Die Meinung der Redaktion zu „Mythos“ von Bushido

Zwanzig Jahre Karriere, davon die meiste Zeit als einer der erfolgreichsten Künstler seines Genres, sicher als der konstant umstrittenste – Bushido kann auf eine bewegte Zeit als Musiker zurückblicken. Ausgerechnet zum Jubiläum bricht dann eine der aufwühlendsten Zeiten dieser Karriere an. Das Kultlabel ersguterjunge droht zu zerbrechen, Verhältnisse zu den eigenen Künstlern werden nach außen unklar gelassen. Schließlich sogar der Streit – und schließlich auch Bruch – mit dem jahrelangen Weggefährten Arafat Abou-Chaker. Dieser Trubel mündet in „Mythos“, einem Album, dass den Karriereweg Bushidos aufarbeitet, ein Befreiungsschlag nach Monaten des Durcheinanders. Mit dabei sind die beiden neuen Egj-Künstler Samra und Capital Bra, nahezu alle Beats wurden von Bushido selbst produziert. Wir haben die Platte besprochen.

Bushido – „Mythos“ kaufen

 

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Yannick W.: "Wäre es in sich etwas kohärenter, die schwermütigen MPC-Beats Brücke zwischen allen Stücken, wäre 'Mythos' sicher eins der besten Alben des Jahres. Tatsächlich trüben nämlich lediglich paar die Produktionen, die nicht von Bushido selbst beigesteuert wurden und Capital-Choruse den Flow der Platte. Die beeindruckenden Samra-Auftritte steuern da angenehm gegen." - 7/10
  • 6/10
    Alexios: "Man muss leider sagen, dass die Nebenschauplätze bei Bushido in der letzten Zeit deutlich spannender waren als sein musikalischer Output. Das Album verfällt für mich in den ganzen Clan-Geschichten auch irgendwie. Inhaltlich hat man alles schonmal so von Bushido gehört. Die MPC-Beats auf der Platte sind für mich auch alle keine Meisterwerke und die neueren Trap-Produktionen stehen Capi und Samra deutlich besser, da beide einfach hungriger sind und auch so klingen. Bushido ist eine Deutschrap-Legende und kann meiner Meinung nach, langsam den Jüngeren die Bühne überlassen." - 6/10
  • 7/10
    Daniel: "'Mythos' könnte fast ein Abschluss der zwanzig Jahre langen Karriere von Bushido sein: Der Berliner schaut auf sein Leben und seine Rapper-Laufbahn zurück, aber rechnet auch meistens ohne Namedropping mit einigen ab. Dabei entsteht ein Wechselspiel aus harten Lines wie z.B. bei dem Track 'Skit' auf der einen Seiten, während auch immer wieder liebevolle Zeilen an seine Frau oder seine Kinder gerichtet sind. Beim Hören des Albums fällt das zumindest nicht permanent als Widerspruch auf. Die Featuregäste fügen sich auch ganz gut in das Gesamtwerk ein, vor allem Samra harmoniert sehr gut mit dem egj-Labelboss. Durch die Beats, die von Bushido selbst in Zusammenarbeit mit Young Piano gebaut wurden, entsteht auch eine starke Atmosphäre. Trotzdem ist das Ganze ein wenig eintönig und die hohen Erwartungen werden zwar erfüllt, aber nicht großartig übertroffen. Meiner Meinung nach das beste Solorelease von Bushido seit 'Sonny Black'." - 7/10
  • 6/10
    Niklas: "Wirklich erfrischend Bushido mal wieder auf seinen eigenen Beats, mit seinen eigenen Texten zu hören. Vor allem die MPC-Beats machen 'Mythos' mal wieder zu einem Highlight in der Bushido-Diskographie. Die simplen und sprunghaften Texte tun ihr übriges und wecken noch mehr Nostalgie-Gefühl. Leider hat sich Bushido dafür entschieden für Capital Bra und Akon - und wahrscheinlich vor allem für das jüngere Publikum – Ausnahmen zu machen und das Konzept durch modernen Sound gesprengt. Das wirkt irgendwie wie ein billig aufgezwungener Marketing-Move und alles andere als authentisch, vor allem wenn man 'Sodom und Gomorrha' noch im Hinterkopf hat." - 6/10
  • 5/10
    Josephine: "Hm ja, solides Bushido Album würde ich sagen. Um's zu feiern bin ich dann wohl doch zu wenig Fan. Hört sich halt an, wie es sich anhören soll, mir fehlt so ein bisschen die Frische und der Mut mal was Neues zu wagen. Der einzig einprägsame Moment war das Feature mit Akon, ansonsten gibt's da für mich nicht viel was sich lohnt, um die Platte noch ein weiteres Mal durchzuhören." - 5/10
  • 6/10
    Yannick Han: "Bushido schwört auf die gewohnte Ich-gegen-den-Rest-der-Welt-Mentalität, kommt mit der altbekannten Portion Asozialität daher, präsentiert den bewährten, straighten Sound – und weiß dennoch vereinzelt mit Soundinnovationen zu überraschen, die sich bereits auf 'Black Friday' zeigten. Überraschend ist für mich auch das Feature mit Hook-King Akon, das aber nicht zwingend einen Mehrwert darstellt und vielleicht noch vor zehn Jahren funktioniert hätte. So ist dem egj-Mastermind mit 'Mythos' ein Album im soliden Bereich gelungen, bei dem sich Ausreißer nach oben und unten die Waage halten und das tendenziell das Potential für mehr mit sich bringt." - 6/10
  • 7/10
    Josh: "Wohl das Album, das am meisten heraussticht aus den letzten Bushidoreleases. Es geht von perfekten Songs á la 'Hades' über zum einschläfernden 'Das Leben' und endet im etwas peinlich-poetischen "Mephisto". Dabei ist der Gesamtfilm jedoch super kohärent und stimmig, die Beats alle 1A. Letzten Endes werden mir aber zu viele Hyänen, Schlangen oder Hunde hinter sich gelassen und zu viele Dämonen verflucht, um richtig zu überzeugen. Die Entwicklung weg vom pöbelnden Deutschrap-Monarchen zurück zum Jungen mit der MPC gefällt mir aber sehr gut. Bin gespannt, wie sich das entwickeln wird." - 7/10
  • 6/10
    Kevin W: "Ein Lebensweg des Hip-Hop, erzählt auf nostalgisch-atmosphärischen Beats und vereinzelt kryptischen Bars, welcher sich in einer außerordentlich guten Konzeption wiederfindet. Feel Good-Momente, Storytelling und gerade die groß ausbleibenden Schüsse in Richtungen seiner Widersacher machen 'Mythos' reif. Mit Nichten ein Meisterwerk seiner Diskographie, aber am Ende rund. Ein Rapper der nicht wissen konnte, wohin er geht, aber mit diesem Album irgendwie angekommen ist." - 6/10
6.3/10

Summary

„Mythos“ bringt Bewährtes aus 20 Jahren Bushido-Sound mit den jungen Wilden des Camps zusammen und kann damit insgesamt, wenn auch nicht konstant, überzeugen. 

Sag uns deine Meinung. "Mythos" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

1 Comment

  1. Henici

    18. Oktober 2018 at 9:54

    Bushido ist das beste Beispiel dafür dass ein straighter musikalischer Lebenslauf ohne Abzweigungen, Experimente oder ähnliches auch etwas eintönig daherkommt. Andererseits bleibt der frühere Standard-Kritikpunkt eines jedem Rapper: „Rap mal wieder wie früher“ fern. Bushido macht sicherlich keine Musik mehr für die Fans der ersten Stunde, jedoch erkenne ich ein immer wiederkehrendes Muster zu den Alben seit 2006. Bezeichnent finde ich Songs wie „Das Leben“ die zahlreich auch schon auf anderen Bushido-Alben stattgefunden haben.

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