Die Meinung der Redaktion zu Danjus „Auf der Wolke“

Über einige Jahre als der Cro-Buddy abgetan, emanzipierte sich Danju vor rund einem Jahr ein gutes Stück vom Superstar-Kumpel. Mit der Namensänderung von Dajuan hin zur Kurzform ging auch das Release seiner ersten LP einher, auf der der Stuttgarter gemäß dem Titel „Stones ohne Grund“ seinem liebsten Kraut gleich eine ganze Fuhre von Songs widmete. Und auch wenn während der Entstehung das eigene Studio abbrannte, ging es wohl direkt nach dem Release und der dazugehörigen Tour wieder in die Produktion eines Nachfolgers, denn nun, ziemlich genau ein Jahr nach dem Debüt steht ein neues Mixtape, das erste seit drei Jahren, in den digitalen Regalen. Und ähnlich wie beim letzten Tape „Cali“ gibt es das ganze auch dieses Mal wieder komplett gratis. Mit an Bord sind dabei Gäste wir Sierra Kidd, Little T, Gunboi, Middlez, Baba Rico, Kwadi, Junior Jero und Fosace Jay. Wir haben das 17 Songs starke Tape besprochen.

Danju – „Auf der Wolke“ gratis herunterladen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 4/10
    Yannick W.: "Ich bin mir nicht ganz sicher, was ich zu 'Auf der Wolke' sagen soll… Die Produktionen sind Top, Danju mumblet munter ein bisschen was von Autos, Bitches und Drogen ins Mic, hier und da ein kurzer Ami-Auftritt und dann war es das auch schon. Leider ziehen sich die beinahe eineinhalb Stunden, die sich der Stuttgarter auf der Cloud befindet unglaublich. Bis auf eine Hand voll Highlights, die tatsächlich immens herausstechen, bleibt die depressive Party-Geschichte zwischen Rausch und Verlust weitestgehend uninteressant und ist nach zwei, drei Durchgängen schon wieder aus meinen Gedanken verschwunden. Spannend allerdings ist, dass auf dem Tape eigentlich nicht viel anderes passiert, als man es auf einigen der wohl aktuell wichtigsten US-Tapes zu hören bekommt, sogar das technische Niveau ist dabei auf Augenhöhe. Der Vibe allerdings, der diese ausmacht und derartig visionär anmuten lässt, will hier einfach nicht aufkommen. Schade drum." - 4/10
  • 5/10
    Jakob: "Danju erinnert mich an einen alten Freund, welchen man schon länger kennt und Jahr für Jahr auf seinen Geburtstag einlädt. Er ist immer da, man toleriert ihn, aber schenkt ihm nicht die Beachtung wie seinen anderen Freunden, weil man ihn am Ende des Tages irgendwie weniger schätzt als die anderen. Und dabei lässt sich Danju nichts zu Schulden kommen. Es gibt viele, die ihn mögen. Für seinen eigenen Musikgeschmack, sein Ohr für einen recht eigenen Sound. Ja, einige mögen sogar sein Nuscheln, denn es ist besonders. Ich würde Danju allerdings zukünftig nicht mehr auf meine Geburtstage einladen, denn er würde sie nicht bereichern mit seiner Anwesenheit." - 5/10
  • 4/10
    Anna S.: "In der Aufmachung trifft es zwar den Nerv der Zeit, für meinen Geschmack bleibt das Ganze aber zu sehr an der Oberfläche kleben. Soundkulisse und Delivery sind mir zu eintönig. Ein wenig Abwechslung kommt zwar durch die Featuregäste mit auf das Album, mir fehlt am Ende dann aber auch die Aussagekraft." - 4/10
  • 6/10
    Cedric: "Ich mache mir Sorgen um Danju. Wenn man ihm auf dem Album so zuhört, bekommt man das Gefühl, dass er aus der ewigen Vernebelung, mit den ganz okayen Höhen und den schlimmen Tiefen, gar nicht mehr raus kommen kann. Das macht das Album auf Dauer etwas anstrengend, auch wenn die Produktionen durchweg zu den besseren gehören, die ich dieses Jahr im deutschen Raum gehört habe. Danjus Stimme bleibt für mich gewöhnungsbedürftig, genau so wie die häufigen US-Gastbeiträge, die beweisen, dass Rap nicht gleich besser sein muss, wenn er aus den Staaten kommt." - 6/10
  • 3/10
    Elias: "Also, die ersten Mixtapes von Danju fand ich ja noch ganz in Ordnung. Das was er mit 'Auf der Wolke' abliefert verstehe ich entweder nicht oder es ist einfach nur nicht mein Ding. Ich verstehe den Sinn dahinter nicht und wahrscheinlich muss es auch nicht immer einen Sinn geben, aber warum man sonst so etwas macht verstehe ich beim besten Willen nicht. Das Album setzt sich zusammen aus Trap-Beats gemischt unverständlicher Wortakrobatik, wobei ich Wortakrobatik eher im negativen Sinne meine. Die Lyrics haben zu dem in den meisten Fällen keinen sonderlichen Tiefgang und man hat es schon viel zu oft woanders gehört. Mein Fall ist es definitiv nicht. Warum er keine zwei Punkte bekommen hat liegt letztendlich daran, dass es einen Track gab ('Flashgordon') den ich echt ganz gut fand. Leider ist es im ganzen nicht mein Geschmack und es war zum Teil sehr nervenzerreibend beim Hören." - 3/10
  • 4/10
    Marvin: "Danju ist innerhalb der Rapszene ja oft sehr negativ betrachtet. Quasi die Gallionsfigur für schlechten deutschen Rap. Mir selbst gefielen einige Songs von seinem letzten Werk 'Stoned ohne Grund' extrem gut, weshalb ich mich auf das Mixtape freute. Diese Freude ist allerdings nach wenigen Tracks schon sehr abgeklungen. Erstmal konnte ich das Album nur rückwärts (also vom letzten Track an) hören, da auf Soundcloud keine richtige Playlist auffindbar war und das Mixtape auf Apple Music gar nicht anhörbar ist. Nach dem Durchhören der immerhin 17 Tracks dachte ich mir dann 'Das wars?'. In der letzten Zeit war Danju immer mehr auf dem Trapfilm und der Amischiene unterwegs, weshalb ich gehofft hatte, auch ein Album in dem Stil zu bekommen. Die Wahrheit war dann, dass alles irgendwie nach nichts klang, was auch die Features von der Guzgang nicht ändern konnten, im Gegenteil. '420 Km/h', was im Vorfeld gemeinsam mit Middlez released wurde, gefiel mir extrem gut aber das Album hat nichts mit diesem Level zu tun. Kein Track ist mir wirklich im Kopf geblieben, was beim letzten mal eben gravierend anders war." - 4/10
  • 5/10
    Lukas: "Nachdem Dajuan seinen Formwechsel zu Danju Danju und zuletzt nur noch Danju vollzogen hatte, war ich erst sehr gespannt. Alte Dajuan Sachen fand ich immer recht gut, doch es fehlte das gewisse Etwas. Als die ersten Danju Sachen mit Trap Flair herauskamen, war ich sehr überrascht aber nicht abgeneigt. Doch leider hat Danju es bis jetzt nicht geschafft mich zu überzeugen. Beats und Atmosphäre machen es für mich hörbar, aber leider sind die Lieder oft so gleich, dass ich nach 3 Songs keine Lust mehr habe. So auch bei 'Auf der Wolke'. Zu dem kommt noch, dass ich seine Stimme, wenn er sie so ins Weinerliche zieht so nervig finde, dass es zwischendurch wirklich anstrengend wird seine Tracks zu hören. Ein paar Ausnahmen machen für mich eingängige Hooks, wie zum Beispiel 'Welcome 2 My Life'. Alles andere oft mehr anstrengend als entspannt." - 5/10
4.4/10

Kurzfassung

Ähnlich wie beim Debütalbum kann Danju mit „Auf der Wolke“ eher Kritik einheimsen. Auch wenn das neue Mixtape gut produziert ist und ebenfalls einen recht eigenen Stil vorweisen kann, verläuft sich das Release dank der Überlänge in der Monotonie.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

1 Comment

  1. Markus S.

    1. Februar 2019 at 13:06

    Die Musik von Danju mag für viele gewöhnungsbedürftig sein. Doch ich finde gerade solche Sachen toll. Da kommt eben nicht dieser Standard, wo jeder mal rein hört und was damit anfangen kann. Ich fühle mich irgendwo verstanden, wenn er über seine „Geistigen Zustände“ redet, wie Demonen. Das fehlt sonst irgend wie und wird nicht thematisiert. Ich finde das Mixtape klasse und liebe Danjus Stil. Von mit kriegt das Album 8/10.

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