Die Meinung der Redaktion zu „Sternzeichen Hass“ von Audio88

Hass; ein schweres Wort. Und was in der Regel aufgrund persönlicher Fehden aufkocht, staut sich bei Audio88 bereits im Alltag zwischen seinen Mitmenschen an. Um dem Ganzen ein wenig Luft zu machen, geht es deshalb nach zwei LPs an der Seite von Yassin, auf denen sich erst der Schmutz der Szene und schließlich alle Menschen, die Audio88 ohnehin nicht mag, zur Brust genommen wurden, wieder auf Solopfade. „Sternzeichen Hass“ heißt die EP, in der sich der Gesellschaftshass des Exil-Cottbussers kanalisiert. Fleißig mithassen dabei seine Gäste Megaloh, Laumann, Doz9 und Morlokk Dilemma auf den Beats von Yassin, Torky Tork, Smokey131, Aqua Luminus III und Klan-Member Lord Scan. Wir haben das neue Solowerk Audios besprochen. 

Audio88 – „Sternzeichen Hass“ kaufen
Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 9/10
    Elias: "Immer wenn Audio zum Mic greift wird es brachial. Nach meiner Empfindung, hat er eine sehr krasse Energie in seiner Stimme, die er auch sehr gut einzusetzen weiß. Mehr Inhalt und Sinn kriegen wahrscheinlich wenig deutsche Rapper in ihre Texte verpackt. Er bringt das, was oft nicht ausgesprochen wird oder wofür keine Worte gefunden werden, auf den Punkt, egal ob das nun politische oder sozialkritische Themen sind. Im Gesamtbild ist es eine gut produzierte Platte und auch die Beats stimmen größtenteils, auch wenn es hier wohl eher um die Texte als um die Instrumentals geht. Die Features überzeugen voll und ganz. Ich finde, mit Morlockk, Lakmann, DoZ9 und Megaloh hat er sich ebenso eloquente Rapper, wie auch er es ist, auf die EP geholt. Insgesamt eine sehr gutes Ding, das durch Sinn, Inhalt und Hass überzeugt." - 9/10
  • 8/10
    Jakob: " Mit großem Abstand die inhaltsvollste Platte dieses Jahr und daran sollte man sie auch messen. Bei Audio88 geht es nicht so sehr um das Gesamtpaket von Flow und Sound, der Inhalt spielt hier die Musik. Und der hat es so hart in sich. Jede Zeile sitzt und tut weh, dazu das ein oder andere simple, aber feine Wortspiel und die Platte wird ihrem Namen mehr als gerecht. Das ist Sozialkritik, wie sie besser eigentlich hätte nicht sein können. Erinnern kann ich mich jedenfalls nicht mehr an so zerberstende Aussagen. Jeder 'linksversiffte Gutmensch' kommt hier auf seine Kosten. Von der Länge her aufs Nötigste reduziert, denn auf Albumdauer kann Audios Menschenhass wohlmöglich anstrengend werden - selbst bei Fans. Lediglich die Featureparts habe ich zu bemängeln, da sie die EP meines Erachtens nach nicht sonderlich bereichern. Ansonsten gibt es eigentlich nichts zu bemängeln. Sound sitzt, inhaltlich eine Marke und vor allem auch keine Musik, die nur von Trends lebt." - 8/10
  • 9/10
    Anna S.: "Es ist beeindruckend, wie Audio88 derart pointierte Lines von sich gibt, die an Aktualität und Relevanz kaum zu übertreffen sind. In der Soundkulisse, die auf jeglichen Schnickschnack verzichtet, finden die starken Inhalten den passenden, präzisen Rahmen, ohne von der lyrischen Ebene abzulenken." - 9/10
  • 6/10
    Marvin: "Audio88 war mir immer ein begriff, allerdings nie interessant genug, um tatsächlich mal reinzuhören. Durch den Soundcheck wird mir diese Entscheidung abgenommen, was ja Rap-Horizont-Technisch ja garnicht mal so schlecht ist. Ich wusste, dass Audio88 definitiv keinen Trap macht, und auch vor einigen starken politischen Aussagen in seinen Texten nicht zurück schreckt. Mit diesen sehr schmalen Erwartungen dann rein, und sofort bestätigt worden. Das ist mir in der Vergangenheit schon öfter passiert, allerdings wurde ich dann meistens schnell verschreckt, da die Mischung aus Musikalität und politischen Botschaften oft nicht die Richtige ist. Bei Audio88 wurde ich dann aber positiv überrascht, da hier eben die Tracks nicht stumpf versuchen, so viel kryptischen, sozialkritischen Inhalt wie möglich zu verpulvern, sondern hier auch noch cool klingen. Wichtig zu beachten ist hierbei auch die Länge: Bei so viel Inhalt wirken viele Tracks oft eher einschläfernd, als dass man es schafft, die gesamte Zeit aufmerksam zuzuhören. Acht Tracks sind hierbei, genau wie die Features, optimal gewählt um das perfekte Mittelmaß zu finden. Insgesamt eigentlich überhaupt nicht meins, konnte dann aber doch irgendwie überzeugen." - 6/10
  • 9/10
    Yannick W.: "Die Sterne für diese EP standen wohl mehr als nur gut. Schon Titel und Produzentenliste ließen mich von der Ankündigung an sicher sein, dass "Sternzeichen Hass" nach den zwei – man darf sie durchaus genial nennen – Platten mit seinem normalen Partner Yassin erneut nicht enttäuschen würde. Und damit habe ich Recht behalten. So messerscharf, wie Audio hier Zeile an Zeile reiht und dabei einen Fehltritt nach dem anderen anprangert, können es nur wenige. Mit der drückenden Delivery vorgetragen wirkt die Stimmung unglaublich dicht, das Format der einer EP von nur 25 Minuten schütz hier gut vor einer Reizüberflutung. Auch die Beats rumpeln wunderbar, finden zwischen eingängigem Boom-Bap und dem sperrigem Percussion-Einsatz mit der Handschrift Lord Scans bereits im Intro statt. Gesellschaftskritik aus der Hip-Hop-Szene muss nicht immer versteckt im Mantel der Ironie geschehen, wenn man es vermag, derartig den Nagel auf den Kopf zu treffen. Ich bin und bleibe großer Fan." - 9/10
  • 7/10
    Cedric: "Die düsteren Beats fügen sich mit den gewollt sperrigen Texten Audio88s zu einem düsteren Spiegelbild der aktuellen Zeiten zusammen. Dabei wirken die Produktionen wie aus einem Guss, was den Fluss der EP unglaublich angenehm macht. Audio88 steht sowohl textlich, als auch produktionstechnisch allein auf weiter Flur im deutschen Rap, weil kaum jemand so eigen klingt wie er.  Die Features hätte es für mich auf so einem kurzen Projekt wirklich nicht gebraucht, auch wenn sie vielleicht für manche Menschen Audios Stil angenehm aufbrechen." - 7/10
8/10

Kurzfassung

Mit seinem Hass tappt sich Audio88 in unsere Herzen und schafft es zu einer der am besten ankommenden Releases des bisherigen Jahres in unserer Redaktion und schafft es, durch die Kurze Laufzeit der EP, einer Überstrapazierung der Nerven aus dem Weg zu gehen.

 

The following two tabs change content below.
Ich kann quasi nur über Musik reden...

Erzähl Digger, erzähl

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.