Die Meinung der Redaktion zu Blut & Kasses “Jooj”

Bis zum Release der neuen BK-Platte war „Jooj“ sicherlich nicht in der Alltagssprache der Deutschrap-Fans oder gar dem Durchschnittsdeutschen vertreten. Die genaue Definition kennen sogar bisher wahrscheinlich nur Blut & Kasse und sein Umfeld. Zumindest klar ist: “Jooj” soll Spaß und Leichtigkeit vermitteln. Und genau deshalb hat es die Wortschöpfung des Würzburgers auch auf das Cover seines dritten Soloalbums geschafft. Nach „Macher oder Träumer“, „Machermodus“, der Gründung seines Labels „Machermuzik“ und einem danach betitelten Mixtape macht sich B&K für die LP Nummer Drei frei von der Arbeitstier-Mentalität und macht einfach drauf los – „Jooj“ eben. Dafür holt sich der frischgebackene Labelboss sein erstes Signing Instinkt, 187 Strassenbande Oberhaupt Bonez MC, Marcella Mc Crae, Macloud und für eine Ehrenrunde auch Olexesh und dank Fler nicht-mehr-ganz-so-Geheimtipp Mørtel an seine Seite. Ob sich Blut & Kasse auch ohne den Macher-Stempel auf Albumlänge beweisen kann, haben wir besprochen. 

Blut & Kasse – “Jooj” kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 6/10
    Lukas: "Blut & Kasse ist auf jeden Fall eine interessante Persönlichkeit. Dementsprechend entstehen auch interessante und witzige Themen, zu denen man manchmal auch mehr oder weniger Bezug finden kann. Trotzdem war 'Jooj' für mich eher Hintergrundmusik, die an mir vorbeizog, ohne dass viel hängen geblieben ist. Vom Soundbild auch typisch für die aktuelle Deutschrap-Phase also weder schlecht, noch sonderlich herausstechend. Ein coooles Album, aber leider nicht viel mehr." - 6/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Stabiler Straßenrap, der auch persönliche Seiten von Blut & Kasse offenbart. In puncto Rap-Technik ist dem Würzburger nichts anzukreiden, Fähigkeiten und Fertigkeiten stehen für mich außer Frage. Allerdings könnte 'Jooj' noch etwas innovativer und vom Sound frischer daherkommen. Denn das Potential für mehr scheint definitiv gegeben, was Tracks wie 'Boden oder Thron' oder 'Reden wild' offenbaren." - 7/10
  • 5/10
    Anna S.: "Per se ist es ein ganz solides Straßenrap-Album mit starken Featuregästen. Aber irgendwie kann ich dem Ganze nicht allzu viel abgewinnen, da es sich kaum von den Werken anderer Artists aus dieser Sparte abhebt. Es fehlt an Wiedererkennung, Dynamik und Abwechslung – mir bleibt der Sound so gut wie gar nicht im Ohr hängen." - 5/10
  • 6/10
    Sara: "So richtig kann mich das Album nicht abholen. Ich höre gespannt zu, aber das Packende bleibt für mich persönlich aus. Die Texte sind einfach gerade aus, aber irgendwie trotzdem nicht außergewöhnlich. Alles in allem sind die Beats ganz fresh... und interessant. Ist auf jeden Fall was eigenes und das gefällt mir. Dass sich das etwas fernab vom Zeitgeist bewegt ist mit Sicherheit gewollt. Aber ich finde den momentanen Zeitgeist recht nice und deshalb konnte mich Blut & Kasse sowohl musikalisch als auch lyrisch nicht zu 100% erreichen. Dennoch ist es in sich geschlossen und rund. Man weiß, dass es Rap Fans gibt, die genau auf sowas stehen." - 6/10
  • 7/10
    Peter: Trafen die bärenstarken Produktionen von Joshimixu auf 'Machermodus' auf einen hungrigen Blut & Kasse, bietet sein neuestes Release mehr Raum für ruhigere Töne. 'Jooj' klingt mehr nach einem persönlicherem B&K und seiner Welt. Dies spiegelt sich in seinem Wortschatz und der Auswahl seiner Gastmusiker wieder. Mir gefallen nach wie vor die Anspielstationen am besten, die stark nach vorne gehen, nehme diese Abwechslung aber auch dankend an." - 7/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Das Album geht runter wie Öl. Durchweg eingängig, aber wenig herausstechend produziert, ist mit 'Jooj' eine insgesamt sehr kurzweilige, aus der Hüfte geschossene, LP entstanden. Am Ende lebt das Album allerdings primär von der sehr eigenen Performance BKs, den Stimmspielchen und ungewöhnlichen Betonungen, ohne die sich die dritte Platte des Würzburgers kaum von der Masse abheben könnte. Mit diesem Können in puncto Rapskills und Eigenheit im Hinterkopf wird zwar schnell klar, warum er bei der Elite ein gern gesehener Featuregast ist. Allerdings gleichzeitig auch wie viel mehr drin gewesen wäre. Meist fällt mir 'Jooj' zu platt aus, bietet bei 50 Minuten zu wenig bis dato nicht Gehörtes und plätschert vor sich hin. Damit wird es zwar nie zum Störfaktor, hat aber permanent den Beigeschmack von liegen gelassenem Potential, den nicht zu unterschätzenden Charakter eines sehr von Intuition und Party geprägten Albums, dem eine lange Halbwertszeit wohl verwehrt bleiben wird." - 6/10
  • 5/10
    Shana: "An Blut & Kasse gefällt mir, dass er nach wie vor super hungrig klingt. Auch an der Technik gibt's von meiner Seite nichts auszusetzen, allerdings gibt's Abzüge in puncto Variation. Aus den Produktionen könnte man definitiv mehr machen. Allerdings klingt das Album auf Länge eher nach Einheitsbrei." - 5/10
  • 6/10
    Cedric: "Mit dem neuen Album macht Blut & Kasse für mich einen Schritt nach vorne. Das Album wirkt abwechslungsreicher als der Vorgänger. Blut & Kasse versteht es seine Persönlichkeit und seinen Humor auf den Songs durchkommen zu lassen. Trotzdem: Solche Geschichten wie auf 'Asi' will ich 2017 nicht mehr hören müssen. Weniger wäre hier mal wieder mehr gewesen." - 6/10
6/10

Kurzfassung

Mit seiner dritten LP schafft es Blut & Kasse zwar, seinen Stil zu verfestigen und besonders durch seine Performance zu punkten, gleichwohl mangelt es auf der inhaltlichen Ebene an Abwechslung und Ausbrüchen, die “Jooj” von Alben der Konkurrenz abheben.

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