Die Meinung der Redaktion zu „Das wunderbare Leben des David N.“ von Dazzle

Als Rapper ist Dazzle bereits seit 15 Jahren unterwegs, trotzdem ist Material des Ur-Berliners rar gesät. Sehr rar sogar, tatsächlich weist seine Diskographie lediglich das vor sechs Jahren veröffentlichte Debüt „Schlechter Einfluss“ auf. Trotzdem: Er und seine Crew Beste genossen in den letzten Jahren eine ganze Menge Aufmerksamkeit in der Szene, unter andere für ihre erfolgreichen Party-Reihen, mit der sie durch ganz Deutschland touren. Nach BRKN legt er nun als zweiter aus dem Kreuzberger Musiker-Camp eine neue Platte vor. Die trägt den Titel „Das wunderbare Leben des David N.“ entstand in Zusammenarbeit mit seiner eigenen Band. Wir haben uns die zweite Platte des Berliners zur Brust genommen.

Dazzle

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Lukas: "Mal was ganz anderes. Bin ziemlich angetan von den Beats, die doch eher an Livemusik erinnern, als an die typischen Rapbeats. Auch seine Art bewegt sich weg vom aktuellen, den ich persönlich zwar gut finde, aber auch Dazzle hat etwas. Etwas Eigenes, was sich vor allem auch in seinem Texten äußert. Diese sind zwar mit Geschichten ausgestattet, doch trotzdem fehlt mir da irgendwie die Vielfalt und Abwechslung. Auch seine Art zu erzählen finde ich lustig, jedoch manchmal auch ein bisschen übertrieben beziehungsweise zu platt. Noch Luft nach oben, aber definitiv auch eine ganze Menge Luft nach unten." - 6/10
  • 4/10
    Niels: "Leider kann ich der Platte weder inhaltlich noch musikalisch wirklich viel abgewinnen. Anfangs überkommt mich das Gefühl, Dazzle wolle mit Songs wie 'Plus 18' und 'Tourieladies' einfach nur provozieren. Später verläuft sich eine Platte mit dem Titel 'Das wunderbare Leben des David N' für mich zu sehr in Belanglosigkeiten vom Feiern, Saufen und Kiffen ('Party am See', 'Wann gehen wir los'). In den Momenten, in denen zumindest teils an der Oberfläche gekratzt wird, wie 'Halb so schlimm' und insbesondere 'Tut mir leid Mama' weiß er wiederum textlich zu überzeugen. Insgesamt trifft es aber nicht meinen musikalischen Geschmack, einzelne Produktionen hätte eine Portion Feinschliff nach mir gutgetan." - 4/10
  • 5/10
    Anna S.: "Dazzle reiht Reimkette an Reimkette und rattert diese zu einem beliebigen Thema auf pop-melodische Instrumentals runter - Am liebsten aber thematisiert er Partyauswüchsen jeglichen Kalibers. 'Das wunderbare Leben des David N' orientiert sich stark am typischen Trailerpark-Sound, ein eigener Stil ist ansatzweise in der präzisen Delivery erkennbar. Thematisch geht das Ganze oft an meinem Geschmack vorbei - Per se eine runde aber auch bereits bekannte Nummer." - 5/10
  • 6/10
    Sara: "Dazzle bleibt seiner Linie treu. Ich finde die Mukke an sich echt cool, höre das allerdings in der Freizeit nicht so wirklich. Viel Storytelling im Witz verpackt – schmunzeln musste ich oft. Also seinen Zweck erfüllt es allemal, es entertaint. Und ich denke das will Dazzle auch machen. Musik, die eben Spaß macht zu hören und unterhaltsam ist. Gerade die gesungenen Hooks lockern das ganze noch mal etwas auf und machen es eingängiger. Grundsolide im Gesamtpaket... Kann man sich in 'ner freien Minute ruhig mal anhören." - 6/10
  • 4/10
    Cedric: "Dazzle ist ein durchaus begabter Rapper, mit einer guten Gesangsstimme und einem Ohr für Melodien. Schade nur, dass seine Themenvielfalt auf dem Album so winzig ist. Songs über Party- und Sexgeschichten machen so ziemlich 90 Prozent des Albums aus. Der Humor hat mich leider auch verfehlt. Die Musik der Liveband ist ganz gut, haut mich aber auch nicht vom Hocker. Alles in allem, ein ziemlich unspektakuläres Album, dass bestimmt auf den ein oder anderen Studentenpartys laufen wird." - 4/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Rock-, Hip-Hop- und Funk-Elemente werden gekonnt miteinander vermengt, der Sound macht Spaß, wirkt roh und losgelöst von Alltagsstress. Eben dazu passen auch die lyrischen Ergüsse Dazzles, die besonders die spaßigen Seiten des Lebens in den Fokus nehmen. Wenn auch stellenweise mit einem kritischen Unterton – so wird sich unter anderem das unter Ur-Berlinern so beliebte Thema Gentrifizierung zur Brust genommen – ist der Grundtenor von 'DWLDDN' ein sehr positiver, Spaß-orientierter. Das trifft manchmal voll ins Schwarze, schießt manchmal aber auch weit übers Ziel und meinen Humor hinaus. An seinen Rap-Künsten allerdings, gibt es kaum etwas zu bemängeln, das Silbenspiel 'Worthaltige Sprechgesangsballade' ist ein Musterbeispiel für die technische Raffinesse Dazzles. Damit entsteht ein Album zum Spaß haben, zwischen treffendem Humor und Klamauk, dass zwar keine Bäume ausreist, mich aber dennoch hier und da zum Lachen bringen konnte." - 6/10
  • 5/10
    Peter: "Gefällt mir Dazzles Wortwitz meistens und die Produktion Größenteils, ist es jedoch der Klamauk, welcher unübersichtlich mitschwingt, der dafür sorgt, dass ich zwar öfter schmunzeln musste, aber auch dafür das ich 'Das wunderbare Leben des David N‘ nicht öfter hören mag. Mich konnte der Berliner also nicht – Achtung: Wortwitz – blenden. Hingeguckt habe ich dennoch für einen Moment gerne." - 5/10
5.1/10

Kurzfassung

Mit seinem zweiten Album stellt sich Dazzle erneut als guter Rapper unter Beweis und liefert ein unterhaltendes Gesamtpaket. Das häufige Abdriften in Richtung Klamauk schmälert allerdings das Gesamtbild.

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