Die Meinung der Redaktion zu Cashmos „1994“

In Aachen beheimatet kann Cashmo auf bewegte und von Krisen durchzogene 32 Jahre zurückblicken. Früh getrennt von seinen Eltern, verbrachte er einen Teil seiner Kindheit im Jugendheim, es kommt, was so oft kommt: Der Konflikt mit dem Gesetz. Zuerst für ein halbes Jahr inhaftiert, muss Cashmo bereits im Jugendalter aufgrund eines Raubüberfalls für mehrere Jahre ins Gefängnis. Dort von Hip-Hop als Zeitvertreib angefixt, entsteht die Idee einer Musikerkarriere. Ein Traum, der nach Ende der dreijährigen Gefängniszeit in Angriff genommen wird. Und tatsächlich bedeutet es für den Aachener den Ausweg aus der Kriminalität, mittlerweile als Oberhaupt des eigenen Labels Rapper aus Prinzip folgen einige Alben. Für die mittlerweile vierte LP nahm sich Cashmo insgesamt drei Jahre Zeit, im Zentrum steht das Jahr ‚1994‘ – einem Schlüsseljahr in seinem Leben – in dem es erstmals zu Gesetzeskonflikten kam. Wir haben die Platte besprochen.

Cashmo – „1994“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 8/10
    Sara: "Ich bin vollkommen drauf kleben geblieben. Nach langer 'Abstinenz' haut Cashmo hier meiner Meinung nach ein Brett raus. Und es wirkt auf mich, als würde er alles locker aus dem Ärmel schütteln. Diesen Westcoast Sound feiere ich so hart, da ich eher das Ami-Mädchen bin - was Produktionen angeht können ihm nicht viele was vormachen. Diese Laid Back Attitüde mit der er rappt ist gerade auf Albumlänge mega entspannt. Nicht zu lahm und nicht zu aggressiv. Über seine Authentizität kann man gar nicht diskutieren. Trotz eines Streams, den ich vor Release erhalten hatte, habe ich mir das Album noch mal gekauft und hör's tatsächlich rauf und runter. Besonders über die Instrumentals hab ich mich sehr gefreut. Hoffentlich bleibt der Gute auf seinem jetzigen Kurs." - 8/10
  • 7/10
    Lukas: "Cashmo macht auf jeden Fall sein eigenes Ding. Am ehesten könnte man es wohl mit 'deutscher G-Funk' umschreiben, aber auch das würde ihm nicht gerecht werden. Laidback Style und trotzdem eine Message und er hat einen Hintergrund, über den er schreiben kann. Mir gefällt das ganze sehr gut, vor allem die Hooks haben Ohrwurmpotenzial und er spricht nicht einfach über irgendetwas, sondern auch viele wichtige Probleme an. Allein die Länge des Projekts fällt bei mir negativ ins Gewicht, denn egal wie innovativ der Stil ist, nach 16 Tracks hat man von allem genug." - 7/10
  • 6/10
    Jakob: "'1994' ist für mich ein ordentliches Album. Die Beats kommen herrlich wie aus einem Guss und überzeugen wirklich sehr. Inhaltlich ist es für mich durchwachsener Straßenrap in seiner reinen, aber durchaus etwas entspannteren Laidback-Form. Auf Anhieb blieb mir 'Hip-Hop' hängen. Der Rest konnte mich nicht so mitreißen, sodass ich dem Album mehr im Hintergrund gelauscht habe und mich eher von den Beats habe treiben lassen, die wirklich smooth waren. Zwei Dinge sind mir aber auch negativ aufgefallen. Fronts gegen Kitty Kat und Cro im Jahre 2017 und 'Wep' statt 'Rap'. Vor allem das Erstere braucht es überhaupt nicht." - 6/10
  • 7/10
    Peter: "Mit einer ordentlichen Portion Persönlichkeit präsentiert sich Cashmo auf seinem langem angekündigten neuem Album. Meiner Meinung nach ist es ein stimmiges Album, das mit der Monotonie armdrückt. An manchen Stellen erfolgreich, an manchen weniger. Darüber hinweg täuschen aber die stimmigen Instrumentals, die eine füllende Atmosphäre erzeugen können und Cashmos kompromisslose Erzählweise, die nicht durch Technik, sondern Authentizität besticht. Schön für all diejenigen, die '1994' bereits Hip-Hop hörten." - 7/10
  • 7/10
    Cedric: "Das Album ist eine große Hommage an den Westcoast Gangsterrap der 90er und 2000er. Die Referenzen sind für mich aber nie zu plump. Wenn man hört, wie er die Basslines setzt und wie gut er es verstanden haben auch durch seinen Flow einen Groove zu erzeugen, merkt man, dass er diese Musik wirklich studiert hat. Auch textlich fängt er diese Stimmung ein. Für mich persönlich hätten es drei oder vier Lieder weniger sein können, weil sich gerade auf der ersten Hälfte ein paar Thematiken und Beats ähneln und die sehr gute zweite Hälfte so besser zur Geltung gekommen wäre. Insgesamt aber ein sehr rundes Ding von einem Westcoastliebhaber für Westcoastliebhaber." - 7/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Ich war – mit Blick auf meinen sonstigen Musikgeschmack eigentlich verwunderlich – nie ein Kind der Westcoast. Dennoch kann Cashmo auf '1994', gerade, wenn der G-Funk Sound entschlackt wird und eher düster ausfällt, catchen. Doch genau wie ich beim Sound hin- und hergerissen bin, geht es mir auch bei den Inhalten. Denn die Story hinter der Musik ist wahnsinnig packend – ein Blick in die Doku über ihn sei ans Herz gelegt – wird allerdings oft unattraktiv verpackt. Denn leider steht sein Lebensweg auf der Platte entgegen der Erwartungen nicht im Fokus, sondern wird vereinzelt zwischen oft gehörten Streetrap-Phrasen eingebunden. Die Ausnahme bildet das Herzstück der LP 'Ein Leben für die Anderen', das die gesamte LP überstrahlt. Und damit ist '1994' zwar ein gutes Straßenrap-Album, das den Westcoast-Sound der frühen 90er gut ins Deutsche übersetzt, allerdings bei mir hinter den im Vorhinein aufgebauten Erwartungen zurückbleibt." - 6/10
  • 7/10
    Anna S.: "Ich finde vor allem die Soundkulisse ziemlich stark – Sehr stilvoller und kräftiger Charakter, der sich durch die Instrumentals zieht und für Cashmos Storys eine harmonische Basis bilden. Mit schlichten Wortketten und einem leichten, melodischen Flow trägt Cashmo Storyteller jeglicher Art und unterhaltsame Lyrics vor. Trotz der Kontraste funktioniert das Ganze ziemlich gut. Mir gefällt der unaufgeregte, aber eingängige Sound des Ganzen." - 7/10
6.9/10

Kurzfassung

Der Westcoast-Sound und Cashmos authentische Straßenstorys wissen uns zu gefallen. Stellenweise macht sich auf „1994“ allerdings liegengelassenes Potential bemerkbar.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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