Sendemast: „State of Flavour 2“ (Review)

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Obwohl für Pierre Sonality und The Finn HipHop-Journalismus seit Mixery Raw tot ist, wage ich mich an deren neuesten Streich „State of Flavor 2“. Aber keine Angst, mit Reflexion und Recherche hat diese Review nichts am Hut – sie entspricht vielmehr einer Wertschätzung.

„Zu viel Street-Art – Hipsterkids“ – distanzierter Realismus zieht sich wie ein roter Faden durch die gesamte Spielzeit. Diese Haltung wird durch harte Drums, im ursprünglichen Sinne des Boom-Bap, hervorragend getragen, sodass das Themenspektrum in der unterlegten Rhythmik seine synästhetische Metapher findet. Als Fan der pierre-sonalityesken Auffassung von Rap halte ich die vermehrt poppigen Fragmente aus den 80ern an Stelle der totgesampelten Soul-Siebziger für einen richtigen und innovativen Schritt. Auf „Vaporizer“ finden Talkbox und Kopfnicker zueinander – nice. Als Ausgleich finden sich Songs wie „Chin Chin“ und „End2End“, deren Beats an die atonale Düsterheit des frühen Lord Finesse erinnern. Meiner Meinung nach machen die Funkverteidiger im Jahr 2016 alles richtig. Im Vergleich zum Vorgänger macht das Duo einen vielschichtigeren, gereifteren Eindruck und nichtsdestotrotz wirkt die LP gerade wegen ihrer kleinen Ungereimeitheiten, Ecken und Kanten rund. „State of Flavor 2“ ist eine von den Platten, die du in 30 Jahren an meinem Flohmarktstand runterhandelst, weil für Sammlerstücke aus dem Untergrund die Kohle nicht reicht.

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Seit 2014 Album-Kritiker an Bord der BACKSPIN, angeheuert als Reinkarnation Marcel Reich-Ranickis: „Ich kann nicht anders, ich muss einfach nörgeln“.
Hanfosan

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