Die Meinung der Redaktion zu „Fast Life“ von Azet

Anfangs ohne großen Medienwirbel überrollte die KMN Gang in den vergangenen 18 Monaten Deutschrap mit Hits, die in dieser Dichte wohl ihres gleichen im Deutschrap suchen. Mit einer Mischung aus Club- und Straßenattitüde, melodischen Hooks und trotzdem roughen Parts baute sich das Dresdener Kollektiv eine riesige Fanbase auf. Gekrönt wurde das Ganze vorläufig vom Mega-Hit „Kokaina“. Dennoch, ein wenig scheinen sich die Musiker auf dem Weg zum ganz, ganz großen Erfolg noch selbst im Weg zu stehen. Denn nach einer beinahe durchweg gut aufgefassten Debüt-EP „Fast Life“ ging es für Gang-Gründer Azet erst einmal hinter Gitter. Seit einigen Tagen ist die Strafe allerdings abgesessen, schon in der Zeit vor der endgültigen Entlassung wurde die erste Platte fertig gestellt. Neben den eigenen Homies aus den KMN Reihen ist auch RAF Camora mit dabei, benannt wurde die Platte nach der ersten EP, heißt also auch „Fast Life“. Das sind unsere Meinungen zu Azets Debüt.

Azet – „Fast Life“ kaufen

 

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Yannick W.: "Hat Momente, die in der Deutschrap-Szene ihres gleichen suchen, so etwa der phänomenale Outro-Beat auf 'Villa in Weiß' (der ohne Rap-Part noch stärker gekommen wäre). Insgesamt wird auf 'Fast Life' oft Genialität in puncto Synth- und Sample-Auswahl bewiesen. Was dem dann unglaublich entgegenwirkt, sind gähnend langweilige, gegnerische Drums, austauschbare Autotune-Hooks und wiedergekäute Inhalte. Wirklich schade, denn der roughere Erkältungsflow hat was. Das Debüt klingt noch viel zu sehr nach Trend und lässt dabei Azets wirklich großes Potential zu Hauf liegen." - 5/10
  • 4/10
    Alexios: "Die Geschichten vom Leben in der Hood und dem Ticken von diversen Stoffen habe ich schon tausendmal gehört. Im Afrotrap-Gewand macht es das ganze leider nicht interessanter für mich. Das Album bleibt bei den Klischee-Geschichten, die man schon vor 10 Jahren gehört hat." - 4/10
  • 5/10
    Josephine: "Würde der Soundcheck nicht anstehen, hätte ich mir das Album nie aus eigener Motivation angehört. Ein, zwei Tracks gehen ganz gut ins Ohr, aber im Gesamten trifft die Platte nicht meinen Geschmack. Die Beats ähneln sich und auch sonst ist da nicht viel Abwechslung drin. Langsam ist die häufige Verwendung von Autotune einfach nur nervig." - 5/10
  • 5/10
    Jakob: "Azet steht für einen neuen, melidiöseren Deutschrap und er scheint damit auch alles richtig zu machen. Trotzdem verkauft sich Azet auf "Fast Life" unter Wert. Auch wenn Lyrics mit Sicherheit nicht das Kernstück dieser Platte sein sollen, der gefühlte 100 Wörter Wortschatz geht mir spätestens nach drei Tracks auf die Nerven. Gerade lyrisch denke ich kann Azet deutlich mehr, auf der "Fast Life" EP wurde das schon mehrmals angedeutet. Das Album ist sauber produziert, allerdings auch ohne ein einziges mal vom Muster abzuweichen. Ebenfalls wird jeder gerade angesagte Trend mitgenommen. Funktioniert auch und kommt gut bei seinen Fans an, das große neue Ding wird man im Deutschrap damit aber nicht." - 5/10
  • 7/10
    Josh: "Azet ist zweifelsfrei das Herz der KMN Gang. Er ist der Einzige, von dem wirklich ein Bild in meinem Kopf entsteht von einem Character. Darum ist 'Fast Life' auch das bisher beste Album-Release aus deren Reihen. Allerdings ist es für das, was seine Geschichte hergibt, leider doch etwas inhaltsleer/oberflächlich. Auch sein Auto-Tune-Einsatz gefällt mir oft nicht, wenn er besonders hoch singt (z.B.'Villa in Weiß')." - 7/10
  • 4/10
    Niels: "Das große Problem, das ich mit KMN habe, ist die Tatsache, dass sich fast jedes Release für mich gleich anhört. Meiner Meinung nach funktionieren Rapcrews erst dann richtig gut, wenn jedes Mitglied sein eigenes Alleinstellungsmerkmal mitbringt. Bei den Jungs von KMN habe ich eher das Gefühl, dass jedes Release genauso gut von einem anderen Mitglied hätte veröffentlicht werden können. Klar, sie haben ihren Sound gefunden und werden dafür von ihren Fans gefeiert. Nach mir verliert sich die LP allerdings trotz einzelner gelungener Tracks sehr schnell in redundanten Inhalten und sich für meinen Geschmack zu sehr ähnelnden Songs - fast, als wäre es am Reißbrett konzipiert worden." - 4/10
5/10

Kurzfassung

Azet zeigt zwar sein Potential, sein Debüt krankt uns allerdings noch an zu viele Kinderkrankheiten, wie den unspektakulären, redundanten Drums und wiederkehrend klingenden Hooks, um wirklich nachhaltig zu überzeugen. Am Ende ist „Fast Life“ dafür noch zu hörbar Trend.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Fast Life" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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