Die Meinung der Redaktion zu „Hallo Deutschrap“ von Dardan

Mit den im letzten Jahr durch die Decke schießenden Zahlen in puncto Deutschrap auf YouTube wurden uns gleich eine ganze Menge Newcomer beschert, die, wie aus dem Nichts, mit einzelnen Singles auf Anhieb Millionen-Hits landen konnten. Für diese Jung-Talente galt es nun, sich auf der gewonnenen Aufmerksamkeit eine Karriere aufzubauen. Während Kompagnon Eno prompt einen Labeldeal bei AoN-Boss Xatar an Land ziehen konnte, entschloss sich Dardan, der in 2016 noch immer Cash mit seinem 10€ Samsung einfuhr, dazu, lieber unabhängig zu bleiben. Und so legt der gerade erst 19-jährige nun schon sein Debüt vor, treffenderweise auf den Namen „Hallo Deutschrap“ getauft. Mit an Bord dabei Olexesh, Mosenu, Darrel und Omelijan. Wir haben das Debüt besprochen. 

Dardan – „Hallo Deutschrap“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Anna S.: "An sich ist das schon ein ziemlich rundes Gesamtwerk, das seine Kraft aus den dynamischen Instrumentals und Dardans markanter und präziser Delivery zieht. Das harmonische Wechselspiel aus Flow und Beatkomponente wird von einer breiten Palette an Straßenrap-Thematiken ergänzt – an dem Grundgerüst des Albums ist demnach nicht viel auszusetzen. Dennoch fehlt mir der Zugang zu 'Hallo Deutschrap'. Die zeitgenössischen Facetten des Straßenrap werden gut abgehandelt, aber nicht um eigene ergänzt. Gerade bei Dardans selbstbewusster Delivery könnten Lyrics mit mehr Persönlichkeit gut funktionieren." - 6/10
  • 3/10
    Elias: "'Hallo Deutschrap' ist das, was man schon 100 Mal bei anderen Künstlern gehört hat. Die Lyrics kratzen an der Oberfläche zu ganz in Ordnung. Das Album hat kein Konzept hinter sich und ich habe alles was er bringt schon in mehrfacher Ausführung bei anderen Künstlern gehört, nur besser. Das Album zielt auf jeden Fall auf eine andere Hörerschaft als die, der ich angehöre. Abgesehen davon, dass die Platte gut produziert ist, reicht dies keines Wegs aus, um es gut bewerten zu können. Beim Hören hatte ich hofft das Gefühl, eine sinnlose Aneinanderreihung von Wörtern vorgesetzt zu bekommen. Auch die Trap angehauchten Instrumentals holen nicht das von Dardan Verlorene wieder raus. Natürlich ein Fall von Geschmacksache, doch in dem großen Hip-Hop Dschungel in dem wir uns befinden, sticht dieses Album auf keinen Fall heraus." - 3/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Ich bin mal wieder ein wenig hin- und hergerissen. Auf der einen Seite klingt 'Hallo Deutschrap' einfach gut. Die Beats sind sauber ausproduziert, Dardan punktet mit einer markanten Stimme und flowt für sein junges Alter und den geringen Karriere-Vorlauf durchaus versiert. Dass er Hits kann, hat er mit den Singles ebenfalls bewiesen, da sei ihm auch der ein oder andere hanebüchene Vergleich verziehen. Auf der anderen Seite geht die Platte in meiner – mit knapp 400 Alben im Jahr konfrontierten – Wahrnehmung aufgrund seiner fehlenden Besonderheiten einfach unter. Dardan versieht den State of the Art in Deutschland nicht mit einer eigenen Facette, er bedient sich einfach diesem. Und um damit langfristig durchzustarten ist das nunmal zu wenig. Mit seinem 'Albo Trap' setzt er der aktuellen Unoriginalität sogar die bisherige Krone auf. Dennoch: Das ist ein Debüt und vor allem ein jugendlicher Rapper. Die Ressourcen für ihn sind da, jetzt muss er sie nur noch nutzen und ein wenig eigener werden." - 6/10
  • 5/10
    Cedric: "Dieses Album hat mir die Vor- und Nachteile davon gezeigt, dass deutscher Rap derzeit so erfolgreich und beliebt ist wie noch nie. Zum einen ist das Produktionslevel inzwischen so hoch, dass auch ein Newcomer über ein ganzes Album gute, dem Zeitgeist entsprechende Beats hat. Trotzdem habe ich gerade deswegen das Gefühl, dass ich viele der Songs in der Art schon mal gehört habe. Auch, dass Dardans Flows immer sauber sind ist super, aber leider auch nichts Überraschendes mehr, da Künstler wie Olexesh, Nanik und Sero so etwas in der Vergangenheit auch schon machten. Auch weiß ich nicht, ob es so gut ist, wenn viele Künstler sich alle gegenseitig inspirieren, denn woher soll dann noch die Innovation kommen? Das alles ist sehr schade, bedenkt man, dass er mit diesem Debüt vor fünf Jahren noch wirklich herausgestochen hätte." - 5/10
  • 4/10
    Jakob: "Bis heute kann ich den Hype um Dardan nicht wirklich nachvollziehen. Klar, er kann rappen, auf Trapbeats kann er durch die Bank weg gut flowen. Aber das war es dann auch. Seine Stimme finde ich unglaublich dünn und textlich kriegt man das, was man auch in anderen Bereichen des Straßenraps findet. Also eigentlich nichts Besonderes. Beattechnisch ist das alles auch auf einem sehr durchschnittlichen Niveau, jedoch machen die Grimeanleihen das ganze Beatkonstrukt etwas einzigartig. Textlich langweilt mich Dardan bereits nach drei Tracks und das Album ist mir für die Messages, die er an seine Zuhörer richtet, einfach viel zu lang. Aber über Albumlängen habe ich ja in der Vergangenheit schon genug zu geschrieben. Natürlich kann man sich einige Lieder geben, mir fällt es manchmal nur mega schwer, die Tracks auseinander zu halten. Ich hatte stellenweise das Gefühl, einen 53-minütigen Track zu hören. Ein Lichtblick auf dem Album war 'Cocaine Cowboys' mit einem überstabilen Part von Olexesh. Bei 'Amigo' kam dann auch zum ersten Mal sowas wie ein Vibe auf, den ich fühlen konnte. Auch mit 'Boulevard' konnte ich etwas anfangen. Der Rest ist leider einmal gehört und wieder vergessen. Lines wie 'Mein Rap reißt alles mit wie ISIS' kann ich leider auch so nicht abnicken." - 4/10
  • 6/10
    Marvin: "Dardan erschreckt mich jedes Mal aufs neue mit seinen exorbitant hohen Klickzahlen, die ich bisher nicht gerechtfertigt fand. Natürlich gönne ich ihm seine Relevanz, allerdings frage ich mich einfach, was er seinen Konkurrenten so weit voraus hat, sodass seine Klickzahlen so viel höher ausfallen. Er ist ja ein Newcomer und dementsprechend ist das Debütalbum wegweisend für seine Zukunft. Ich hatte gehofft, eventuell auf seine Seite gezogen zu werden, da mir z.B. 'Mister Dardy' sehr gut gefallen hat, jeder weitere Track mir dann aber irgendwie zu ähnlich klang. Beim Album war dann genau das das Problem. Wenn mir drei, vier Tracks schon zu viele waren, machen 16 Stück das Ganze vermutlich nicht besser. Trotz vieler verschiedener Beats klingt alles irgendwie sehr ähnlich, auch durch die Thematik bedingt. So kommt es zwischendurch vor, dass man drei Tracks durchhört, allerdings das Gefühl hat als wäre alles ein einziger gewesen. Keine Experimente oder sonstigen Spielereien, mit denen Dardan hätte zeigen können, dass er eben nicht der X-te Rapper mit Bauchtasche und Autotune ist. Das hat er (mir) eben nicht gezeigt, weshalb das Album bei mir schnell im Bereich 'Durchschnitt' abgespeichert werden wird." - 6/10
5/10

Kurzfassung

Mit seinem Debüt kann Dardan uns nur bedingt mitreißen. Zwar kann Dardan mit „Hallo Deutschrap“ ein gut produziertes Album abliefern, verpasst allerdings die Chance, ein Künstlerpersönlichkeit zu präsentieren, die ihn von übrigen Newcomern abhebt.

The following two tabs change content below.
Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

1 Comment

  1. Mr. Schmit

    10. Juni 2017 at 9:13

    4 von 10?
    ist der Zusammenfassung ein Durchschnitt der Einzelbewertungen?!
    Dann sollte der Author nochmals die vierte Klasse machen bevor über andere geurteilt wird..

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.