Schatten und Helden: “Als wir mit Azad auf der Bühne standen, war das schon ein sehr emotionaler Moment.”

Wer in der vergangenen Zeit nicht auf eigenständige Interpretationen diverser Deutschrap-Hits getroffen ist, hat sicher spätestens seit Azads Comeback-Album „Leben II“ von einem musikalisch äußerst begabten Trio aus Berlin gehört, Schatten und Helden. Inspiriert von vielfältigsten Einflüssen entsteht inzwischen eine große Palette an emotionsgeladener Musik, die mehr als nur den Schatten ihrer eigenen Helden darstellt. Unter dem Dach der Labelheimat Wolfpack erschien vor fast einem Jahr mit der „Hgwrts“ Maxi-Single die erste Vinyl des sich anonym zeigenden Kollektivs. Stillstand? Fehlanzeige! In diesem Jahr folgte das digitale Release „Live im Haubentaucher“ und das Debütalbum ist auf dem Weg. Nachdem das Trio zuletzt auf einigen Festivals spielte, werden Schatten und Helden im Herbst Chakuza auf seiner Tour begleiten. Doch was steckt alles hinter den mystisch angehauchten Newcomern? Überzeugt euch selbst!

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Wer verbirgt sich hinter Schatten und Helden und woher kommt ihr?

Schatten und Helden: Auf der Bühne sind nur zwei von uns zu sehen. Doch eigentlich sind wir zu dritt. Und eigentlich haben wir alle ein Problem, doch wir versuchen mit unserer Musik und unseren Texten und Beats täglich damit umzugehen. Wir sind die Schatten deiner Welt. Wir sind die Helden ohne Geld. Wir sind drei Menschen aus Berlin, die Musik lieben, leben und machen. Wir schreiben Texte, wir produzieren und mischen alles selbst. Hinzu kommt noch alles, was mit Grafik und Video zutun hat. Wir leben es zu 100%.

“Wir sind drei Menschen aus Berlin, die Musik lieben, leben und machen.”

Wann und wie seid ihr zum Produzieren von Musik gekommen? Wer oder was hat euch inspiriert?

Schatten und Helden: Das ist ganz unterschiedlich. Irgendwie haben wir schon unser ganzes Leben mit Musik zu tun gehabt. Das aktive Musizieren begann definitiv in der frühen Kindheit und wurde über die Jahre immer konkreter. Wir hatten zum Teil musikalische Ausbildungen. Ausschlaggebend war aber unser Drang eigene Musik zu kreieren. Das hängt vermutlich damit zusammen, dass wir auch heute noch sehr viel Musik bewusst konsumieren. Es ist grundsätzlich ziemlich schwierig an dieser Stelle bestimmte Helden und Idole hervorzuheben, aber ihnen ist es geschuldet, dass wir unsere Ideen und Gefühle in Musik ausdrücken möchten. Ein paar Namen wären (in beliebiger Reihenfolge) u.a. Kwabs, Sohn, Michael Jackson, Joy Denalane, A Perfect Circle, Linkin Park, Curse, Seeed, The Roots, Banks, Swift Guad, Vinnie Paz und viele mehr.

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Welche Idee steckt hinter dem Namen Schatten und Helden? Wie würdet ihr euren eigenen Style beschreiben bzw. was zeichnet euren Sound aus?

Schatten und Helden: Die Idee ist, der Musik ein Gesicht zu geben, ohne den Menschen hervorzuheben. Das Paradoxe an unserer Musik ist, dass sie persönlich und intim ist, obwohl wir anonym und unnahbar zu sein scheinen. Wir sind die Schatten unserer Helden, quasi die Essenz aus allen Einflüssen, die in unseren bisherigen Leben auf uns eingewirkt haben. Unser Sound ist eine sehr facettenreiche Mischung aus vielen modernen und urbanen Stilrichtungen. Wir sind dem Hip-Hop sehr stark zugewandt, haben aber viele Einflüsse aus Post-R&B,
 Alternative/Indie, Neo-Soul und ein bisschen Pop. Die Produktion ist sehr detailreich und mit der ein oder anderen unkonventionellen Idee verziert. Oder wie wir es gerne nennen: Audio-Graffiti.

“Die Idee ist, der Musik ein Gesicht zu geben, ohne den Menschen hervorzuheben.”

Am Anfang eures öffentlichen Schaffens habt ihr Aufmerksamkeit durch diverse Deutschrap-Cover bekommen. Welchen Deutschrap-Song würdet ihr gerne noch covern, kommen auch amerikanische Lieder in Frage und habt ihr Feedback von einem der gecoverten Künstler bekommen?

Schatten und Helden: Da gibt es tatsächlich sogar noch ein paar Deutschrap-Cover, die bereits in der Mache bzw. schon nahezu fertig sind. Welche das sind, werden wir noch früh genug verraten. Prinzipiell sind wir da total offen. Wir haben zwar mit Deutschrap-Covern begonnen, aber wir können uns grundsätzlich auch vorstellen, amerikanische Songs oder gar völlig andere Genre zu bedienen. Allerdings fokussieren wir uns gerade mehr auf unsere eigene Musik. Wer weiß, was wir nebenbei noch verarbeiten können und wollen. 

Für die Cover haben wir viel Feedback von den Künstlern bekommen. Fast jeder der Musiker hat sein jeweiliges Cover mindestens gehört und die meisten haben es sogar auf ihren sozialen Netzwerken geteilt. Unter anderem bekamen wir Probs von Azad, Eko Fresh, Kool Savas, Curse und Kollegah.

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Moin, ich bin Freddy aus der besten Vorstadt Berlins: Bernau. Rapliebhaber, Fussballfanatiker, Sneakerfreak. Immer unterwegs durch die weitläufige Medienlandschaft. Jetzt bei BACKSPIN. #WKM$N$HG?

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