Die Meinung der Redaktion zu „Testing“ von Asap Rocky

Schon mit dem ersten Tape vor sieben Jahren war klar: Asap Rocky will mehr als nur der nächste große Rapper werden. Das erklärte Ziel ging viel weiter. Stilikone, Pop-Star, musikalischer Visionär, Designer. All das schlummerte in dem Jungen aus Harlem, der als Aushängeschild gemeinsam mit Freund Yams eine Kult-artige Crew aus High-Fashion- und Drogen-begeisterten Hip-Hop-Nerds aufbaute. Mit den ersten beiden Alben zumindest den eigenen Weg zum Pop-Star geebnet, wurde eben diese Crew nach dem frühen Tod ihres Gründers in den letzten zwei Jahren mit zwei Samplern zum Zentrum der Wahrnehmung. Bis sich schließlich die Zeichen auf das angekündigte dritte Soloalbum des Crew-Stars verdichteten und der Fokus plötzlich wieder ganz bei Rocky lag. Allein die Präsentation der LP – eine Fragerunde, während Rocky Platz in einem Glasquader, gefüllt mit Eiswasser, nahm – unterstrich, dass der eigene Anspruch an die dritte Platte abseits von Trendmusik in der Verwirklichung der eigenen künstlerischen Ästhetikvision lag. Ob die auch überzeugt, haben wir besprochen. 

Asap Rocky – „Testing“ kaufen

  

Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 7/10
    Lukas R.: "Ganze drei Jahre hat man auf 'Testing' gewartet. Manche mehr, manche weniger, ich auf jeden Fall fieberhaft. Vielleicht höre ich grade deswegen mit einem anderen Ohr. Für mich klingt Einiges nicht fertig, nicht zu Ende gedacht. Manches nach einmal zu oft überlegt. Natürlich gibt es richtig richtig gute Songs und das alles ist Kritik auf hohem Niveau, da wir von einem grundsätzlich guten Album sprechen. Ich, als Riesenfan, bin allerdings etwas enttäuscht. Vielleicht ist das ganze aber auch ein Grower (Grüße an Hanna)." - 7/10
  • 9/10
    Jakob: "Wahnsinnige Produktionen mit Mut zu Neuem, eine irre Detailverliebt- wie Verspieltheit und ein Asap Rocky in Topform. 'Testing' schafft es, den Hörer eine Stunde lang in eine musikalisch spannende Welt zu entführen. Lange haben Beats nicht mehr so perfekt die Stimmung eingefangen. Aber auch fernab von grandiosen Produktionen überzeugt Rocky. Ob mit verträumten Gesang oder brachialem Rap - Rocky spielt seine Qualitäten perfekt aus, ohne dabei textlich herausragen zu müssen. Alles in allem ein Album, an dem man sich allein wegen der Produktion sehr lange erfreuen kann." - 9/10
  • 6/10
    Yannick W.: "Das Maß an kreativer Selbstverwirklichung durch grenzüberschreitende Produktion auf 'Testing' ist groß, mehr als je zuvor manifestiert es Asap Rockys Position abseits rap-stilistischer Strömungen als Pop-Versteher. Ein herausragendes Album ist 'Testing' trotzdem nicht geworden. Die Platte verläuft sich im kreativen Chaos, das einer Bemühung, dem Albumtitel gerecht zu werden, gleicht. Skizzen reihen sich an Überproduktion, die 55 Minuten sind viel zu lang geraten. Seine unverkennbar starken Momente hat 'Testing', abseits vom wuchtigen Intro, dann, wenn sich Frank Ocean, Skepta oder FKA Twings mit wenigen Zeilen gleich zu den Stars ihrer Songs machen, auch die wunderbare Neuinszenierung von Mobys Kitsch-Hymne 'Porcelain' wirkt über jeden Zweifel erhaben." - 6/10
  • 8/10
    Josh: "Das experimentierfreudige Soundbild bietet viel Fläche für lange Entdeckungsreisen, die auch nach dem x-ten Hören nicht langweilen. 'Changes' hat es mir besonders angetan. Wie diese Kontraste zwischen den Parts dennoch miteinander harmonieren ist der Wahnsinn. Ein weiterer positiver Aspekt ist, wie subtil die Features eingesetzt werden. Nicht einmal der sonst immergleiche French Montana drängt sich hier in den Vordergrund, sondern fügt sich dem Sound. Schwanke zwischen 'Meisterwerk' und 'overhyped' und kann irgendwie mit beidem leben. Bin überfragt." - 8/10
  • 9/10
    Kevin W.: "Für mich ist Rocky fraglos einer der fühlbarsten Rapper des zeitgenössischen Hip-Hops. Die Suche nach innovativer Entwicklung in seiner Musik, lassen immer wieder eindringende Songs entstehen. Monumentales Samplen ('A$AP Forever Remix'), elektrisierende Unverblümtheit ('Distorded Records') oder sinnliche Leichtigkeit ('Kids Turned Out Fine') zeigen wie Hip-Hop sein kann. Ja, das Niveau kann nicht aufrecht erhalten werden und zieht sich nicht durch die gesamte Platte, findet aber immer wieder dahin zurück." - 9/10
  • 7/10
    Sabrina: "A$AP bedeutet für mich Ästhetik und davon finde ich viel auf 'Testing'. Vibes entstehen und dazu bedarf es an dieser Stelle keiner besonders tiefgreifender Inhalte. Weniger Unterhaltungswert, dafür viele schöne Momente. Absolute Feature-Highlights für mich FKA Twigs und der Cudi-Part. 'Hun43rd' produziert vom begnadeten Devonté Hynes ist der für mich spannendste Track des Albums, der herrlich angenehm mitschwingt und punktgenau den aktuellen musikalischen Zeitgeist trifft." - 7/10
  • 7/10
    Alexios: "Ein Album das mich erst beim zweiten Hören gecatcht hat. Man merkt das Rocky sich viel ausprobiert hat und interessante Samples benutzt, wie auf der ultimativen Gang-Hymne 'ASAP Forever'. Zudem hat sich der Harlemer mit Frank Ocean an meinem All-Time-Lieblingssong 'I Gotta Find Peace of Mind' von Lauryn Hill ausprobiert und das gar nicht mal so schlecht, wie ich finde. Ich denke das Album wird mir mit der Zeit noch besser gefallen, aber manche Songs haben mich bisher noch nicht so gecatcht für eine bessere Bewertung." - 7/10
  • 6/10
    Niklas: "Diesem Album fehlt einfach die kreative Übersicht. Jemand, der in Rick Rubin Manier reduziert und ordnet. Viele Songs sind einfach maßlos überladen und wirken viel zu gezwungen Andersartig. Die leider recht seltenen Momenten vor allem auf der ersten Hälfte von 'Testing', in denen sich Asap Rocky auf das wesentliche besinnt, funktionieren dagegen fast ausnahmslos. Leider kommen noch eine ganze Handvoll meist viel zu lange Tracks hinzu, die das Album stark in die Länge ziehen und es in seiner Gesamtheit sehr zäh werden lassen. Letztendlich hinterlässt dann auch das skizzenhafte 'Calldrops' mit Kodak Black einen mehr als faden Beigeschmack." - 6/10
  • 7/10
    Yannick H.: "Ein Album, dem rein musikalisch betrachtet nichts vorzuwerfen ist. Stimmiger Sound mit allerlei Pop-Anleihen, der sich u.a. an Mobys 'Porcelain' bedient und direkt ins Ohr geht. A$AP Rocky liefert ein Werk ab, das makellos daherkommen will, frei von Ecken und Kanten. Doch muss dies wirklich der künstlerische Anspruch sein? 'Testing' wirkt stellenweise so ausgefeilt und glatt, das es fast schon ins Belanglose abgleitet. Nicht falsch verstehen: Die insgesamt 15 Track lassen sich in einem Rutsch hören, so richtig herausstechen will dabei aber keiner. Unterm Strich beinhaltet ein Rocky-Album aber immer noch mehr Substanz als die Werke vieler Berufskollegen." - 7/10
  • 9/10
    Josephine: "Für mich bis jetzt das Album des Jahres! Viel gibts da wirklich nicht zu meckern. Es ist natürlich schwer an so ein Bombenalbum wie 'At.Long.last.Asap' anzuknüpfen, trotzdem schafft es Rocky die Latte hochzuhalten. Stimmt doch alles - Länge, Features, Beats… Ich lass mir mit der Bewertung aber noch n’ klitzekleines bisschen Luft nach oben und warte auf die Platte von Drake, haha." - 9/10
7.5/10

Kurzfassung

Ästhetisch zwar durchweg anspruchsvoll, jedoch nicht auf einem konstanten Niveau stattfindend, spaltet „Testing“ unsere Meinungen zwischen „Album des Jahres-Kandidat“ und kreativem Chaos.

Sag uns deine Meinung. Bewerte "Testing" auf einer Skala von 1 bis 10.

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Yannick ist seit August 2015 Teil der BACKSPIN-Redaktion. Er kümmert sich um alles was mit Reviews und Kritik zu tun hat und studiert nebenbei noch Populäre Musik. Für Hip-Hop verzichtet er also auch mal auf seinen Schlaf - 'cause sleep is the cousin of death.

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