Sen Dog von Cypress Hill über das neue Album und Rapper von heute

1988. DJ Mugg, B-Real und Sen Dog gründen Cypress Hill in Los Angeles und gehören damit zu einer der einflussreichsten Hip-Hop Gruppen der frühen 90er. Über 20 Millionen verkaufte Alben und ganze 30 Jahre später veröffentlichen immer noch dieselben drei Mitglieder ihr neuntes Studioalbum, welches den Namen „Elephants on Acid“ trägt. Zu hören: Cypress Hill to the fullest. Doch wenn man auf die Vergangenheit schaut, lässt sich zumindest eines nicht abstreiten: Der Ruf des Auslaufsmodells ist noch immer gegenwärtig, auch wenn dieser in der Vergangenheit durch Alben wie „IV“ wieder zur Seite geschoben wurde. Wir haben mit Senen Reyes aka Sen Dog über das neue Album und sein Bild von Hip-Hop nowadays gesprochen.

„This life that I live / It ain’t for the weak“ (Rise Up)

2010 erschien „Rise Up“, eine konsequente Weiterführung der Symbiose aus Rock und Rap, welche den Sound Cypress Hills vor allem Bühnentauglich aufleben lässt. Zeitlose Crossoverstücke gepaart mit Selbstreflexion, jeder Menge Weed und Kush und natürlich dem eigenen Ganghintergrund machten „Rise Up“ zu einem Album, welches weder auseinandergenommen, und wirklich gehasst, noch in höchsten Tönen gelobt oder gar den Stempel eines „Klassikers“ aufgesetzt wird. Die Frage, die im Raum steht: Kann man nach so viel Karriere und Einfluss eines oder mehrerer Künstler als Konsument noch positiv überrascht oder enttäuscht werden?


Ganze Acht Jahre ist das her. „Es hat einfach so lange gedauert, weil es so lange gedauert hat. Wir sind viel unterwegs mit Cypress Hill, außerdem hat man noch viel anderes zu tun. Da kommen noch Powerflo und private Dinge hinzu. Es müssen einfach auch andere Sachen gemacht werden und dann ist das einfach so passiert. Früher haben wir jedes zweite Jahr ein Album released. Diesmal hat es einfach länger gedauert, ich hab’ keine Ausrede dafür. Es ist gelaufen wie es ist.“

Das erste mal über ein neues Album geredet haben die drei vor genau fünf Jahren.

„But that´s just part of the game.“

Hip-Hop wächst und wächst und wächst. Resultat sind neue Soundkonstrukte, neue Subgenres, die entstehen, neue Künstler die gehyped werden. Während viele sich „ihren alten Hip-Hop“ zurück wünschen, sieht Reyes das ganz gelassen: „Ich weiß nicht was in Fünf oder Sieben Jahren passieren wird, vielleicht gibt es dann einen ganz neuen Sound, „but that´s just part of the game.“ Das ist ganz normal. Wenn du Hip-Hop nur wegen der Musik hörst, dann magst du wie es sich momentan anhört.“

Künstler wie Meyhem Lauren, J. Cole und Schoolboy Q sieht er als die Besten an, weil für ihn persönlich dann die Lyrik doch dem Sound überwiegt. Ganz ohne Inhalte geht es halt nicht.


„Ich kann nicht sagen inwiefern sich Hip-Hop in der Zukunft verändern wird, aber wenn man sich anschaut wie es sich bis jetzt entwickelt hat, naja, obwohl es vielleicht nicht meine Lieblingsmusikrichtung ist, sieht man das es das größte Musikgenre der Welt ist. Die ganze Industrie um Hip-Hop wächst exponentiell, die Newcomer, die dazukommen verändern wie sich Hip-Hop anhört.“

Für Cypress Hill war es immer wichtig, sich zu revitalisieren. Ein harter Weg, wenn die Masse schon seit mehr als 30 Jahren immer wieder gewisse Erwartungen hat. Um relevant zu bleiben, hat sich auch der Sound von Cypress Hill immer wieder ein wenig verändert, ohne dabei allerdings seine Wurzeln zu verlieren. Die immer größer werdenden Rockeinflüsse haben eine gewisse Live-Relevanz zufolge, welche meist in Moshpit-ähnlichen Zuständen auf Festivals rund um den Globus mündet.

„Also für junge Künstler ist es auf jeden Fall wichtig, dass sie sich selber treu bleiben und auch ihrem eigenem Musikgeschmack entsprechen sollten. Sie sollten keine Angst haben mit ihrer Musik etwas auszuprobieren oder zu experimentieren. Dann am besten die Chancen, die man hat, nutzen und bereit sein vor jedem zu performen/aufzutreten.“

„Elephants on Acid“ könnt ihr hier hören:

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