Die Meinung der Redaktion zu „Alles Liebe“ von Chefket

Die Deutsche Rapszene hat mittlerweile mehr als eine Hand voll Multitalente. Einer davon ist Chefket. Vor über zehn Jahren wurde noch Freestyle-Battle-Champion bei End of the Week, rappte Beats in Grund und Boden. Mittlerweile hat er diese Facette zwar nicht abgelegt, sein Repertoire aber maßgeblich erweitert. Denn mittlerweile bedient sich Chefket bei seiner Musik nicht nur seinen Rap-Skills, sondern besonders seiner Sozialisation. Schon auf dem Major-Debüt griff er zu ruhigen Piano- und Gesangsstücken, kommt hier und da sogar gänzlich ohne Drums aus. Auf dem neuen Album „Alles Liebe“, das den Untertitel „(Nach dem Ende des Kampfes)“ trägt und drei Jahre nach dem letzten Release „Nachtmensch“ das Licht der Welt erblickte, wird diese Entwicklung noch weiter gesponnen. Dabei gehen Produzent Fahrot dieses Mal The Krauts, BenDMA und Agajon zur Hand. Wir haben die LP besprochen. 

Chefket – „Alles Liebe“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Kevin W.: "Eine Platte zwischen Melodien, Rhythmen und Rap, die es schafft der Liebe jedweden Kitsch zu nehmen, serviert zwischen Locker- und Ernsthaftigkeit. Eine organische Produktion intoniert Songs, welche dem Inhalt und dem Titel der Platte erst den nötigen Schliff verleihen. Keine Frage, Interesse an einer Unergründlichkeit wie die der Liebe in Form von Rap muss man mitbringen aber Hand aufs Herz, betroffen davon sind wir am Ende alle. So kann 'Alles Liebe' geben, sprechen und antworten und muss dabei nicht der Auffassung von mustergültigem Hip-Hop entsprechen." - 8/10
  • 7/10
    Yannick W.: "Die logische Weiterentwicklung zu 'Nachtmensch', erweitert um Einflüsse modern-verkopften R'n'Bs. 'Alles Liebe' transportiert sogar in seinen seichten Momenten noch Schwermut und verläuft sich trotz des Leitmotivs Liebe selten in Kitsch. Und so wenig Spielraum für Kritik da bleibt: Sein Manifest ist auch das vierte Album noch nicht geworden." - 7/10
  • 8/10
    Laura: "'Alles Liebe' hört sich auf jeden Fall total smooth und macht gute Laune. Der Name ist Programm, denn das Album ist sehr liebevoll produziert. Außerdem kommt Marsis türkischer Part in 'Gel Keyfim Gel' richtig gut. Der Part ist gleichzeitig ein schönes Beispiel dafür, wie gut Chefket die türkische Kultur mit Rap bei Chefket verflechtet. Insgesamt ein echt gelungenes Album!" - 8/10
  • 7/10
    Alexios: "Chefket bleibt sich in seinen Inhalten treu, aber hat sein Soundbild weiterentwickelt. Für mich geht dadurch etwas die soulige Wärme verloren, die man aus vergangen Projekten kennt und lieben gelernt hat. Die Songs sind nach wie vor lyrisch stark, aber der neue Sound gibt den Tracks nicht immer so viel Atmosphäre. Trotzdem gibt es hier natürlich einige Highlights wie 'Wo du stehst' oder 'So gut'. Außerdem hätte ich mir auch sehr die (Trap)-Remix Version von "Was wir sind" aus seinen Live-Shows als Studio Version gewünscht. Die hätte hier sehr gut reingepasst." - 7/10
  • 6/10
    Niklas: "Chefket bleibt sich treu und bespielt weiter seine Nische zwischen Rap und Soul. Das Ergebnis ist eigentlich das Gleiche wie auf 'Nachtmensch'. Ähnliche Themen, ähnlich starke Rap-Hits, ähnlich starke Liebeslieder, aber auch ähnlich durchschnittliche Filler zwischendurch. Es fehlt eine wirkliche Stringenz, ein sinnvoller Spannungsbogen. Man merkt dennoch, dass in Chefket noch eine große Platte steckt, leider dreht er sich mit 'Alles Liebe' eher im Kreis. Immerhin bringt Chefket mit 'Work It' nach gefühlten Ewigkeiten mal wieder einen Deutschrap-Song über Sex raus, der ein angemessenes Frauen-Bild an den Tag legt. Danke dafür."  - 6/10
  • 7/10
    Daniel: "Auf 'Alles Liebe' findet Chefket eine angenehme Balance zwischen Rap und Gesang. Musikalisch und textlich bewegt sich das Album in einem gleichbleibenden Rahmen, was die gute Produktion betrifft, genauso wie das melancholisch wirkende Behandeln des Themas Liebe. Auch wenn 'Scheinwerferlicht' das Projekt klar abrundet, wirken viele Tracks untereinander austauschbar und ein paar Lückenfüller gibt es auch." - 7/10
7.2/10

Kurzfassung

„Alles Liebe“ ist ein zweifelsohne gelungenes Album, dass nach „Nachtmensch“ – musikalisch wie inhaltlich – nicht den entscheidenen Schritt nach vorne schafft. In der hier geschaffenen Sound-Kulisse schafft sich Chefket dennoch seine eigene Deutschrap-Nische, die es mit den kommenden Platten auszubauen gilt.

Sag uns deine Meinung. "Alles Liebe" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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