Die Meinung der Redaktion zu Chakuza & Bizzy Montanas „Blackout 2“

MontanaÜberraschend kam er, der Stilwechsel, den Chakuza vor mittlerweile fünf Jahren mit seinem Signing bei Four Music und der mit „Magnolia“ gestarteten Trilogie durchzog. Vom kaltschnäuzigen Battlerapper mit Hang zu vulgären Ausbrüchen an der Seite von Bushido gab sich der Linzer Rapper selbstreflektiert, widmet sich Ausweglosigkeit, Depression und Ängste, um sich mit dem abschließenden Teil „Noah“ vor einem Jahr als lebensbejahender Chakuza aus seinem Kokon zu schälen. Doch dass in ihm auch immer der Drang nach dem Austeilen schlummerte, zeigte er bereits gemeinsam mit RAF Camora auf dem Kollabo-Projekt „Zodiak“ im Jahr 2013. Und wie könnte man den am besten ein weiteres Mal auf die Öffentlichkeit loslassen, als an der Seite des alten Freunds Bizzy Montana. Seit dem ersten Kollaboprojekt „Blackout“ und dem Weggang von ersguterjunge fand der bei den Freunden von Niemand und Wolfpack seine neue Labelheimat, veröffentlichte unter anderem die vierteilige Tape-Reihe „Mucke aus der Unterschicht“ und die LP „Gift“. Über zehn Jahre nach „Blackout“ will das Duo es nun erneut wissen, für den zweiten Teil, auf dem erneut eine Menge gepöbelt und gefrontet werden soll, schlossen sie sich erneut im Studio ein. Was bei der zweiten Zusammenkunft herausgekommen ist, haben wir besprochen. 

Chakuza & Bizzy Montana – „Blackout 2“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 3/10
    Marvin: "Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das Album ein Scherz sein soll oder nicht. Anfangs dachte ich, es ist einfach nur nicht mein Fall. Mit jedem weiteren Track merkte ich dann aber, dass sich diese vollkommen hohlen und sinnlosen Texte durch das gesamte Album ziehen, fast schon so als wäre es ein gewollter Witz. Nach weiteren fünf Tracks dann war mir klar: Die meinen das echt ernst. Zeilen wie 'Du bist umhüllt von Fett und hast 2 Eier - Nic Nac' oder Fünf-Minuten-Skits, die es schaffen ohne Aussage oder irgendeine Form von Witz zu existieren, bringen mich echt ins grübeln, was die Intention hinter 'Blackout 2' war. Vielleicht ist der Titel tatsächlich Programm: Die beiden hatten beim Aufnehmen einfach mehrere Blackouts. Das Ganze noch auf 22(!) Tracks, was selbst für ein gutes Album viel zu viel wäre. Die Beats sind teilweise echt in Ordnung, was es um so schlimmer macht, dass sie mit diesen zusammenhanglosen Texten gefüllt werden." - 3/10
  • 2/10
    Cedric: "Das Album hört sich an, als hätten die beiden niemanden gehabt, der ihnen sagt, was sie anders oder besser machen können. Das mag für Chakuza und Bizzy, und Fans von den beiden eine sehr befreiende Erfahrung sein, für mich bleibt aber auf dem Album, außer ganz guten Beats nicht viel übrig. Die Texte sind eine Aneinanderreihung von Punchlines, die nicht wirklich etwas aussagen. Das wollen sie zwar auch gar nicht, aber auch der Humor trifft mich leider kaum. So bleibt am Ende für mich nichts übrig. Dass das ganze auch noch über 22 Songs (mit Skits) ausgedehnt ist, macht das ganze eigentlich noch schlimmer." - 2/10
  • 6/10
    Anna S.: "Chakuza und Bizzy Montana geben, wie zu erwarten war, rund eine Stunde aggressiven Battlerap von sich. An sich ist es ein runder, genretreuer Longplayer, dessen düsterer Charakter nur durch alberne Skits ab und an gelockert wird. Ich finde das Ganze allerdings ziemlich nichtssagend. Die Lyrics kratzen an der Grenze kräftiger Punchlines und lassen das Ganze ziemlich inhaltslos da stehen. Der Unterhaltungsfaktor ist vorhanden, doch die Aufmachung mit ziemlich platten Hooks und trivialen Inhalten lassen den Longplayer trotz der kräftigen Delivery der beiden einfach dahinplätschern." - 6/10
  • 2/10
    Jakob: "Dieses Album ist wie wenn man nachts besoffen seiner großen Liebe 'ne behinderte Nachricht schickt und sich am nächsten Morgen wünscht, sie niemals abgeschickt zu haben. Ich frage mich, wieso Chakuza und Bizzy nicht auch auf diese Idee gekommen sind. Man merkt diesem Album so an, dass es erst nach zwei Promille entstanden ist. Anders kann ich mir Lines wie 'Wenn man deine Mutter mit Bukkake mischt ergibt das U-A-O' nicht erklären. Ist ja cool für die beiden, aber das muss man doch nicht direkt verkaufen. Ich hab auch oft Rotze im Kopf, aber ich versuch doch nicht direkt daraus Kapital zu schlagen. Die hätten das Album doch auch einfach zuhause beim Saufen pumpen können. Leider ist die von mir gewählte Line keine Seltenheit. Solche Fremdscham Lines ziehen sich leider durchs ganze Album. Sie sind weder witzig, noch machen sie in irgendeiner Weise Sinn. Dabei geht Chakuza neben Bizzy noch einmal mehr unter, obwohl dieser auch er durch Whackness statt Freshness auffällt. Ich bin stellenweise wirklich aggressiv geworden. Dazu kommt noch, dass sage und schreibe 22 Tracks auf diesem 'Kunstwerk' gelandet sind. Das 'Headshot Skit' kam bei mir ungefähr so gut an wie ein Tor von Werder Bremen. Fünf Minuten lang wartet man vergeblich auf ein Ereignis - es passiert trotzdem nichts. Wer sich dieses Skit mehr als ein Mal anhört, gehört eingesperrt. Die beiden hätten vielleicht mal einsehen sollen, dass der erste Teil schon elf Jahre her ist. In diesen elf Jahren sind die beiden auch gealtert. Gerade Chakuza, der doch mittlerweile eher mit seiner melancholischen Musik auffällt. Ich verstehe diesen schlagartigen Wandel wieder einmal nicht. Und 'Blackout 2' gibt mir recht. Schade um die geilen Beats, schade um das ganze verbrauchte Datenvolumen." - 2/10
  • 8/10
    Yannick H.:"Battle-Rap at its best. Zwar hat mir die musikalische Weiterentwicklungs Chakuzas, die er auf seiner Triologie präsentiert hat, über weite Strecken gut gefallen. Aber ist es doch der asoziale Chak, mit dem ich aufgewachsen bin, und der mit seinem Wortwitz und einer gesunden Portion Aggressivität stets zu punkten wusste. So auch beim 2. Teil der 'Blackout'-Reihe, wo sich erneut im Verbund mit Bizzy Montana eine Kombination ergibt, die sich perfekt ergänzt. Für meinen Geschmack wird teilweise zu sehr über das Ziel hinausgeschossen und sich zu oft der Fäkalsprache bedient, letztendlich werden aber im Rahmen des Battle-Rap-Charakters alle 'Anforderungen' erfüllt. Und wer sich noch an einer enormen Anhäufung von Wörtern wie 'Schwanz' stört, sollte sich wohl sowieso nicht mit dieser Sparte auseinandersetzen... Sei's drum, der Sound von Max Mostley ist stimmig und harmoniert vor allem auf Tracks wie 'Hakuna Traumata', 'Gorilla' oder 'In Love with da KK' mit den expliziten Lyrics der beiden MCs." - 8/10
  • 2/10
    Shana: "Als ich erfahren habe, dass Chak und Bizzy 'Blackout 2' planen, habe ich mich wahnsinnig gefreut, weil ich den ersten Teil von 2006 echt gefeiert habe. Dass meine Vorstellungen für dieses Release und die Realität dann doch so weit auseinander liegen, hätte ich nicht gedacht. Den Film, den Chakuza mit seinen Soloprojekten in den letzten Jahren gefahren ist, kaufe ich ihm tausend mal mehr ab und, um Ehrlich zu sein, steht dieser ihm auch viel besser. Gegen die Produktionen ist nicht viel einzuwenden, die Lines auf 'Blackout 2' wirken teilweise aber leider so schwach um die Ecke, dass man da kein Auge mehr zudrücken kann. Mit 'Hakuna Traumata' und 'Digeridoo' findet die Platte ihre zwei Höhepunkte - die können das Steuer allerdings auch nicht mehr rumreißen. Ich glaube, der Grundgedanke stimmt und auch die Kombination aus Chakuza und Bizzy Montana funktioniert in Hinblick auf asozialen Battlerap sehr gut. Leider wirkt 'Blackout 2' dennoch wie eine Platte, die zusammengezimmert wurde und der irgendwie die richtige Hingabe fehlt. Ich hoffe inständig, dass wir in Zukunft noch mehr von dieser Kombi erwarten können und die künftige Musik sich wieder mehr vom ursprünglichen 'Blackout' inspirieren lässt." - 2/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Genau das was es sein will und damit auf eine sehr plumpe Weise charmant. Denn man hört dem Album den absolut anspruchslosen Drauf-Los-Gedanken und die wohl wilde Studio-Zeit im positiven Sinne an. Die Punchlines sind so naheliegend simpel, dass man selbst teilweise nicht darauf gekommen wäre, die Beats drücken durchweg und die Harmonie zwischen den beiden stimmt einfach perfekt. Das macht einfach gute Laune, so stumpf und vulgär der Humor dabei auch ist – zumindest für den Anfang. Mit 22 Tracks und über einer Stunde Spielzeit wird das Ganze recht schnell eintönig und verliert Originalität. Für ein paar Schmunzler zwischendurch allerdings durchaus zu empfehlen." - 6/10
  • 3/10
    Lukas: "Zu allererst: Ein 22 Track Album? Wirklich? Sowas will ich nicht mal von Künstlern, denen ich gerne zuhöre. Und damit direkt der zweite Punkt: Was haben sich die beiden bei diesem Album gedacht? 90 Prozent der Lines klingen so, als wäre einem der beiden ein Wort eingefallen und sie hätten ein Spiel gespielt, wem als ersten ein Reim einfällt. 'Ich habe kein Boot auf Nizza' Mhh was reimt sich auf Nizza? Jemand ne Idee? 'Alter wir haben im Ofen noch ne Pizza.' Woaaah das ist es!!! Ich bitte euch. Die anderen 10 Prozent bestehen aus Lines, wen sie alles ficken, weil sie eben doch alles ficken, was irgendwie rumläuft. Weil sie krass sind. Machen andere Rapper bestimmt auch, aber vielleicht doch ein wenig durchdachter und um die Ecke gesagt. Fünf Tracks hätten gereicht. Ich wäre trotzdem nicht begeistert. Zwei Punkte gibt es für Beats, die wenigstens ein wenig helfen, dieses Album zu hören und einen Punkt gibt es dafür, dass der Takt getroffen wird." - 3/10
4/10

Kurzfassung

Zum erneuten Zusammentreffen von Chakuza und Bizzy Montana gehen unsere Meinungen sehr weit auseinander. Während die einen zu den plumpen Punchlines des Duos keinen Zugang findet, fühlt sich andere vom Battlerap der Beiden unterhalten und attestieren ihm einen gewissen Charme.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

1 Comment

  1. Misanthrop

    27. April 2017 at 12:48

    Kann mich den Bewertungen mit 2 bzw. 3/10 Punkten nur anschließen. Blackout war damals ein richtig richtig gutes Album, Teil 2 ist leider für die Tonne.

Erzähl Digger, erzähl

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