Die Meinung der Redaktion zum “Goldenen Album” von Sido

sido-das-goldene-albumBereits als Sido vor einigen Monaten ankündigte, für sein siebtes Album den Radio-Hits den Rücken zu kehren, gab es für vieler Fans, besonders aus älteren Semestern, einen Grund zur Freude. Mit der ersten Single “Hamdullah” machte der Ex-Aggro Berliner dann direkt Nägel mit Köpfen, verteilte Schüsse in Richtung einiger Journalisten und die Szene und präsentierte sich auf einem Sample-Loop Beat aus dem Hause DJ Desue. Der Stil zieht sich permanent durch “Das goldene Album”, auf insgesamt 15 Songs gibt sich Sido nach Ausflügen in den Pop wieder deutlich angriffslustiger, lädt sich beinahe ausschließlich Gäste aus dem Hip-Hop-Mitier ein. Mit an Bord sind Goldzweig-Schützling Estikay, der Russe, Haze, Hanybal und Kool Savas. Einzig Mark Forster fällt bei einem Blick auf die Gastbeiträge etwas aus dem Rahmen. Wir haben uns das neue Album von Siggi Smallz angehört.

Sido – “Das goldene Album” kaufen

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 9/10
    Niko: "Fühlt sich gut an, sicher auch Dank DJ Desue und seiner Philosophie bei den Instrumentals. Ich fühle den Scheiß. Vielleicht sein bestes Album, seit 'Maske'. Mit genug Kopfnickern um es zu feuern und auffällig wenig Chart-Appeal. Tut gut. Sollte man mal drüber reden..." - 9/10
  • 8/10
    Anna G.: "Sido macht hier vor allem eins: Seinen Stand in der Szene konstatieren. Ein musikalisches 'F*ck you' für jeden, der behauptet Sido sei nicht mehr Hip-Hop. Dabei attackiert er sowohl quasi alle anderen Rapper, als auch die Rap- und Mainstream-Medien. Warum? Weil man Deutschrap S-I-D-O schreibt und der "Erfinder des Rap" einiges zu sagen hat. Ich finde das goldene Album durchaus gelungen, auf jeden Fall eine runde Sache. Mit Tracks wie 'Der einzige Weg', 'Striche zählen' oder 'Alkohol' kann ich leider nicht so viel anfangen, dafür könnte ich 'Ja man' mit Estikay ohne Ende hören." - 8/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Definitiv eins der besten Alben von Sido. Auf den letzten Platten fehlte mir irgendwie die Stringenz, der klare Faden, an dem man sich entlang hangeln konnte. Den liefert auf dem 'goldenen Album' DJ Desue mit seinen rumpligen, liebevollen Beats, die der Platte einen tollen Charme verpassen. Wer hätte gedacht, dass man den Sythie-verliebten Sido noch mal auf einem KRS-One Sample hören würde. Auch, dass Siggi wieder ein bisschen mehr austeilt, macht sich sehr gut, in Kombination mit seinem über die Jahre perfektioniertem Storyteller-Talent entstehen dabei spannende Songs. Auch Estikay macht Lust auf eine eigene Platte. Zwei drei Füller hatte es da garnicht mehr gebraucht, lieber kürzer und dafür on Point. Aber für 'Masafaka' verzeihe ich ihm sogar das Mark Forster Feature." - 8/10
  • 7/10
    Kevin: "Sido hat sich also wieder auf die goldene Ära zurückbesonnen. Das klappt für mich mal mehr und mal weniger. Die Singles sind allesamt stark. Dort packt Sido nämlich auch seine Stärken aus: Erzählungen, Sprüche und Unbekümmertheit – Ja, man! Demgegenüber stehen aber Tracks wie 'Alkohol', der für mich einfach nicht funktionieren will. Dieses orsige (ja) samplelastige passt mir so gar nicht zu Sido und diesem Album. 'Siggi Siggi Siggi' wirft mich beim ersten Durchlauf zurück in Royal TS Zeiten, doch nach ein paar Tagen, merke ich, dass ich lieber alte Alben höre, wenn ich den 'alten' Sido möchte. Sidos Glanzpunkte sind ganz klar dann da, wenn er einfach für sich steht. Wenn er das verkörpert, was er ist – ein Stück deutsche Hip-Hop Geschichte, das sich erlauben kann über das Geschehen in der Szene zu urteilen." - 7/10
  • 8/10
    Shana: "Okay, ihr könnt jetzt sagen, was ihr wollt, aber: Es gibt so ein paar Künstler für mich, die für mich unkaputtbar sind. Beispiel a: Sido. Zugegeben, irgendwo im Hinterkopf sind schon Befürchtungen rumgespukt, die Platte könnte unter Altersmilde leiden. Zum Glück haben sich diese Hirngespinste nicht bestätigt. Ein, zwei Füller-Songs sind okay, ansonsten ist's rundum ein nices Ding und 'Masafaka' für mich einer der Songs des Jahres. Rap kennt eben doch keine Altersgrenze und das ist gut so." - 8/10
  • 6/10
    Peter: "Schwere Entscheidung: Auf der einen Seite klingt das Album total rund und wie aus einem Guß, dank Desues Produktionen. Auf der anderen Seite klingt das Ganze etwas aufgewärmt und harmlos. Zu viele Geschichten wurden schon besser und spannender erzählt, teilweise sogar von Siggi selber. Bei seiner Featureauswahl beweist Sido jedoch ein gutes Ohr und die Produktionen sind technisch 1a, ohne Frage. Unterm Strich ist das Album wohl für alle 'Liebhaber', die keine Boxen kaufen und keine Blogs sehen, sonder Mukke hören wollen und niemand anderen wollte er wohl ansprechen." - 6/10
  • 7/10
    Anna S.: "Nach dem kratzigen, drückenden Intro habe ich ein ziemlich starkes Album erwartet. Im Laufe der 15 Tracks ist die erwartungshohe Spannung leider etwas abgefallen. Teils sind ziemlich starke und aussagekräftige Songs wie 'Masafaka' oder 'Hamdullah' vertreten, welche das Albumniveau stark nach oben ziehen. Dann gibt es aber noch Tracks à la 'Geuner' oder 'Alkohol', die mit einer wenig geschmackvollen Aufmachung daher kommen, was man sich definitiv hätte sparen können. Ein Freund von Mark Forster werde ich trotz andauernder Featurepartnerschaft auch nicht mehr - dafür können die anderen Featuregäste aber umso mehr punkten. Facettenreich ist 'Das goldene Album' in jedem Fall, meinen Geschmack trifft es allerdings nur, wenn ich den ein oder andere Track skippe." - 7/10
  • 6/10
    Raphael: "Ich frage mich ehrlich, was das soll. Warum schießt Sido auf diesem Album so sehr gegen die Medien und steckt sich selbst irgendwie in die Opferrolle? Deutschrap ist erfolgreicher denn je und Siggi hat da selbst einen großen Beitrag geliefert. Doch anstatt sich für diesen Erfolg zu freuen, fühlt Sido sich offenbar genötigt das Genre zu verteidigen. Das er sich thematisch den Benachteiligten zuwendet ist ja sympathisch, aber ganz überzeugend klingt das alles nicht. Auch soundtechnisch ist das leider nicht so ein einschlagendes Oldschool Album, sondern eher ein Schritt zurück; Sido versucht an seine wilde Zeit als 'Schlechtes Vorbild' anzuknöpfen. Hätte er besser machen können." - 6/10
  • 8/10
    Yannick H.: "Auf Albumlänge konnte mich Sido bisher noch nie vollends überzeugen – das ändert sich auch mit seinem siebten Album nicht, wenn gleich ich es schon zu seinen stärkeren Releases zähle. Höhepunkt stellt für mich 'Masafaka', die Zusammerarbeit mit Savas, dar, in der gegen die oberflächliche Betrachtung der Szene in den Massenmedien geschossen wird. Auch Tracks wie 'Geuna', 'Hamdullah' oder 'Ganz unten' mit Azzlack-Compagnon Hanybal zeigen Sido in seiner gewohnten Manier, der Rest fügt sich solide in das Kollektiv ein." - 8/10
7.4/10

Kurzfassung

Mit seinem siebten Album kann Sido uns nur bedingt überzeugen. Auf der einen Seite wird die Platte von starken Produktionen getragen und wartet mit einigen sehr starken Songs auf, auf der anderen Seite kann nicht jede Anspielstation vollends überzeugen.

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Ich kann quasi nur über Musik reden...
Hanfosan

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