Die Meinung der Redaktion zu Bass Sultan Hengzts „2ahltag: Riot“

Mit seiner Berliner Schnauze konnte sich Bass Sultan Hengzt im Laufe seiner mittlerweile rund zwei Dekaden andauernden Rapkarriere nicht nur Freunde machen. Besonders bei den Komitees der Bundesprüfstelle für Jugendgefährdende Medien wurde Hengzt mit der Zeit beinahe zu einem Dauergast, kaum eine seiner Soloplatten blieb dank sehr harter Provokationen vom Index verschont. Umso verwunderter zeigten sich zahlreiche Fans, als der Berliner im Anschluss an sein Album „Zahltag“ verkündete, er sei „Endlich erwachsen“ und gemeinsam mit Serk als B.S.H. sogar radiotauglich wurde. Doch falsch gedacht, nur zwei Projekte später macht der Ex-Bassboxxx-Künstler genau da weiter, wo er 2009 aufhörte. Auf „2ahltag: Riot“ wird erneut provoziert, beleidigt und gebattlet, was das Zeug hält. An seiner Seite sind dafür King Orgasmus One, Olexesh und Al-Gear. Wir haben Bass Sultan Hengsts Rückkehr zu den musikalischen Wurzeln besprochen.

Bass Sultan Hengzt – „2ahltag: Riot“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Yannick W.: "Man kann Hengzt viel ankreiden, dass er was dieses Album betrifft nicht Wort gehalten hat, gehört nicht dazu. Nach den beiden Genre-Ausflügen gemeinsam mit Serk findet er auf '2ahltag: Riot' erstaunlich nahtlos zum alten Stil zurück. Damit ist die neue Platte zwar genau das, was sie sein soll, hätte allerdings auch noch mehr aus sich machen können. Eine Vielzahl der Disses kommen mir zu einfach vor, wenn ich ein Drittel von Hengzts Opfern erst einmal googeln muss, ist das eher ein Indiz für leichtes Dissen, des Dissens halber, an dieser Stelle hätte man durchaus kreativer agieren können. Auch einige der Provokation sind - trotz der Narrenfreiheit die Hengzt ein Stück weit genießt - einfach drüber. Pro-ISIS-Lines haben, ob ernst gemeint oder nicht, auf einem Deutschrap-Album einfach nichts verloren und da gibt es auch nichts zu diskutieren. Ein erfolgreich erfülltes Versprechen an die Fans - nicht mehr, aber eben auch nicht weniger.“ - 5/10
  • 4/10
    Anna S.: "Der Albumtitel spiegelt on point wieder, was sich auf den 14 Tracks abspielt: Es wird gepöbelt und gedisst - selbstverständlich unter der Gürtellinie. Trotz der treibenden Beats finde ich das Gesamtwerk ziemlich ermüdend. Sehr flaches Namedropping und sehr schlichte Vergleiche, die auch gerne mal in den Tracks recycelt werden. Auch die überzogen sexistisch und homophobe Macho-Attitüde ist langsam aber sicher auch mal überholt." - 4/10
  • 6/10
    Niko: "Schon sinnvoll, dass Hengzt eine Rolle rückwärts macht und sich auf das besinnt, was er besser kann. Dann laut über all die 'Hipster' herziehen hat dann zwar schon einen Beigeschmack, am Ende liefert er hier auf Albumlänge aber einfach das, was die Leute von ihm schon immer haben wollten. Das ist entertainend, aber irgendwann auch monoton" - 6/10
  • 4/10
    Lukas: "Als ich die ersten Tracks gehört habe, musste ich zugegeben über ein Paar Lines lachen. Doch für mehr hat es bei mir nicht gereicht. Die Beats sind ordentlich produziert und am Flow ist auch nichts auszusetzen, aber das sollte man bei so vielen Jahren im Rapgeschäft auch erwarten können. Bis auf die genannten Lacher durch übertriebene Lines konnte mir das Album nur das Gefühl abverlangen, dass BSH um jeden Preis beleidigen muss. Hier mal ein Rapper oder Youtuber, da mal ISIS und AFD. Vom mehr oder minder Disstrack gegen Jennifer Weist möchte ich garnicht reden. Im englischen sagt man glaube ich 'Try Hard'." - 4/10
  • 4/10
    Peter: "Butter bei die Fische: Dieses Album müsste es doch gar nicht geben. Drei Jahre nach einem Release, das auf den Namen 'Endlich Erwachsen' hört, ein Album mit solchen Texten zu veröffentlichen, zeigt wie schnelllebig die gegenwärtige Musikszene funktioniert. Das Album klingt nicht besonders schlecht und Schmunzeln musste ich auch öfter, als ich zugeben würde, aber was macht Hengzt auf dem nächsten Album? Was bewerte ich: Mukke oder auch den dahinterstehenden Künstler? Das gehört meiner Meinung nach zusammen." - 4/10
  • 6/10
    Sara: "Joa entweder man liebt es, oder man hasst es. Bass Sultan Hengzt polarisiert und provoziert und das auf diesem Album ganz besonders. Eine tabu-line nach der anderen, frei Schnauze spricht er wahrscheinlich aus, was viele (seiner Fans) denken. Wenn man seinen Texten zuhört, klappt einem schon mal die Kinnlade runter, doch das ist meistens gefolgt von einem Schmunzeln oder einem Lachen. Für die einen unterhaltsam, für die anderen geschmacklos. Bei mir jedenfalls ersteres. Allerdings muss man auch sagen, dass es von der Technik und den Reimen her keine außergewöhnlich krasse Leistung ist. Beattechnisch abwechslungsreich. Das Album tut, was es tun soll - es unterhält." - 6/10
  • 5/10
    Cedric: "Bass Sultan Hengzt kehrt auf '2ahltag:Riot' zu seinem gewohnt asozialem Stil zurück. Hier wird kreuz und quer einmal ganz Deutschland vom Politiker, bis zum B-Promi beleidigt und durch den schmutzigsten Schmutz gezogen. Leider verliert diese Form der Übertreibung, für mich, schon nach einem Lied ihren Charme. Nach dem dreizehnten derben Spruch wirkt das alles irgendwann nicht mehr schockierend, sondern normal. Vielleicht wären hier weniger, dafür besser gesetzte und durchdachtere, Punchlines besser gewesen. So fehlt es an Highlights. Rein klangtechnisch gibt es nicht viel an dem Album zu kritisieren, außer dass es hier und da mal etwas altbacken klingt.“ - 5/10
  • 4/10
    Yannick H.: "Provokation der Provokation wegen. Mehr Worte sind eigentlich nicht über '2ahltag: Riot' zu verlieren. Der Sound offenbart viele Schwächen, wirklich negativ stoßen mir jedoch all die Diffamierungen auf. Klar, das ist nichts neues im Rap. Wer aber eindeutig zu Gewalt aufruft, Minderheiten unterdrücken und für 'Panik im Flüchtlingsheim' sorgen will, der hat mit dem eigentlichen Kunstgedanken nicht mehr viel am Hut. Positiv: Darmstadt-Representer Olexesh liefert einen stabilen Part ab, der das ganze Projekt Sultan Hengzts minimal aufwertet." - 4/10
  • 6/10
    Marcel: "Bass Sultan Hengzt ist zurück, an seinen Ursprüngen und pöbelt munter drauf los. Passende Featuregäste ergänzen das Album gut. Die Produktion ist okay und das Werk im Gesamten auch. Man hört die altbewährte Berliner Schnauze, ist aber nicht komplett aus den Socken gerissen, weil BSH keine, auch textlich gesehen, Schippe drauflegen kann. Dennoch sind ein paar kreative Highlights dabei und man bekommt stilistisch ansatzweise das, was Hörer von einem zweiten Teil von Zahltag erwarten konnten." - 6/10
  • 5/10
    Shana: "Dass Hengzt immer noch die Battlerap-Schiene fährt, beweist er mit '2ahltag: Riot'. Aus technischer Sicht gibt es da zwar wenig bis nichts zu bemängeln, allerdings darf sich über die Themenwahl gestritten wird. Die Singleauskopplung 'Donald Trump' hat da bereits einen treffenden Vorgeschmack geliefert, ähnlich wie die Jennifer-Weist-Antwort 'Stute'. Musik ist und bleibt nach wie vor und zum Glück Geschmackssache, für meinen Geschmack fällt '2ahltag: Riot' dann leider doch etwas zu stumpf aus." - 5/10
4.9/10

Kurzfassung

Mit „2ahltag: Riot“ kann Bass Sultan Hengzt nahtlos an die Vorgängeralben anschließen, jedoch am Ende nicht vollends überzeugen. Das liegt zum einen an teils zu plumpen und naheliegenden Disses, zum anderen an einer Hand fragwürdiger Lines.

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