Eminem Alben immer mehr der Charakter fehlt, so auch mehr oder weniger hier. Mit dieser Platte macht er aber wieder einen Schritt in die alte, heiß geliebte Richtung." - 6/10
  • 7/10
    Josh: "Na also. Kaum bekommt er mal den Gegenwind, den er verdient, hängt wieder mit Dr.Dre und schon kommt eine gute Platte dabei rum. Ist natürlich kein großes Meisterwerk oder Eminems Bestleistung, aber immerhin mal ein Beweis, dass in ihm wohl doch noch ein Feuer brennt. Dranbleiben, dann wittert mein Fanboyherz eine kleine Chance für einen zweiten Frühling." - 7/10
  • 1/10
    Niklas: "Dass Eminem es nötig zu haben scheint mit 45-Jahren und noch immer als kommerziell erfolgreichster Rapper aller Zeiten ein Trotz-Album zu machen, weil ihn die coolen, jungen Kids, Blogs und Künstler nicht mehr toll finden, reicht eigentlich schon um 'Kamikaze' als vollkommen irrelevant abzutun. Der nicht nur leicht homophobe Touch tut den Rest." - 1/10
  • 7/10
    Alexios: "Endlich wieder Bars und Flows vom Feinsten. Viel wichtiger als die Beef-Geschichten rund um das Album ist für mich die Tatsache, dass "Revival" nicht seine letzte Platte war. Wenn Eminem vordergründig seine Rapskills präsentiert kann daraus eigentlich kein schlechtes Album entstehen. Nach starkem Beginn flachen die Songs aber für mich etwas ab und haben nur noch mit Jessie Reyez am Ende ein Highlight. Trotzdem, Eminem zeigt, dass er es noch kann und zieht sich aus dem Sumpf seines letzten Albums heraus." - 7/10
  • 6/10
    Jakob: "Krass gerappt, Technik wie immer nicht zu übertreffen, aber inhaltlich klingt es einfach nach einem verbitterten Mitvierziger, der einfach nicht ins Reine mit sich selbst kommt, auch wenn sich Eminem wirklich viel Negatives anhören und durchlesen musste. Einen Track lang kann man sicherlich auch über Presse, Feuilleton und Rapszene motzen, aber wenn man das ein Album lang macht, klingt es einfach nur noch verbittert. Hooks und Beats sind leider auch nicht immer glücklich gewählt. Da war mehr drin." - 6/10
  • 9/10
    Kira: "Man sollte Eminem dankbar sein. Mit 'Kamikaze' hat er auf Albumlänge gezeigt, wer und was Hip-Hop ist. Dennoch jeden einzelnen Kritiker, der sich irgendwann mal gegen ihn oder seine Musik, besonderen 'Revival' geäußert hat zu erwähnen nimmt ein wenig seine Ikonität aus dem Spiel. Mal eben aus dem nichts ein Album mit altbekannter Wortgewandtheit und Eminem-Hate rauszuhauen, was in sich komplett stimmig ist und was Eminem in allen Facetten gerecht wird, spricht wiederum dagegen und hinterlässt Eindruck. Die Frage wie es mit Eminem nach 'Revival' weitergeht, sollte hiermit auf jeden Fall geklärt sein. Mal eben halb Rap wieder aufgemischt, find ich gut. 'Kamikaze' ist ein Album zum Zuhören, mir persönlich fehlt der Eminem mit mehr Potenzial zur Identifikation, trotzdem ein sehr gutes Album." - 9/10
  • 6/10
    Léon: "Ehrlich gesagt hab’ ich nicht noch ein Eminem Album gebraucht, nach dem was da die letzten Jahre so passiert ist. Ich wurde auch nicht wirklich positiv überrasch, obwohl es wahrscheinlich das beste Eminem-Release seit enormer Zeit darstellt: Anhaltende, unmusikalische Doubletimeflows, die es einem schwer machen aufmerksam zuzuhören und verzweifelte Ironie Ala „Not Alike” paaren sich mit unspannenden, wenn auch teils zeitgemäßen Beats, gegen welche Slim Shady eher arbeitet als mit ihnen einen Kompromiss einzugehen. Zudem zieht sich eine Belanglosigkeit durch die 13 Tracks: Ja, besser als alles was die letzten paar Jahre von Slim Shady erschienen ist, aber ich werd’ mir das Ganze definitiv nicht nochmal reinziehen." - 6/10
  • 7/10
    Peter: "Das neue Album von Eminem soll kein Meisterwerk sein, braucht keine großen Themen und will auch nicht dem Zeitgeist entsprechen: Damit trifft der 'Rap God' grundsätzlich die richtigen Entscheidungen, um ein authentisches Release zu schaffen. Trotz aller Seitenhiebe in Richtung der jungen Generationen, gelingt es Em aber nicht, cooler als seine 'mumblerappenden' Kollegen zu wirken. Das versaut 'Kamikaze' etwas die Attitüde, aber dennoch gefällt es mir so gut, wie es schon lange keines seiner Alben tat."  - 7/10
  • 6/10
    Kevin W.: "In einer Zeit in der Veröffentlichungen von Eminem als egal bezeichnet werden oder dieser gemeinhin als jemand gilt, der den zeitgenössischen Hip-Hop nicht mehr verstehen soll, macht den Anfang und das Ende für die Kritik einer Slim Shady-Platte nur schwer greifbar. Deswegen bleibt mir hier nur eines: Mit getriebenem Jähzorn geht es in diesem Album einzig und allein um die gefährlichen Trends derer, welche durch ihren eigenen Ausverkauf kreative Authentizität ersticken und zu Untergeordneten der Industrie werden. Mit 'Kamikaze' bleibt er in seiner Rap-Ästhetik glaubwürdig und löst sich deutlich von dieser Kritik an der Szene und wird zu ihrem größten Kritiker. So bringt das zehnte Studioalbum musikalisch keine Schande aber auch kein Glück. Der Kontext ist hier klar das entscheidende." - 6/10
5.9/10

Summary

Mit dem wütenden „Kamikaze“ kämpft Eminem sich zu alter Härte zurück. Die verbittert klingende Grundhaltung nimmt dem Album allerdings einiges an Esprit.

Sag uns deine Meinung. "Kamikaze" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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