Die Meinung der Redaktion zu B-Tights „Wer hat das Gras weggeraucht“

Seit B-Tight auch Solo unterwegs ist und gemeinsam mit „Blutzbuder“ Sido bei Aggro Berlin unterschrieb, sind mittlerweile ziemlich genau 15 Jahre vergangen. Für den Berliner ist das Grund genug, einen Blick in die Vergangenheit zu werfen. Auf seinem  2002 erschienenen Aggro-Debüt „Der Neger (in mir)“ fragte er auf dem Titelsong unteranderem „Wer hat das Gras weggeraucht?“. Eine Frage, die er jetzt, 15 Jahre später, erneut stellt, ihr dieses Mal sogar eine gesamte Platte widmet. Mit an Bord sind dabei natürlich gleich einige alte Wegbegleiter, aber auch neuere Gesichter. Neben Sido, Smoky, Frauenarzt, Beathovenz, Unoo und Viruz sind auch SXTN, der Plusmacher und Estikay mit an Bord. Für Fans der ersten Stunde findet sich auf dem Album zudem ein Tape, für dass der Berliner zahlreiche verschollene Tracks der Sekte ausgegraben hat. Wir haben das neue Album von Bobby Dick besprochen. 

B-Tight – „Wer hat das Gras weggeraucht“ kaufen

 

  • 4/10
    David: "Wieder ein Album von B-Tight, das mich nicht umhaut. Seine Beats und Delivery mögen vielleicht seinen alten Fans gefallen, sind wie ich finde für die heutigen Standards etwas altbacken. Auch ständig Gras in allen seinen Tracks zu thematisieren langweilt mich mittlerweile. Für richtige Fans von Bobby bestimmt ein gutes Album mit einer coolen Box und Unmengen an zusätzlichen Liedern als Bonus, aber mich juckt das Album leider nicht wirklich." - 4/10
  • 6/10
    Yannick H.: "Fängt vielversprechend an, lässt dann aber auch stark nach. Wie bereits auf seinen vorherigen Alben, kann mich B-Tight nur bedingt abholen. 'Bob der Baumeister', 'So wie Du' und natürlich auch 'Wer hat das Gras weggeraucht', die Neuinterpretation des Klassikers 'Der Neger' kommen mit ordentlich Energie um die Ecke und beschreiben den Mariuhana-Konsum ansprechend. Dem entgegen steht aber zu viel Durchschnitt, auf dem weder Sound noch die Reime so recht sitzen wollen. Schade, da wäre mehr dringewesen." - 6/10
  • 5/10
    Anna S.: "Die Aufmachung des Albums lädt natürlich dazu ein die frühen Sachen mit dem neuen Material zu vergleichen - sollte man aber lieber lassen. Mich holt das neue Material nicht ab.Während B-Tight auf dem Titelsong seinen Klassiker mit starken Featuregästen einen zeitgenössischen Anstrich verpasst hat, ist dieser Versuch auf dem Gesamtwerk nicht ganz geglückt. Mit den trashigen oder pop-melodischen Instrumentals bekommt das Ganze einen recht kalkulierten und leider auch flachen Charakter – Was sich für mich auch in den Lyrics wiederspiegelt. Nun ist B-Tight in der Vergangenheit auch nicht mit komplexen und reflektierten Lyrics aufgefallen, aber es war einfach direkter und markant – rotziger, rauer Untergrundrap." - 5/10
  • 4/10
    Peter: "Leider konnte mich keines der letzten Release von B-Tight so begeistern, wie frühere Veröffentlichungen des Berliners. Daran hat sich auch mit diesem Album nichts geändert. Wenig seiner Inhalte sprechen mich an und die lange Spielzeit verstärkt diesen Effekt leider noch. Einige Fans warten sicher jedes Jahr auf ein neues Release, jedoch gehöre ich nicht dazu." - 4/10
  • 6/10
    Sara: "Grundsätzlich feiere ich B-Tight, chilliger und unglaublich sympathischer Typ. Ich bin aber ziemlich fernab der Zielgruppe, die er ansprechen will (haha). Durch die Weed-Abstinenz meinerseits fehlt mir zum Großteil einfach der Bezug zum Album, dennoch finde ich's amüsant anzuhören. Die Tatsache, dass das produktionsmäßig nicht allzu der burner ist, erklärt Bobby damit, dass er ganz nostalgisch an seine ersten Tage und sein erste Aggro-EP erinnern will. Das muss man dann so hinnehmen. Alles in allem ein rundes Ding, das gute Laune macht." - 6/10
  • 4/10
    Cedric: Ich kann mit dem neuen B-Tight Album leider nicht wirklich etwas anfangen. Die Beats klingen mir oft zu billig und 'party-mäßig', was für mich in diese Kiffer-Atmosphäre gar nicht passt. Das einzige Lied, dass hierzu passt und das Thema konsequent 'durchzieht' ist 'Spliffpolitik'. Auch B-Tights Stimme selbst klingt für mich meistens schlecht aufgenommen, oder produziert. Textlich ist B-Tight gewohnt unangestrengt und ironisch. Manchmal vielleicht etwas zu sehr. Einzig der Frauenarzt-Part konnte mich begeistern. An vielen Stellen klingt dieses Album zu altbacken. Das hat, meiner Meinung nach, auch nichts mit Hommage zu tun." - 4/10
  • 5/10
    Yannick W.: "So sehr ich B-Tight und seine Liebe für das Hip-Hop-Ding schätze, so wenig kann ich in den letzten Jahren mit seiner Musik anfangen. Sowohl auf 'Retro' als auch auf dem im letzten Frühjahr erschienenen 'Born 2B-Tight' haperte es an einigen Ecken, in diesem Fall kommt für mich noch die fehlende Bezugsebene dazu. Man hört dem Album an, dass es von einem Kiffer für Kiffer konzipiert wurde, es ist durchzogen von Gedankensprüngen, abrupten Stilwechseln oder nicht wirklich tief gehendem Philosophieren. Ob das ganze so beabsichtig war, sei mal dahingestellt. Der rohe Stil der Platte kann zwar, besonders, da sie an eine 15 Jahre alte EP anknüpfen soll, für Retro-Feeling sorgen, die dabei allerdings nicht immer ganz sitzenden Reime und stockenden Flows wirken allerdings eher unbeholfen, als dass sie Charme verbreiten. Mit Ausnahme des wirklich entertainenden Titeltracks doch eher was für Hardcore-Fans. Vielleicht sollte man sich für das nächste Album vom impulshaften Arbeiten befreien und sich etwas mehr Zeit nehmen, dann wird Bobby seinem Status auch wieder gerecht." - 5/10
  • 6/10
    Raphael: "Der gute Bobby lädt zur Rückbesinnung ein. Party und Kiffen, Themen wie damals, nur harmloser und irgendwie klingt das wie die Musik zur Abifahrt. Dazwischen gibt es ein paar ruhigere Tracks mit Geständnissen und Reflektionen. Er bleibt dadurch herzlich sympathisch, aber im Berliner Rapgame sollte er es der nächsten Generation überlassen." - 6/10
5/10

Kurzfassung

Mit „Wer hat das Gras weggeraucht“ gelingt es B-Tight in unseren Augen nicht, an seinen Klassiker „Der Neger“ anzuknüpfen. Weder in Sachen Performance noch Produktion kann der Vibe des Originals aufkommen, so hebt sich seine neue LP schlussendlich nicht vom Durchschnitt ab.

The following two tabs change content below.
Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

1 Comment

  1. Required

    11. Februar 2017 at 5:17

    RECHT HABT IHR!

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.