Die Meinung der Redaktion zu “A.S.S.N” von AK Ausserkontrolle

Man kennt sie zu Genüge, die gute, alte Debatte um den Stellenwert von Authentizität im Hip-Hop, gerade wenn er von der Straße kommt. Einer der Wenigen, der sich wohl noch nie mit einer Diskussion über Realness auseinandersetzten musste, ist AK Ausserkontrolle. In Verbindung gebracht mit der sogenannten Gullydeckelbande, einer Gruppe, der eine Serie von Blitzeinbrüchen in ganz Berlin zur Last gelegt wird, berichtet man bei AK direkt aus dem Viertel – und das wohl nicht einmal nur in der Rolle des Beobachters. Für den zweiten Longplayer wird sich außerdem eine ganze Menge Unterstützung geholt, neben den AK-Crew-Kollegen Fax, Jason und Pablokk sind auch Bonez MC & Sa4, Kontra K, Capital Bra und 18 Karat als Gäste mit an Bord. Wir haben die neue Platte des selbsternannten Panzaknackas besprochen.

AK Ausserkontrolle – “A.S.S.N.” kaufen
 
Das sagt die BACKSPIN Gang!
  • 5/10
    Anna S.: "Die raue und aggressive Atmosphäre greift bei der grundsätzlichen Thematik des Albums natürlich ziemlich gut. Inhaltliche Ausreißer-Tracks wie ‚Jim Beam & Voddi‘ klingen in diesem musikalischen Kontext daher ziemlich fehl am Platz. Für meinen Geschmack ist die Soundkulisse im Großen und Ganzen zu erdrückend – zu viele Höhen, andauernde Doubletime-Parts und überladene Instrumentals." - 5/10
  • 4/10
    Lukas: "Der Anfangshype um AK Ausserkontrolle ist an mir bis jetzt fast komplett vorbeigeflogen. Ich weiss aber auch, warum. Ich bin zwar der Letzte der sagt, Irgendwas ist komplett zu inhaltslos, aber die Themen und vor allem Vortragsweise hier catchen mich leider null. Ab und zu ein paar Streetsongs sind immer gut, aber das hier ist mir persönlich einfach zu krass und auch wahrscheinlich zu roh. Abgesehen davon finde ich die Stimme auf Dauer wirklich anstrengend. Kann gut an meinem Umfeld oder meiner Jugend liegen, aber ich finde hier nirgendwo etwas Interessantes. Pluspunkte gibts für die Beats, vor allem der Titel- und Introtrack 'A.S.S.N.' hat mich da ziemlich begeistert. Aber alles andere läuft (oder schreit) komplett an mir vorbei." - 4/10
  • 5/10
    Yannick W.: "Bei AK steckt eine große Menge Energie drin und damit muss man sich arrangieren können. Denn auf der einen Seite die diese nach vorne preschende, energetische Art, die das Debüt ein Stück weit so überraschend in der eigenen Nische vom Rest abhob, auf der anderen Seite macht diese Art den Konsum einer gesamten LP nahezu anstrengend. Dass die Feature-Gäste in eine sehr ähnliche Kerbe schlagen tut dem Ganzen nur mäßig gut, dass im Vergleich zum Vorgänger ein paar Experimente gewagt werden ganz im Gegenteil. Spannend wird 'A.S.S.N' – auch mit Blick darauf, wo es noch hingehen kann – durch den Mut zum Gesang. Nichtsdestotrotz: Betrachtet man die LP losgelöst von der Atmosphäre, die die Delivery erzeugt, bleiben mittelmäßige Produktionen und Texte, die gerade bei missglückten Sex-Songs wie 'F**k die Hoe' oder 'Jim Beam & Voddi' eher Gähnen hervorrufen. Realness ist halt nicht alles." - 5/10
  • 6/10
    Cedric: "Die Jungs von AK Ausserkontrolle verstehen es mit ihren Worten Szenen und Bilder zu malen. Gerade auf den Tracks, bei denen Geschichten erzählt werden, hat das Album für mich seine besten Momente. Trotzdem brauch ich einfach keine zwei Songs in denen sehr genau beschrieben wird, wie er (und manchmal viele andere Menschen) mit irgendwem den Akt des Koitus vollzieht. Alles in allem, schafft es das Album eine düstere Atmosphäre zu erzeugen, die authentisch wirkt." - 6/10
  • 4/10
    Elias: "AK beschert uns mit 'A.S.S.N.' eine richtige Gangster Platte. Die Schiene die er mit seiner Musik fährt, ist nichts Neues und so bin ich es von ihm gewohnt. Dieses Gangster-Ding ist bei mir mit 16 Jahren durch gewesen, bis auf ein paar Classics. Deshalb kann ich nicht viel damit anfangen. Ich finde, dass AK keinen, beziehungsweise einen schwachen Flow hat. Er verkauft sich super durch seine Attitüde aber mehr ist es in meinen Augen nicht. Die Tracks die ich gut finde sind auch die, wo mich das Instrumental anspricht. Die Lyrics finde ich sehr schwach und oberflächlich. Ich werde nicht außen vor lassen, dass es einige Tracks gibt, die so frauenfeindlich sind, dass ich mich zum Teil echt für deutschen Rap geschämt habe. Leider keine Platte, die ich Oma zeigen kann. Letztendlich ist es seine Attitüde die ihm die Punktzahl einbringen die ich ihm gebe. Wenn ich es subjektiv bewerten würde, dann würde es weitaus schlechter ausfallen. Zumindest ist es ein Album was ich hören kann ohne schlechte Laune zu kriegen (Ausgenommen die frauenfeindlichen Tracks)." - 4/10
  • 5/10
    Jakob: "Ich muss schon sagen, AK Ausserkontrolle hat durchaus seine Momente, Tracks wie 'A.S.S.N' und 'Dahab' haben mir echt gefallen, da sie krass atmosphärisch sind und man AK wirklich alles abnimmt. AK steht schon für krasse Authentizität. Aber auf Albumlänge ist mir das alles viel zu stumpf und eintönig. Das Album hat zwar schon so etwas wie einen roten Faden, jedoch ist es bei sehr begrenzter Themenvielfalt kein großes Kunstwerk. Zugute halten muss ich den Jungs, dass sie soundtechnisch einen recht eigenen Film fahren, dieser gefällt mir allerdings auch zu selten. Die Gesangseinlagen von AK lockern das Album etwas auf und zeigen eine weitere Facette AKs. Allerdings sehe ich zum Debütalbum nur charttechnisch einen Fortschritt. Songs wie 'Lieber Gott' dürften gerne öfter vorkommen, das würde dem Album etwas mehr Abwechslung verschaffen. Bei Tracks wie 'F**k die Hoe' und 'Jim Beam & Voddi' würde ich meine Ohren gerne auf stumm schalten, da bin ich ganz schnell weg. Trotzdem, AK und seine Gang haben es sich erst einmal im Straßenrap gemütlich gemacht und das nicht ganz unverdient. Für mich ist es allerdings bis auf eine Hand voll Tracks enttäuschend." - 5/10
4.8/10

Kurzfassung

So richtig kann AK Ausserkontrolle mit dem zweiten Album nicht überzeugen. Auch wenn Atmosphäre und die drückende Delivery durchaus positiv auffallen, fehlt es an ausgefeilteren Texten und Flows.

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