Die Meinung der Redaktion zu Devlins „The Devil In“

Sein Major-Debüt gab Devlin bereits im zarten Alter von 20 Jahren, konnte zu diesem Zeitpunkt bereits mehrere Kollaborationen mit dem sich ebenfalls auf dem Sprung zu einem von Großbritanniens größten Stars befindlichen Ed Sheeran verzeichnen und hatte mit Kanye West sogar einen namhaften Fan in den USA gefunden. Danach wurde es allerdings erst einmal wieder ruhiger um den Londoner, bis im Jahr 2013 die zweite LP inklusive Chart-Hit, wieder einmal gemeinsam mit Ed Sheeran, folgte. Nun, weitere vier Jahre und einen weiteren Öffentlichkeitstauchgang später, hat der Grime MC den Sprung in die Unabhängigkeit gewagt, seine dritte LP „The Devil In“ erschein über das eigene Label Devlin Music und wartet Features von Skepta, Tom Prior, Harry James und Maverick Sabre auf. Wir haben das neue Album des Briten besprochen.

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Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Yannick W.: "Devlin hat sich schon auf den vergangenen Releases gleichermaßen als vielseitig wie reflektiert bewiesen, auch 'The Devil In' steht dem nichts nach. Wie der Titel schon verrät, geht der Londoner auf seinem Album dem Bösen auf den Grund, nimmt mal die Position als Betrachter im Osten Londons ein, erzählt aber auch ungeschönt von persönlichen Abgründen, dem eigenen Leben. Die Mischung aus eher klassischen, staubigen Drums und sehr energischen Grime-Elementen macht Spaß, Devlin weiß wunderbar mit mit dem Intrumetal-Teppich umzugehen und mit der Atmosphäre zu spielen, zu beanstanden gibt es über die gesamte Albumlänge so gut wie gar nichts. Vielleicht liegt genau dort das kleine Problem an dem 'The Devil In' krankt. Es fehlen anständige Reibungspunkte, die das Album erst so richtig interessant machen, die es langfristig spannend halten. Man könnte meinen, die Story des Londoners würde noch mehr hergeben, als er es auf diesem Album nutzt. So läuft die dritte LP in Gefahr, zwar summa summarum zu überzeugen, in ein paar Monaten allerdings wieder aus den Köpfen verschwunden zu sein - und das wäre schade." - 7/10
  • 8/10
    Lukas: "Drei Jahre nach 'A moving Picture' liefert Devlin ein neues Album. Und was für eins. Irgendwo in einem Soundbild zwischen Grime 808's ('Cold Blooded') und entspannten Gitarren ('Crack Baby') erzählt der East-Londoner vom Teufel in sich selbst, seiner Stadt und Geschichten seines Lebens. Mit gewohnt aggressivem Flow, der trotzdem immer genau passt und lyrisch auf hohem Niveau.Mit dezent eingesetzte Features von Maverick Sabre und Tom Prior, die sich in ruhigen Hooks gegen Devlins schnelle Verses setzen und einem perfekt genutzten Skepta Feature ein Grime Album, dass es schafft über das Soundkonzept eben dieses Genres hinauszugehen, es aber nicht zu vernachlässigen." - 8/10
  • 7/10
    Anna S.: "Das Album schafft es minimalistische und expressive Soundcharaktere miteinander zu verbinden. Devlins Delivery und die Instrumentals gleichwohl, wechseln sich mit sanften und energetischen Komponenten ab - Schön zu hören auf 'Crack Baby' und 'Blue Skies'. Mir gefällt diese unausgewogene Soundkulisse, die trotzdem eingängig und stilecht ist und einen roten Faden erkennen lässt." - 7/10
  • 6/10
    Sara: "Mit 'The Devil In' hat Devlin ein solides, standfestes Werk auf die Beine gestellt. Die Vielfältigkeit der Beats fällt auf, da sind ein paar krasse Produktionen bei. Textlich bewegt sich das irgendwo zwischen oberflächlich und teils kritisch. Womit ich so ein bisschen meine Probleme habe ist der Flow. Zwar sorgen die Beats für ein wenig musikalische Abwechslung, allerdings könnte man den Vibe eines Beats besser aufgreifen und besser lenken. Bezüglich des Stimmeinsatzes gibt’s da keine Variation. Der leicht aggressive Druck in seiner Stimme ist meiner Meinung nach nicht immer passend und für mich persönlich auf Albumlänge auch zu anstrengend. Aber vereinzelt finde ich ein paar Tracks durchaus ziemlich gut." - 6/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Mit 'The Devil In' bringt Devlin Grime zurück auf die Rap-Landkarte. Melodisch, sanfte Bässe, teilweise mit Akustikgitarren untersetzt – das Gesamtpaket stimmt. Es wird sich mit Materialismus, sozial benachteiligten Communities und einer generellen Kritik an Medien und Regierung beschäftigt, sodass sich Devlin erstes Album nach vier Jahren facettenreich gestaltet. Im Zusammenspiel mit Skepta weiß der Londoner zu harmonieren, ohne sich dabei als Soloartist zu vergessen. Gerade zum Ende hin stellen Tracks wie 'Blue Skies', 'Crack Baby' oder der 'Castella Freestyle' das Können von Devlin als MC unter Beweis. Die längere Auszeit scheint der Brite auf jeden Fall gut genutzt zu haben, um zu reflektieren und um jetzt den Ton in UK zu diktieren." - 8/10
  • 7/10
    Cedric: "Devlin zeigt auf seinem Album, dass er trotz seiner Schaffenspause nicht eingerostet ist. Die Beats klingen zwar nach Grime, sind aber innerhalb dieser Stilistik abwechslungsreich. Das passt auch zu den Thematiken, die er hier abdeckt. Von den Kämpfen mit den eigenen Dämonen, der fehlenden Bescheidenheit anderer Rapper, bis zum Storyteller über ein Leben auf der schiefen Bahn ist hier viel dabei. Mein größtes Manko ist, dass Devlin für ein persönliches Album manchmal etwas zu sehr in allgemeinen Phrasen spricht, was zwar eine Möglichkeit zur Identifikation bietet, aber dazu führt, dass ich am Ende des Albums das Gefühl hatte,immer noch nicht zu wissen, welche Probleme ihn jetzt genau plagten." - 7/10
7.2/10

Kurzfassung

Mit „The Devil In“ kann ein sehr stimmiges drittes Album vorlegen, kämpft lediglich gegen einen recht einseitigen Flow und nicht vollends ausgeschöpftes Potential.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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