Die Meinung der Redaktion zu „Makarov Komplex“ von Capital Bra

In nur einem Jahr konnte Capital Bra einen beachtlichen Aufstieg hinlegen. Nachdem er im Dunstkreis von Rap am Mittwoch mit nur 20 Jahren auf der Bildfläche erschienen, konnte er bereits auf seinem Debütalbum „Kuku Bra“ im vergangene Frühjahr zahlreiche, teils auch ziemlich bekannte, Fans dazugewinnen. Schnell wurde er mit seinem Signing bei AUF!KEINEN!FALL! Teil eines der derzeit erfolgreichsten Streetrap-Roaster Deutschlands. Es folgten Kollabos mit der 187 Strassenbande oder Ufo361, nur ein Jahr nach dem Debüt steht nun schon das nächste Solorelease in den Regalen. Darauf versammelt er neben Kumpel King Kahlil mit Bonez MC, LX, Kontra K, AK AusserKontrolle Haze und Ufo361 einen Teil der Straßenrap-Elite des Landes, auch entferntere Gäste wie Joshi Mizu oder Prinz Pi geben sich die Ehre. Wir haben „Makarov Komplex“ die zweite Platte des Berliners besprochen.

Capital Bra – „Makarov Komplex“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Yannick W.: „Absolut kompromisslos. Über die 15 Song drücken die Beats beinahe ausnahmslos, dennoch kann Capital die Instrumentals mit seiner kraftvollen Performance stets beherrschen und dank seinem Akzent eine unverkennbare Note zu verpassen. Da hat sich seit dem Debütalbum einiges getan, die Raps wirken energischer, die Beats sind besser aufeinander abgestimmt und vor allem besser produziert, Capital scheint in dem wuchtigen Trap-Sound seine Spielwiese entdeckt zu haben. Doch so technisch sauber das Ganze ist, so einseitig ist es über weite Strecken auch. Mit Ausnahme von Ufo, LX und Joshi Mizu kann sich keiner der Gäste wirklich hervortun, Kontra K schlägt sogar ins andere Extrem und fällt mit seiner Trademark-Performance aus dem Soundrahmen. Auf dem Weg zur eigenen Nische dennoch ein guter Schritt von Capital, gespickt mit ein paar Hits. Potential gibt es da nach wie vor.“ - 6/10
  • 6/10
    Raphael: "Energetischer Straßenrap auf der Höhe der Zeit, aber ohne Autotune-Gimmicks und peinliche Schnulzen. Mein Highlight ist dabei 'Albtraum', das weit herausragt. Da ist durchaus Potential zu erkennen." - 6/10
  • 5/10
    Cedric: "Capital Bra macht auf seinem neuen Album einen Schritt nach vorne, sowohl textlich, als auch produktionstechnisch. Leider fehlt mir trotzdem oft die Abwechslung auf dem Album. Wenn mir der elfte Straßen-Banger um die Ohren fliegt schaltet mein Hirn irgendwann auf Durchzug. Das ist schade, weil Capital gerade auf den zwei ruhigen Liedern 'Mama bitte wein nicht' und 'Albtraum' zeigt, dass er auch persönlich werden kann. Die Introspektive auf diesen beiden Songs wirkt echt und greifbar. Leider geht das in der Masse an aggresiven Tracks unter. Ein Album, dem es an thematischer und klanglicher Abwechslung fehlt." - 5/10
  • 6/10
    David: "Mit 'Makarov Komplex' übertrifft Capital Bra meine Erwartungen. Wie gewohnt bringt auf den meisten Tracks seinen aggressiven Style rüber, den man schon von einigen Videoauskopplungen von ihm gewohnt ist. Aber auch deepere Tracks, die ich nicht von Capital erwartet hätte, finden auf Platte ihren Platz. Auch die Featuregäste überzeugen mich alle. Würde mir vor Allem mehr Tracks in Richtung '300 Grad' wünschen." - 6/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Yannick H.: "Capital Bra hebt sich von anderen Straßenrappern ab. Das liegt zum einem an der Verwendung von ostslawischen und albanischen Vokabular in seinen Texten, zum anderen an einer sehr markanten, kraftvollen Stimme. Allein hiermit sorgt der Berliner für eine gewisse Präsenz und kann auf seinem zweiten Album mehrfach punkten. Auch Featuregäste wie Kontra K, Maxwell oder Bonez können sich hören lassen und fügen sich gut ein. Abstriche gibt es hingegen für die thematische Einfältigkeit.“ - 7/10
  • 6/10
    Anna S.: "Capital Bra schlägt ein weiteres Kapitel des zeitgemäßen deutschsprachigen Straßenrap auf. Sehr aggressive Delivery, gepaart mit klassischen Inhalten des Genres und melodischen, bassstarken Instrumentals. Erprobter Stil, der gut funktioniert. Einen Hauch Individualität verleiht er seinen Texten mit den immer wiederkehrenden Markenzeichen-Fremdwörtern à la Kuku Bra. 'Makarov Komplex' führt den auf dem Debütalbum eingeleiteten Stil konstant weiter – Ein Niveau An- oder Abstieg ist kaum vernehmbar. Solides Album, wobei mich die ruhigeren Tracks zu Ende des Werkes, im Vergleich zum Rest, eher weniger abholen." - 6/10
  • 5/10
    Sara: "Alles in allem ist das schon ganz in Ordnung. Die Themenvielfalt ist halt recht begrenzt und zum Vorgängeralbum höre ich keine wirkliche Steigerung. Capital Bra Fans werden trotzdem zufrieden sein. Mir ist aufgefallen, dass er sich tatsächlich auch echt gut anhört, wenn er eine weniger aggressive Attitude an den Tag legt. Vielleicht zwei oder drei Songs mehr mit untermischen, bei denen er einen Gang herunterschaltet, dann gäbe es eine angenehme Balance." - 5/10
5.9/10

Kurzfassung

Auf seinem zweiten Album macht Capital Bra viel richtig, kann einige Schwächen des Vorgängers ausmerzen und ein technisch einwandfreies Album abliefern. Große Abstriche muss man allerdings in Sachen Vielfalt oder Tiefgang machen.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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