Die Meinung der Redaktion zu „Die Farbe von Wasser“ von Curse

Irgendwie war Curse schon immer ein leichtes Opfer für Gegenwind. Als ein Rapper, der zum einen mit der deutschen Old-School verbandelt war und dabei gleichzeitig die Grenzen des sich oft durch seine Härte definierenden Rap in den 2000ern in Richtung Reflexion und Emotionalität aufzuweichen versuchte, stürzte man sich als junger Wilder gern auf den schon in seinen 20ern als „alten Mann“ angesehenen Minder. Seit dieser Zeit sind nun über zehn Jahre vergangen, Curse legte eine Pause ein, die ihn mit seiner Rückkehr nicht weniger zur Zielscheibe machte, ließ sich aber nie von seinem Weg abbringen. Mittlerweile neben der musikalischen Tätigkeit auch als ausgebildeter systemischer Coach aktiv, gibt es parallel zum neuen Album, das unter anderem in Zusammenarbeit mit den Hitnapperz aus Curse‚ Heimatstadt Minden entstand, auch das erste Buch von ihm zu lesen. Ziel dessen: Finde dich selbst. Und genau so soll auch die neue Curse Platte klingen. Wir haben besprochen ob „Die Farbe von Wasser“ wirklich die Essenz, den Sound, das Selbst von Curse‚ Musik widerspiegelt. 

Curse – „Die Farbe von Wasser“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Josh: "Da ich nie großer Fan seiner Mukke war, ist auch das "ultimative Curse-Album", wie es viele Fans und Medien beschreiben, logischerweise nichts für mich. Die musikalische Untermalung gefällt mir teilweise sehr, aber textlich werden mir zu viele Brücken verbrannt, Mauern überwunden und Leute für 'perfekt wie sie sind' erklärt. Warum nicht einfach mal Tacheles reden statt absolut jedem Identifaktionsfläche bieten zu wollen?" - 5/10
  • 8/10
    Niels: "Als großer Fan von 'Uns' war ich gespannt, wie das nächste Lebenszeichen von Curse aussehen würde. Musikalisch fällt die neue LP im Vergleich sehr viel klassischer aus. Die Experimentierfreudigkeit von 'Uns', was Songaufbau und Beats angeht, hatte mir damals sehr viel Freude bereitet, ist hier allerdings leider nicht mehr in dem Maße vertreten. Insgesamt liefert Curse dennoch eine stimmige und atmosphärische Platte ab, die ein paar echten Highlights wie 'Manuskript' und 'Immer mehr' mit im Gepäck hat. Lediglich mit 'Waffen' und 'Paralleluniversen' will ich nicht so recht warm werden." - 8/10
  • 8/10
    Yannick W.: "Für mich nunmal einer der prägendsten Rapper und damit kann ich auch nur ziemlich voreingenommen an diese Platte gehen. Textlich immer mit sehr viel Projektionsfläche – hier scheint Curse sich endgültig gefunden zu haben – braucht es musikalisch gut drei Songs um so richtig zu zünden und genug Diversität zu zeigen. Trotzdem: Für mich wieder ein Album, das mich wohl über ein paar Jahre begleiten wird. Denn 'Die Farbe von Wasser' ist der beste Grown-Man-Rap, den man bisher aus Deutschland gehört hat." - 8/10
  • 5/10
    Carina: "Also ich weiss nicht recht. Ich finde die Beats nicht sonderlich gut und fühle die Tracks auch sonst nicht so. Die Texte find ich aber dafür echt ganz gut." - 5/10
  • 9/10
    Niklas: "Ein wirklich großartiges Album. Curse schafft es weder mit dem Zeigefinger zu wedeln, noch als vermeidlich alter Herr über die jugendlich digitale Welt anno 2018 zu schimpfen. Vielmehr verpackt er seine Ansichten in einem Wir. Er klammert sich selbst nicht aus und macht vieles innerhalb seiner Musik greifbarer, was zunächst - ob in seine Podcasts oder medial überliefert - erst einmal abstrus wirken konnte. Hinzu kommt eine wahnsinnig gute und detailreiche Produktion gepaart mit ebenso punktgenauen Texten, die mal durch ihre Metapher, mal durch den roten Faden bestechen. Zwischendurch rutscht 'Die Farbe von Wasser' leider allzu sehr in Pathos und Kitsch ab, was das Album jedoch nur ein klein wenig trübt. Endlich mal wieder ein wirkliches Highlight von einem der 'alten Garde'." - 9/10
  • 6/10
    Josephine: "Mir gefällt der ruhige Sound und die Emotion, die Curse in sein Album packt. Er spricht zwischenmenschliche Beziehungen an und redet davon sich selbst zu finden. Für meinen Geschmack sind die 14 Tracks im Gesamtbild jedoch noch nicht fesselnd genug. Alles in Allem aber trotzdem ein super Album um entspannt in den Tag zu starten." - 6/10
  • 7/10
    Oliver: "Mir gefällt das Album gut. Das Album klingt,wie ein Curse Album klingen sollte." - 7/10
  • 5/10
    Anastasia: "Was die Platte auszeichnet ist Curse durchdachtes Storytelling.Auf seine Weise regt das Album eine nachdenkliche Atmosphäre an. Jedoch geht es an mir persönlich beim Hören vorbei." - 5/10
  • 9/10
    Yannick H.: "Das stärkste Curse-Album seit langer Zeit! Wortgewandt wie eh und je gibt sich der Mindener reflektiert, pointiert und zeigt Storytelling aus der obersten Schublade. Ob solo, im Triumvirat mit Kool Savas und Samy Deluxe ('Manuskript') oder durch gesangliche Unterstützung von Muso oder Fab – Facettenreichtum wird auf 'Die Farbe von Wasser' groß geschrieben. Rap, der nicht nur fürs Poesiealbum taugt, sondern nur so vor Substanz strozt. - 9/10
6.9/10

Kurzfassung

Mit seinem meditativen Boom-Bap kann Curse nicht alle mitreißen, liefert mal zu weiträumige Zeilen oder trifft schlicht und ergreifend nicht die Geschmäcker einzelner. Dennoch stellt „Die Farbe von Wasser“ für einen Curse Fan wohl eine gelungene LP dar.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Die Farbe von Wasser" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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